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Kita Hucky Bucky in Berlin von Baukind für Nobiwerk

Kita Hucky Bucky in Berlin von Baukind für Nobiwerk
Eingeschworene Miniaturgesellschaft

Geborgenheit, Frieden und Abenteuer: all das finden die Kinder der bilingualen Kita Hucky Bucky in Berlin. Das Architekturbüro Baukind arbeitet bei der Raumgestaltung mit dem Thema Wald und schafft eine kindgerechte Welt.

Hakkebakkeskogen in Berlin Lichtenberg. Die Geschichte von Thorbjørn Egners ist nicht nur ein Klassiker als Kinderbuch sondern auch Vorlage für die Gestaltung der bilingualen Kita Hucky Bucky. In Englisch und Deutsch werden die Kinder begleitet – anerkennend und gleichwürdig – unterstützt durch die differenziert ausgearbeitete Architektur.

Pädagogische Haltung des Trägers Nobiwerk

Die Tiere aus dem Wald von Hakkebakkeskogen sind gute Freunde, eine eingeschworene Gemeinschaft, in der „die Großen den Kleinen helfen und auch die Kleinen den Großen helfen können“. Die Geschichte des Norwegers Thorbjørn Egners, von 1953, spiegelt in ihrer Aussage die pädagogische Haltung des Trägers Nobiwerk/Nordische Bildungswerkstatt und ist Ausgangspunkt für die Gestaltung.

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Foto: HEJM

Baukind übersetzt Werte in den Raum

Baukind übersetzt die Werte von Geborgenheit, Respekt und friedvollem Miteinander in den Raum und kommuniziert diese visuell auf eine abstrakt-verspielte Weise. Der Wald mit stilisierten Bäumen, Lichtung und Waldsee erstreckt sich über alle Räume der Kita und strukturiert den Grundriss. Natürliche Materialien in allen Bereichen runden den naturnahen Eindruck ab.

Ein Stück Natur in den Kitaräumen

Alle eingesetzten Hölzer sind farbig geölt und bleiben damit in ihrem natürlichen Charakter erhalten – nicht nur visuell, auch haptisch eine Sinneserfahrung für die Kinder. Teppiche aus Ziegenhaar ergänzen die Intarsien im Kautschuk-Boden. Der bewusste Umgang des Architektur- und Designbüros Baukind mit Materialien sowie ein liebevolles Auge für das Detail holen ein Stück Natur in die Kitaräume.

Baukind
Foto: HEJM

Gestaltung des Bodens definiert Bereiche

Große raumübergreifende Kreise in der Bodengestaltung zonieren die Kita, verbinden und leiten durch die Räumlichkeiten. Die ausdrucksstarke Gestaltung des Bodens schafft neue Raumbeziehungen und definiert Flächen für Aktivitäten, Rückzugsmöglichkeiten und das freie Spiel der Kinder.

Die Wandgestaltung ist stark zurückgenommen und beschränkt sich auf Einzelflächen bei den Podesten an denen sich der Teppich auch an der Wand wiederfindet.

Die Wände im Flur werden zum Spielobjekt: Die Tiere aus Hakkebakkeskogen – aus Holz gefräst und farbig geölt – können an der magnetischen Wandfläche frei platziert werden. Unter abstrahierten Baumkronen starten die Kinder in den Kitalltag.

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Foto: HEJM

Monochrome Farbgebung

Die zentrale Baumgruppe begrüßt die Kinder in ihrer Kita-Wald-Welt. Der höhlenartige Charakter der Garderobe wird durch die monochrome Farbgebung verstärkt und schafft einen geschützten Raum in dem der Übergang von Zuhause hin zum Kitaalltag leichter fällt.

Die Gruppenräume thematisieren den Waldsee mit Intarsien in Seerosenform im Kautschukboden und die Waldlichtung mit Kletterpodest und Hängematte.

Baukind
Foto: HEJM

Aktivität und Ruhe in einem Raum

Ein Matratzenpodest mit integriertem Bällebad und Rutsche vereint Aktivitätsbereich mit Ruhezone und kann von den Kindern vielseitig genutzt werden. Im zweiten Gruppenraum erweitert ein Podest den Raum und ermöglicht es den Kindern die Baumkronen zu erklettern, sich auszutoben und unterschiedliche Perspektiven im Raum einzunehmen.

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Foto: HEJM

Tür und Küche im kindlichen Maßstab

Ein zentraler Ort in der Kindergeschichte ist die Waldhütte, welche in der Kita zur Werkstatthütte umbenannt wurde. Eine zusätzliche Tür, angepasst an den kindlichen Maßstab, verbildlicht einerseits die kleine Waldhütte und vermittelt den Kindern andererseits eine wichtige Botschaft von Wertschätzung und Respekt.

Baukind
Foto: HEJM

Auch die Küche in einem der Gruppenräume passte Baukind an die Ergonomie der Kinder an – voll ausgestattete mit Backofen und Spülmaschine, zur selbstständigen Nutzung. Die Kinder sind die Hauptpersonen und werden auf allen Ebenen ernst genommen.

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Foto: HEJM

Fließende Übergänge an Decke, Wand und Boden

Ein Gestaltungselement wiederholt Baukind in teils überraschender Form in fast allen Kitaräumen: Der fließende Übergang von unterschiedlichen Ebenen im Raum – von Boden zu Wand und Wand zu Decke. Im Badezimmer geht der Bodenbelag in die Wandgestaltung über. Kautschuk ersetzt hier den Fliesenspiegel. Ein Gefühl von Wasserbecken entsteht und der Raum scheint die Kinder zu umarmen.

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Foto: HEJM

Im Flur und am Kletterpodest werden die abstrahierten Baumkronen an der Decke weitergeführt. Details dieser Art verändern die Raumwahrnehmung – es entsteht nicht nur ein abstrahierter Wald, die Räumlichkeiten sind nicht nur Hülle, Wände nicht nur Trägermaterial, es wird eine Atmosphäre geschaffen – eine Umgebung im wörtlichen Sinne. Der Wald im Raum umgibt die Kinder, nimmt sie auf und beschützt sie.

Das einzige was fehlt ist der Duft nach Waldboden, Laub und Tannennadeln.

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Fakten

Projekt: Kita Hucky Bucky

Standort: Berlin Lichtenberg

Bauaufgabe: Umbau einer Erdgeschosseinheit für 25 Kinder mit Außenraumgestaltung

Bauherr: Nobiwerk – Nordische Bildungswerkstatt UG, www.nobiwerk.com

Innenarchitektur: baukind, Webseite des Büros

Fläche: 200 m2 + 104 m2 Außenfläche

Fertigstellung: November 2019

Produkte/Hersteller:

Akustikdecken von Ecophon, Sanitärobjekte von Geberit, Türbeschläge von Hewi, Kautschuk von Nora, Teppich von Tretford, Leuchten von DISC Surface, LED-Deckenanbauleuchte in 3 verschiedenen Größen in den Gruppenräumen, LEWO46 lineare Aufbauleuchte im Flur; Garderoben von OneWood; Schreinerbauteile – Entwurf von baukind, Ausführung über Schreinerfirma

Fotos: HEJM

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