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Digitale

md-Cult-Serie – die 2000er
Das Digitale der Nullerjahre

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md-Cover von 08/2009: Im Zeitalter der Materialität setzt Susanne Lagally einen Ausschnitt aus der Fassade des Altarraums der Kirche Santa Mònica im spanischen Rivas Vaciamadrid auf das Cover der md – facettenreich und im warmen Goldglanz numinoser Spiritualität. Eine Reise durch die Designgeschichte.
Das Digitale bricht sich Bahn, das Design entdeckt die magische Blackbox, aber auch Haptik und taktile Strukturen reüssieren.

Nullerjahre? Steht das Wort so allein da, glaubt man, das neue Jahrtausend absolviere noch eine Probezeit, hätte noch gar nicht richtig begonnen. Dabei sind die Nullerjahre – wir befinden uns im Jahr 2009 – schon fast vorüber und wir gerade damit beschäftigt, dieses Flatrate-Zeitalter voller Echtzeitwirtschaft, Blackberry-Mails und mit iPod in der Tasche als urbane Nomaden mit Rollkoffer becherweise mit Coffee-2-Go zu bewältigen.

Das Digitale bricht sich Bahn

Dabei bricht sich das Digitale gerade erst Bahn, mutiert das UX-Design zu einer Blackbox mit magischer Oberfläche. Vergessen wir nicht: 2007 stellt Steve Jobs das erste iPhone vor – und es ist eben nicht nur „one more thing“. Vermutlich haben wir alles Neue erst einmal mit einer Flasche Bionade runtergespült.

Während sich das Digitale ausbreitet und die Finanzkrise auch die Möbelbranche kräftig durchrüttelt, experimentieren Architekten mit atmosphärischen Räumen, inszenieren Lichteinfall, Materialqualität, Haptik und taktile Strukturen.

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md-Cover von 08/2009: Im Zeitalter der Materialität setzt Susanne Lagally einen Ausschnitt aus der Fassade des Altarraums der Kirche Santa Mònica im spanischen Rivas Vaciamadrid auf das Cover der md – facettenreich und im warmen Goldglanz numinoser Spiritualität. Eine Reise durch die Designgeschichte.

Als grafisches Flächenmuster setzt auch Grafikerin Susanne Lagally einen Ausschnitt aus der Fassade des Altarraums der Kirche Santa Mónica im spanischen Rivas Vaciamadrid auf das Cover der md 08/2009 – facettenreich und im warmen Goldglanz numinoser Spiritualität.

Autorendesign dominiert in den Nullerjahren

Im Möbelbereich, das zeigt der Salone del Mobile, weht die Fahne des Modernismus für den Moment auf Halbmast: Das Autorenprinzip dominiert, Ornament, Muster und Stickerei erobern verlorenes Terrain zurück, rufen eine juvenil gestimmte globale Gemütlichkeit aus, die in exotischen Mustern als Partymix vereint, was real getrennt bleiben soll: erste und dritte Welt.

Natürlich ist ein Stuhl noch immer ein Stuhl, obwohl Stefan Diez bei seinem ‚Houdini‘ mit verspannten Flächen zaubert und Konstantin Grcic die Lehne seines ‚Monza‘ formt wie dort die legendäre Steilkurve der Rennstrecke im königlichen Park.

Flexibilität und Humor ist angesagt

Dass man auch mit bewährt einfachen Mitteln Spannung in eine Sache bringen kann, beweist – humorvoll wie immer – Nils Holger Moormann. ‚Kampenwand‘ nennt er Tisch und Bank, die beide, sicher verspannt, allein oder in ganzen Seilschaften leicht zu erklimmen sind. Wobei das dekorative Seil, das zwischen Gestell und Platte für die nötige Sicherung sorgt, nicht aus der Kletterei, sondern aus dem Segelbedarf stammt.

Was einmal mehr belegt: Flexibilität ist angesagt, im großen Quodlibet der Nullerjahre. Irgendwo zwischen Sinn und Unsinn hat die Zukunft schon begonnen.

Zur md-Cult-Serie


Autor Thomas Wagner

war Feuilletonredakteur der FAZ, hat für Stylepark ein Onlinemagazin aufgebaut, lehrt als Honorarprofessor und ist Autor zahlreicher Texte über Kunst, Design und Architektur.

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