Forschungspavillon ICD/ITKE

Hohe Spannkraft

Jeder Jahrgang baut weiteres Wissen auf. Diese Vorgehensweise ermöglichte dem interdisziplinären Studenten-Teams der Institute ICD/ITKE an der Uni Stuttgart, die Erstellung des Forschungspavillons 2016/17. Seine Spannweite überrascht bei gleichzeitig großer Leichtigkeit. In der Natur vorkommende Strukturbildungsprozesse standen Pate.

Hach, wenn doch die eigene Bauchmuskulatur auch so eine hohe Spannkraft hätte, wie der neueste Forschungspavillon der beiden Institute ICD (Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung) und ITKE (Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen), die ihn zusammen mit den Studenten des Masterprogramms ITECH (Integrative Technologies and Architectural Design Research) erarbeitet haben. Bei geringem Gewicht und hoher Festigkeit der Materialien zeigt das jüngste Projekt die Möglichkeiten von Faserverbundkonstruktionen auf. Bereits heute kommen faserbasierte Kompositmaterialien in Bereichen wie der Automobilindustrie und der Luftfahrt zur Anwendung. Dagegen ist ihr Potenzial in der Architektur noch bei weitem nicht ausgeschöpft.
Denkbar ist ein Einsatz im Bereich weit spannender Tragwerke, in dem das Verhältnis zwischen Eigengewicht und Festigkeit von großer Bedeutung ist. Die Verwendung von beweglichen und leichten Verarbeitungsmaschinen mit hoher Reichweite wie unbemannte Luftfahrzeuge in Kombination mit präzisen Industrierobotern macht einen skalierbaren Fabrikationsprozess möglich.
Es ist nicht der erste erstellte Pavillon der beiden Institute unter Leitung von Prof. Achim Menges (ICD) und Prof. Jan Knippers (ITKE). Er steht in einer ganzen Reihe realisierter Pavillons, die Basis der Forschung sind für den aktuellen Pavillon, bei dem die Integration von computerbasierten Modellierungs- , Simulations- und Fertigungsverfahren sowie neue konstruktive Möglichkeiten und Raumgefüge weiter verfolgt werden.
An diesem Projekt war ein interdisziplinäres Team aus Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Architektur, des Bauingenieurswesen und der Biologie beteiligt. Weitere detailierte Informationen unter

Fakten

Projekt: Forschungspavillon 2016–17 der Universität Stuttgart, Fakultät Architektur und Stadtplanung
Standort: Keplerstr. 11–17, 70174 Stuttgart
Fertigstellung: März 2017
Entwicklungszeit: 2016 – 2017
Projektteilnehmer: ICD Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung – Prof. Achim Menges; ITKE Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen – Prof. Jan Knippers
Material: harzgetränkte Carbon- und Glasfasern
Fläche: 26.5 m²
Volumen: 58 m³
Faserlänge: 184 km
Gewicht: 1000 Kg
Abmessungen: 12 m x 2.6 m x 3.1 m

Entwicklung, Fabrikation and Herstellung: Miguel Aflalo, Bahar Al Bahar, Lotte Aldinger, Chris Arias, Léonard Balas, Jingcheng Chen, Federico Forestiero, Dominga Garufi, Pedro Giachini, Kyriaki Goti, Sachin Gupta, Olga Kalina, Shir Katz, Bruno Knychalla, Shamil Lallani, Patricio Lara, Ayoub Lharchi, Dongyuan Liu, Yencheng Lu, Georgia Margariti, Alexandre Mballa, Behrooz Tahanzadeh, Hans Jakob Wagner, Benedikt Wannemacher, Nikolaos Xenos, Andre Zolnerkevic, Paula Baptista, Kevin Croneigh, Tatsunori Shibuya, Nicoló Temperi, Manon Uhlen, Li Wenhan, mit freundlicher Unterstützung durch Michael Preisack

Wissenschaftliche Leitung: Benjamin Felbrich, Nikolas Früh, Marshall Prado, Daniel Reist, Sam Saffarian, James Solly, Lauren Vasey

In Zusammenarbeit mit: Institut für Flugzeugbau (IFB) – Prof. Dr.-Ing. P. Middendorf, Markus Blandl, Florian Gnädinger; Institut für Ingenieurgeodäsie (IIGS) – Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Schwieger, Otto Lerke; Institut für Evolutionsbiologie der Invertebraten, Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Prof. Oliver Betz; Institut für Invertebraten Paläontologie, Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Prof. James Nebelsick