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Campus Schwarzwald: Coworking-Space von Buerohauser

Campus Schwarzwald von Buerohauser
Maker-Lab mit Coworking-Space

Der Campus Schwarzwald erhält durch Buerohauser ein Gesicht. Repräsentationsort und Werkstatt: Hier findet sich alles, was einen modernen Arbeitsplatz mit Innovationscharakter ausmacht. Für Studierende und Industrieunternehmen.

Das Projekt Campus Schwarzwald vereint einen Hochschulcampus mit Werkstätten, Makerspace, Büros, Seminarräumen, Coworking-Bereichen, Laborhalle sowie einer Cafeteria und Konferenzräumen. Entstanden ist das Projekt durch einen Zusammenschluss der Uni Stuttgart mit den Industrieunternehmen der Region Nordschwarzwald. Der Campus Schwarzwald fungiert als moderner und innovativer Leuchtturm in der Region, in dem Menschen und Unternehmen zusammenkommen und gemeinsam neue Dinge entwickeln, sowie Start-ups-Arbeitsplätze finden.

Das gemeinsame Ziel des Projektes war, sowohl den industriellen Teil (Maker-Lab/Laborhalle/E-Lab) mit dem repräsentativen Teil (Foyer und Konferenzraum) auf ansprechende Art und Weise zu verbinden als auch alle Räume mit entsprechender Seminar- und Forschungstechnik auszustatten. Das Berliner Architekturbüro Buerohauser entwickelte hierfür ein Innenraumkonzept für den Alt- und Neubau in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Nutzern/Betreibern. Die Innenausstattung sollte also die Historie des Gebäudes aufgreifen.

Studierende und Unternehmen

Am Campus Schwarzwald treffen nun Studierende mit den innovativen mittelständischen Unternehmen der Region wie fischer Dübel zusammen. Der Campus ist ein Ort für Lehre, aber auch für Innovation und Start-ups. In der großen Werkhalle und den kleinen Werkstätten stehen alle benötigten Geräte für Produktentwicklung und Prototyping, aber auch Neuentwicklungen und Maschinen der beteiligten Firmen. Start-ups haben die Möglichkeit, Projekträume und den Coworkingspace zu mieten.

Abbruch, Umbau und Neubau

Zuvor musste hierfür ein ehemaliges Hotel, das zwischenzeitlich als Schule genutzt wurde, abgerissen werden. Des Weiteren wurden Teile eines Gebäudes, das früher von einem Energieanbieter genutzt wurde, abgebrochen. Der größere Teil blieb jedoch erhalten und konnte umgebaut werden: Hier finden sowohl Seminar- und Büroräume als auch Cafeteria und Bibliothek Platz.

Dieses Gebäude hat zwei Aufgaben: Es muss sowohl Repräsentationsort als auch Werkstätte sein. Nicht nur die Fassade und der Eingangsbereich, sondern auch der Konferenzraum und die Laborhalle können gleichzeitig alle Anforderungen aus ästhetischer und technischer Sicht vereinen.

Repräsentationsort und Werkstatt

Der vorgegebene Entwurf ließ den Planern von Buerohauser Spielraum für die Innenraumgestaltung: Details und Ausstattung konnten daher von uns vorgeschlagen und realisiert werden. Für das Foyer haben wir individuell ein Lichtobjekt entwickelt und herstellen lassen. Die wiederkehrende, ortsbezogene Grundfarbe Petrol wird aufgegriffen. Das Lichtobjekt ist für Besucher:innen und täglich Ein- und Ausgehende ein Blickfang.

Alle Einbaumöbel und die Küchen wurden eigens für das Projekt entworfen und angefertigt. Die Materialien kommen aus dem Schwarzwald. Im Ausbau berücksichtigte man die Anforderungen in den Bereichen Akustik und Beleuchtung. Offene Arbeitsräume liegen im Trend. Flexibles Austauschen von Ideen oder schnelles Abstimmen sind Möglichkeiten, die auch die Hochschule ihren Studierenden bieten möchte. Eine gute Akustik ist Voraussetzung, um die anderen Studierenden nicht in ihrer Konzentration zu stören.

Technische Ausstattung

Auch die umfangreichen technischen Ausstattungen mussten gut durchdacht und geplant sein. Die Installation der Projektionswand im Konferenzraum war nicht ganz einfach und entstand nach intensivem Austausch mit dem Trockenbauhersteller und den Expert:innen der Bauphysik zur Gewährleistung einer guten Akustik im Raum. Medientechnik und Lichtanschlüsse wurden so eingerichtet, dass sie nicht sichtbar sind. Die Leuchten sind direkt in die Decke integriert. Zudem wurde die Projektionswand mit der Decke verbunden – so entstand ein skulpturales Element. Bei einer Deckenhöhe von 5,85 Metern musste Buerohauser sicherstellen, dass die Akustik im Raum gut funktioniert: Im Mittelbereich muss sie durchlässig sein und in den Randbereichen absorbierend wirken.

Maker-Labs

In der Laborhalle werden Versuchsaufbauten für Messungen und Testläufe durchgeführt. Labortische bieten alle wichtigen und relevanten Anschlüsse und Versorgungsleitungen dafür. Um ein optimales Ergebnis für die zukünftigen Nutzer:innen zu erreichen, recherchierten die Planer im Vorfeld viel und schauten sich mit Maker-Labs viele Laborhallen an. Eine Herausforderung war beispielsweise, dass die Anschlussleitungen nicht wie sonst üblich vom Fußboden aus verlegt werden konnten, da auf diesem Teil des Baugrunds keine Unterkellerung möglich ist.

Cafeteria – Ort für Ideenaustausch

Da die Hochschule im Nordschwarzwald liegt, war es naheliegend, Holz zu verwenden, das aus dem Umland stammt, hier Weißtanne. So entsteht ein direkter Bezug zum Ort. Die Wandverkleidung ist als Fugenbild aufeinander abgestimmt. Die Hochschule verfügt für das Austauschen von Ideen und Forschungsergebnissen über eine Cafeteria im Erdgeschoss und einen Coworking-Space im 1. und 2. Obergeschoss. Beide befinden sich im Bestandsgebäude. In Zusammenarbeit den Experten des Tischlerhandwerks entstanden Lösungen, die die Cafeteria in unterschiedliche Zonen einteilen: Parallel arbeiten und entspannen wird so realisierbar. Schallschluckende, abgehängte Deckensegel und ein Regal als Raumtrenner tragen dazu bei.

Campus Schwarzwald mit industriellem Charakter

Der petrolfarbene Deckenkran oder der gelb-schwarz markierte Stützpfeiler sowie die wieder freigelegte Rippendecke im Obergeschoss inspirierten Buerohauser — sie integrierten diese Elemente in die Innenraumgestaltung. Die Räume erhalten damit Teile ihres originalen industriellen Charakters zurück. In die vorhandene Rippendecke aus Stahlbeton wurden schallschluckende Platten eingehängt.

Coworking-Space für Kollaboration

Flexible Möbel, flexible Wände, Einbauregale, Spinde, Garderoben wie auch Besprechungstische, -podeste und -boxen lassen es zu, dass sich die Studierenden je nach Aufgabe die ideale Raumsituation selbst aussuchen oder schaffen können. Ein schallabsorbierendes Sitzelement kann genutzt werden, um schnell und unkompliziert Abstimmungen durchführen zu können.


Fakten

Projekt: Abbruch, Umbau und Neubau des Campus Schwarzwald, Webseite

Standort: Herzog-Eberhard-Straße 56, 72250 Freudenstadt

Bauherr: Kreissparkasse Freudenstadt, Stadt Freudenstadt

Fertigstellung: 2020

Architektur/Innenarchitektur: Buerohauser, Webseite des Büros

Fotos: Wisckow Fotodesign

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