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New Work in eigenen Räumlichkeiten in Köln

Büroplaner BOS

In seiner Kölner Niederlassung bietet Büroplaner BOS für die Mitarbeiter und interessierte Kunden einen „Coworking-Space light“. Eine reine Möbelausstellung ist dort nicht mehr zu finden.

Autor: Ulrich Texter

Dass Büro- und Objekteinrichter heute mehr verkaufen wollen als Tische, Stühle, Container oder Trennwände, sondern eine 360°-Betreuung bieten oder eine ganze Story erzählen möchten, gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen der Branche. Das gilt auch für den 1993 in Reichshof-Denklingen gegründeten Einrichter BOS.

2007 eröffnete das Unternehmen auf rund 300 m2 eine Niederlassung in Köln, die noch in der Tradition klassischer Showrooms stand. Die Story, die man dort erzählte, schien Mitte dieses Jahrzehnts auserzählt, wie BOS-Vertriebsleiter Patrick Mammel betont: „Der Punkt war, dass der Showroom überhaupt nicht mehr das abbildete, was wir bei BOS leisten.“ Es ging also nicht um Flächenvergrößerung, als man 2016 in den Kölner Yachthafen zog, sondern um Inhalte. Mit klarem Ziel: „Das Objekt ist nicht für Kunden gebaut, sondern für uns, um unsere Arbeitswelt abzubilden. Das können wir jetzt perfekt erzählen.“

Win-win-Situation

Dass es dazu kam, verdankt BOS auch dem langjährigen Partner Steelcase. Der Büromöbelhersteller und Experte für Arbeitsräume, der 2010 in den denkmalgeschützten Rheinhallen auf 600 m² einen Showroom eröffnete hatte, fand keine rechte Freude mehr an seiner Repräsentanz. „Steelcase kam dann mit der Vision, gemeinsame Sache zu machen“, sagt Mammel.

Erste Überlegungen, ein Coworking Center zu betreiben, ließen die beiden Partner fallen. Am Ende kam ein Modell heraus, das sich als eine Art Shareconomy zwischen Hersteller und Händler bezeichnen lässt. Die Niederlassung dient als Arbeitsplatz für die 13 Mitarbeiter des Büroplaner BOS, aber auch als „Dockingstation“ für das 30-köpfige Steelcase-Vertriebsteam, als „Location“ für Konferenzen und gemeinsame Events.

Die Räumlichkeiten in Köln zeigen, wie die Arbeit der Zukunft aussehen kann, auch hinsichtlich Kooperationen; was es heißt, keinen festen Arbeitsplatz mehr zu haben, was es bedeutet, sich in der Fläche zu bewegen.

„Möbel haben natürlich weiterhin eine Bedeutung“, sagt Susanne Engelke, federführende Planerin der Dependance von Büroplaner BOS in Köln, „schließlich leben wir davon, aber sie haben heute eine sekundäre Bedeutung“. Konsequenterweise wird man in der Domstadt vergeblich nach Produkten schauen, die wie an einer Perlenkette aufgereiht sind. Stattdessen soll man in der Kölner Niederlassung von Büroplaner BOS die Seele von Räumen spüren.

Heraus kamen unterschiedliche „Arbeitsatmosphären“, verloren gingen feste Arbeitsplätze und Telefone sowie der Empfang. Jeder Arbeitsplatz ist gleich konfiguriert, Stauraum für persönliche Dinge dafür Geschichte. Das multifunktionale „WorkCafe“ dient als Welcome-Bereich, als Ort für Präsentationen oder Pausen.

Sichtbare DNA

Eine Bibliothek, Konferenz- und Projekträume sowie eine Arena für Veranstaltungen stehen für unterschiedliche „Arbeitsatmosphären“. „Anfangs gab es für jeden Lieblingsorte“, erinnert sich Susanne Engelke, „aber relativ schnell hat sich gezeigt, dass sich die Abteilungen vermischen.“ Das Modell dient nicht nur als Selbsttest für die 13 Mitarbeiter, sondern bietet dem Einrichter eine Chance, New Work in seinen diversen Facetten zu präsentieren.

Dazu zählen auch Akustiklösungen. „Die zentrale Idee ist, neue Möglichkeiten des Arbeitens aufzuzeigen,“ sagt die Experting von Büroplaner BOS, „und dem Kunden einen Ausblick oder Anstoß zu geben. Es ist weit mehr als ein Verkaufsraum, es ist ein Gesamtkonzept. „Statt einen klassischen Showroom zu bieten, wollen die Kölner herausfinden, ob New Work funktioniert. Gleichzeitig vermeiden es die Verantwortlichen so, ihren Kunden Wasser zu predigen, aber selbst Wein zu trinken.

Die 650 m² große Arbeitsumgebung steht ebenso für die DNA der BOS-Gruppe wie die eher traditionellen Häuser. Kunden, die es klassisch mögen, sind in Wiehl oder Düsseldorf gut bedient. Reformwillige steuern Köln an. „Uns ist klar,“ sagt Mammel, „dass viele Kunden sagen werden, dass sie diese Art des Arbeitens in der Reinkultur, wie sie es hier erleben, nicht hundertprozentig umsetzen können. Aber sie übernehmen einzelne Komponenten.“

Mehr über den Büro-und Objekteinrichter BOS

Zum Interview mit Susanne Engelke und Patrick Mammel

Unternehmensprofil

Firmierung: BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
Adresse: Rudolf-Diesel-Str. 2, 51674 Wiehl-Bomig
Inhaber: Ralf Langhein
Geschäftsführung: Ralf Langhein
Gründungsjahr: 1993
Mitarbeiter: 61
Tochtergesellschaft: BOS Raum3 GmbH
Standorte: 3 (Wiehl, Düsseldorf, Köln)
Umsatz: rund 20 Mio. Euro
Besonderheiten: Quality-Office-Fachhändler, Steelcase Platinum-Partner 2018, silberne EcoVadis-Zertifizierung
Portfolio (Auszug): Acoustic Pearls, Brunner, Buzzi Space, FM, Klöber, Sedus, Steelcase, Tobias Grau, USM, Walter Knoll, Wilkhahn

https://www.md-mag.com/people/bueroplaner-bos/

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