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Heimtextil 2020

Das sind die fünf Heimtextil-Trends

Brexit, Trump und schwächelnde Wirtschaft: Obwohl es uns gut geht, herrscht ein Gefühl der Instabilität, doch auch der Neudefinition. Das beeinflusst Interiortrends: Fünf Thesen anlässlich der Heimtextil (7. – 20. Januar 2020).

Autorin: Johanna Neves Pimenta

Die Heimtextil-Trendschau gilt als zuverlässiger Kompass für die Interiorbranche: Namhafte Trendforscher wie das Stijlinstitut Amsterdam, Franklin Till aus London und die dänische Agentur Spott sind daran beteiligt. Nun lud die Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien erneut zur Preview.

Zur Eröffnung verortete Anja Bisgaard Gaede von Spott gesellschaftliche Grundströmungen, namentlich „Instabilität“ und „Neudefinition“. Und zeigte auf: Trotz der gewachsenen Unsicherheit herrscht heute ein größeres Potenzial zur Weiterentwicklung als je zuvor. So kleiden sich die Trends 2020 nicht in Trauerflor. Im Vergleich zum aktuellen Jahr sind sie sanfter und persönlicher, denn diese Zeit zwischen Instabilität und Neudefinition ist eine der Indiviuen. Titel: „Where I belong.“

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Eklektisch und unangepasst gibt sich der Trend ‚Maximum Glam‘
Foto: Messe Frankfurt GmbH / Jose Hevia, Image courtesy of Side Gallery

Trend 1: Maximum Glam

So mancher mag schon über die Teenagertochter den Kopf geschüttelt haben, wenn sie ihr Essen zehn Minuten lang fotografierte, anstatt es einfach zu genießen. Dabei ist genau sie der Pulsgeber für den Trend „Maximum Glam“. Auf Kanälen wie Instagram ist sie ihre eigene Marke; sie rebelliert gegen Konventionen, lebt für das Erlebnis, und ist technisch äußerst versiert. Und sie ist nicht allein: Eine ganze Generation drängt in diese Richtung.

  • Oberflächen: Extravagant vom kollagenartigen Jacquard über Kunstpelz zu Fransen
  • Farben: Blattgrün, Violett, Petrol
  • Kontrastfarben: Neonpink
  • Muster: Von der Popkultur inspiriert, laut und eklektisch
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‚Pure Spiritual‘ gibt sich wiederum Erdverbunden.
Foto: Foto: Messe Frankfurt GmbH / Raw Color for Heimtextil

Trend 2: Pure Spiritual

Keine Bewegung ohne Gegenstrom: Der zweite Trend für 2020 widmet sich all denen, die als Idealisten nach Reinheit, Gleichgewicht und Verbundenheit streben. Sie sind dem übernatürlichen, Spirituellen aufgeschlossen und legen Wert auf Natürlichkeit und Kreisläufe.

  • Oberflächen: Schwere Materialien, natürliche Fasern
  • Farben: Erdtöne
  • Kontrastfarben: Pistazie
  • Muster: /
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Die Peergroup des ‚Active Urban‘ Trends ist technisch affin und umweltbewusst.
Foto: Messe Frankfurt GmbH / Sanne Schuurman & Emma Wessel for Heimtextil, Photography Textiles by Ronald Smits, VR Visuals by Roel Deden

Trend 3: Active Urban

Einen Mittelwert aus Trend 1 und 2 bildet die dritte Gruppe. Sie ist technisch versiert und mit dem virtuellen Raum durchaus vertraut, nutzt im realen Leben jedoch moderne Technologien, um umweltbewusst zu leben. Rationalismus und Realismus gehen bei ihr Hand in Hand. Für diesen jungen, urbanen Verbraucher zeichnen sich erstrebenswerte Produkte durch Einfachheit, Erschwinglichkeit und verständliches Design aus.

  • Oberflächen: Von Sportswear inspirierte Neoprene und Netzstoffe, sowie dem Stadtbild entlehnte grob strukturierte Oberflächen
  • Farben: Schattierungen von Weiß bis Schwarz
  • Kontrastfarben: Uniformblau, Raupengelb und Signalrot
  • Muster: Terrazzo
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Kulturelles Erbe zu zelebrieren kennzeichnet diesen Trend – und findet sich in modernen Hospitality Projekten, etwa der von John Pawson inszenierten ‚The Chapel‘ Bar des Jaffa Hotels.
Foto: Messe Frankfurt GmbH / Amit Geron

Trend 4: Heritage Lux

Während sich die ersten drei Gruppen aus ihrem Konsumverhalten heraus definieren, spielen bei den letzten Beiden Trends für 2020 kulturelle Wurzeln eine tragende Rolle. „Heritage Lux“ gilt all jenen, die kulturelles Erbe schätzen und feiern – etwa, indem sie im Urlaub Boutiquehotels in historischen Gebäuden aufsuchen.

  • Oberflächen: Üppig, glänzend, seidig, beispielsweise in Form von Borkaten und Damasten
  • Farben: Blutrot, Saphir, Perlmutt
  • Kontrastfarben: /
  • Muster: Ornamente
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Im Trend ‚Multi Local‘ ist nicht länger der Westen geschmacksprägend. Insbesondere in Afrika und Asien sieht man Beispiele, wie ethnische Muster umarmt und neuinterpretiert werden.
Foto: Messe Frankfurth GmbH / Willyverse

Trend 5: Multi Local

Die Welt war nie so klein wie heute, jeder trägt sie mit dem Smartphone in der Hosentasche. Der fünfte Trend umarmt diese Offenheit – und positioniert sich. Indigene und zeitgenössische Designelemente verschmelzen; nicht länger ist der Westen Geschmacksführer. Asien und stärker noch Afrika machen vor, wie man sein Erbe mit Einfallsreichtum verbindet, sein Erscheinungsbild und seine Lebenswelt kuratiert.

  • Oberflächen: Stark strukturiert, oftmals in zwei Farben gewoben
  • Farben: Kürbis, Pfeffer, Honig
  • Kontrastfarben: Aqua, Navy, Pink
  • Muster: dominierend und von ethnischer Anmutug, in der Regel zeifarbig
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Das Heimtextil Trendpanel bei der Arbeit.
Foto: Messe Frankfurth GmbH / Pietro Sutera

Trend Space mit nachhaltigem Anspruch

Diese fünf Trends werden erneut im „Trend Space“ der Heimtextil zu sehen und zu befühlen sein. Dabei verfolgt das Stijlinsitut eine hehre Zielvorgabe: Als Statement gegen den Materialmüll, der auf einer solchen Messe entsteht, dürfen die Ausstellungsstücke entweder nicht neu sein, oder im Anschluss nicht entsorgt werden. Die „Future Materials Library“ von Franklin Till unterstreicht den Anspruch und wird anhand von 30 Exponaten vorstellen, wie Materialien nachhaltiger werden könnten: Vom Pilzmyzel über das Menschenhaar bis zum innovativen Upcyclingmaterial.

Es wird spannend sein, zu beobachten, wie attraktiv die Zielgruppe den nachhaltigen Anspruch findet. Der Trend Space, den Atelier Markgraph im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hatte, war nämlich für die Instagram-Generation ideal: Wer auf der Heimtextil war, hat ihn gepostet. Ob ein ethisches wertvolles Konzept den gleichen Buzz zu erzeugen vermag?

Weiterführende Links:

www.franklintill.com

www.stijlinstituut.nl

www.spottrends.dk

https://heimtextil.messefrankfurt.com/

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