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Bauhaus-Moderne in der DDR

Alltag formen!

Funktional, langlebig und optimiert für die industrielle Massenproduktion: Die Sonderausstellung ‚Alltag formen!‘ stellt Objekte der Alltagskultur der DDR sowie ihre Gestalter*innen vor, die in der Tradition und für die Weiterentwicklung der Gestaltungsprinzipien des Bauhauses und der modernen Formgestaltung stehen.

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 präsentiert das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR im brandenburgischen Eisenhüttenstadt bis zum 5. Januar 2020 die Sonderausstellung ‚Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR‘ zur Bauhaus-Rezeption in der DDR.

Die Ausstellung beleuchtet die Möbelgestaltung der bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts für innovative Produkte stehenden Deutschen Werkstätten Hellerau anhand von Arbeiten der Formgestalter Franz Ehrlich, Selman Selmanagić und Rudolf Horn.

Einflüsse moderner Entwürfe

In den Blick genommen werden zudem Einflüsse moderner und funktionaler Entwürfe wie die Wilhelm Wagenfelds auf Gefäßgestaltungen von Friedrich Bundtzen, Erich Müller, Margarete Jahny, Ilse Decho und Christa Petroff-Bohne.

Es wird sichtbar, wie die Gestaltungsprinzipien Funktionalität, Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit von Formgestaltern wie etwa Albert Krause auf neue Materialien wie Plaste übertragen wurden. Darüber hinaus zeigt sich in Designansätzen wie dem ‚offenen Prinzip‘, das Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph etwa am Beispiel des Mokick Simson S 50 demonstrierten, eine im Sinne der Flexibilität und Nutzerorientierung weiterentwickelte ‚lebendige Funktionalität‘.

Widersprüchlicher Umgang der DDR mit dem Bauhaus-Erbe

Zugleich zeigt die Ausstellung den widersprüchlichen kulturpolitischen Umgang der DDR mit dem Bauhaus Erbe: Auf frühe Ansätze zur Wiederbelebung folgen ‚Formalismus‘-Vorwürfe, Verfemung und eine Rückbesinnung auf vermeintlich nationale Gestaltungstraditionen.

Erst der industrielle Wohnungsbau ermöglicht eine vorsichtige Rehabilitierung der Bauhaus-Moderne. Verbunden mit der Wiedereröffnung des sanierten Bauhauses Dessau im Jahr 1976 wird die vormalige Hochschule für Gestaltung schließlich zum Bestandteil des offiziellen Kulturerbes der DDR.

Alltag formen! beleuchtet die langsame Annäherung an das Bauhaus-Erbe in der DDR, über erste Publikationen und Ausstellungen in den 1960er Jahren bis hin zu Präsentationen wie die 1988 in Kooperation mit dem Westberliner Bauhaus-Archiv in Dessau gezeigte Ausstellung ‚Experiment Bauhaus‘, die zum Gegenstand kulturpolitischer Selbstdarstellungen wurden.

Die Ausstellung ‚Alltag formen!‘ lädt im Rahmen des Bauhausjahres 2019 dazu ein, ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutscher Designgeschichte zu entdecken.

www.alltagskultur-ddr.de

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