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Interview mit Helmut Sattler, Geschäftsführer von Neudoerfler und Planmöbel

Strategie für die Zukunft

Um in einem Markt zu bestehen, der nicht wächst, muss man kreativ sein. Helmut Sattler, Geschäftsführer von Neudoerfler und Planmöbel, zeigt auf, wie er den österreichischen Büromöbelhersteller in die Zukunft lotsen will.

Das Interview führte Katharina Feuer

Mensch&Büro: Im März 2014 hat Neudoerfler den deutschen Büromöbel-Hersteller Planmöbel übernommen. War das eine gute Entscheidung?
Helmut Sattler: Auf jeden Fall. Mittlerweile ist die Implementierung abgeschlossen. Anfänglich hatten wir besonders mit einigen CAD-Daten Probleme, die wir zur Produktion in Neudörfl benötigten. Dadurch verloren wir den ein oder anderen Kunden. Doch mittlerweile sind neue Händler und Kunden wieder hinzugekommen. Nach diesen Startschwierigkeiten kann ich aber sagen, dass es eine extrem gute Entscheidung gewesen ist. Denn wir können mit Planmöbel, die ihren Schwerpunkt mit dem Slogan „Design als Lösung“ spiegeln, eine große Bandbreite an Office-Lösungen abdecken. Neben Design ist uns aber auch die Funktionalität sehr wichtig.
Wo sehen Sie gegenwärtig noch Vorteile für Neudoerfler?
Wir sind in Deutschland präsenter und haben mit Planmöbel eine starke Marke mit starken Händler im Portfolio. Zurzeit entwickeln wir ein großes Projekt mit Planmöbel in Berlin ab und haben erst kürzlich den Showroom in Minden bei Hannover eröffnet und neue Händler wie designfunction mit unserem Multi Space Programm „unit“ in Berlin gewinnen können. Der Aufwind mit neuen Produkten bei Planmöbel gibt uns die Möglichkeit, zusätzliche Fachhändler zu akquirieren. Neben Österreich, Ungarn und der Slowakei ist Deutschland ein wichtiger Markt für uns. Mit unserer innovativen Produktlinie „unit“ – entwickelt vom Berliner Designteam Kinzo – haben wir viel Erfolg.
Für den Erste Campus, dem neuen Headquarter der Erste Group Bank AG in Wien wurde „unit“ als Lead Product entwickelt. Dennoch haben Sie die Ausschreibung nicht gewonnen, sondern Vitra.
Ja, das ist richtig und das war eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Immerhin war der Erste Campus das größte realisierte Projekt des vergangenen Jahres in Österreich. Aber wir sind vom Multi-Space-Office „unit“ überzeugt und wissen, dass der Ansatz – das Büro als Stadt – polarisiert. In Deutschland verkauft sich „unit“ sehr gut. Es bietet Arbeitgebern die Flexibilität, die heutzutage mit wechselnder Mitarbeiterzahl und sich wandelnden Arbeitsprozessen, benötigt wird. Das System wird gerade weiter entwickelt. Mit neuen Materialien holen wir die Natur ins Büro.
Was haben Vanilleschoten als Oberflächenmaterial im Büro zu suchen?
Wir wollten eine natürliche Atmosphäre ins Büro holen. Zudem sind die Oberflächen aus Almheu, Zitronengras und Vanilleschoten dezent eingesetzt ein Blickfang und je nach Bauart akustisch wirksam.
In diesem Jahr feiert Neudoerfler sein 70-jähriges Bestehen. Mit welcher Strategie wollen Sie mit dem Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein?
Es ist klar, dass wir nicht allein durch die Positionierung am österreichischen Markt bestehen können. Der Kuchen wird eher kleiner und so müssen wir andere Wege finden. 2015 stieg unser Exportanteil auf über 19 Prozent. Diese Wachstumskurve soll tendenziell weiter steigen. Ein großer Hebel ist unsere Beratungskompetenz, Produkte die Bedarf wecken und das Verbessern der internen Prozesse. Als Komplettanbieter erhält man bei uns Beratung und Abwicklung aus einer Hand. Wir sehen einen absoluten Wettbewerbsvorteil darin. Alles wird über einen Projektleiter abgewickelt. Der Kunde hat nur einen Ansprechpartner. Weitere strategische Geschäftsfelder erschließen wir durch das Projekt „Lead Innovation“.
Die Langfassung des Interviews ist unter „Meldungen“ auf www.office-work.net zu finden.

Zur Person

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Mag. Helmut Sattler übernahm 2010 die Position als CEO des Büromöbelherstellers Neudoerfler Office Systems. Gemeinsam mit CFO Mag. (FH) Florian Saiko bildet der Wirtschaftsakademiker die Geschäftsführung der Traditionsunternehmen und verantwortet die Bereiche Vertrieb, Marketing, Einkauf und Entwicklung. Unter seiner Führung übernahm man 2014 den deutschen Büromöbelhersteller Planmöbel. 2016 setzte sich Neudoerfler erneut an die Spitze des heimischen Büromöbelmarkts. Nach seinem Studium an der WU Wien startete der gebürtige Klosterneuburger im Jahr 1985 seine berufliche Laufbahn bei Unilever als Brand Manager für Rexona, Mentadent C und Axe. 1990 wechselte er zur OMV, wo er nach Tätigkeiten im Marketing, Projektmanagement und Vertrieb u.a. für sieben Jahre das Schmierstoffgeschäft des Konzerns verantwortete. Ab 2004 leitete Sattler als Geschäftsführer und Vorstand der WIPARK Garagengesellschaft einen der größten heimischen Garagenanbieter mit mehr als 10 600 Stellflächen auf 30 Standorten.
Foto: Andreas Hafenscher


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