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Materialien für alle Sinne - md-Fachveranstaltung live aus Frankfurt

Review md-Fachveranstaltung »Material planen«
Materialien für alle Sinne

Gute Innenarchitektur entsteht aus vielen Faktoren – doch viele sind unsichtbar und somit nur den Fachleuten bekannt. In der md-Veranstaltung „MATERIAL planen: mit allen Sinnen“ am 30. September berichteten Experten über sichtbare und unsichtbare Aspekte gelungener Planung.

Autorin: Valeska Spätling

Die Veranstaltung fand als Hybrid-Event statt und wurde live aus dem Florim Showroom in Frankfurt gesendet. Rund 190 Interessierte verfolgten die md-Veranstaltung vor Ort und online. Johanna Neves Pimenta, Chef-Redakteurin der md, führte durchs Programm.

„Heute Abend geht es darum, dass wir hier mit Ihnen Ideen über den innovativen Umgang mit Materialien austauschen“, so Neves Pimenta. „Und vor allem: Dass wir unser aller Gespür auch für die unsichtbaren Eigenschaften von Materialien schärfen.“ Darum liege an diesem Abend ein ganz besonderes Augenmerk auf den Themen Nachhaltigkeit und Akustik. „Dinge also, die man nicht sieht!“

Johanna Neves Pimenta, Chefredakteurin der md, moderierte die Hybrid-Veranstaltung zum Thema Materialien
md-Chefredakteurin Johanna Neves Pimenta moderierte die Veranstaltung. Foto: Konradin Medien GmbH

Für alle Sinne bauen

  • Die unbegrenzte Materialvielfalt von heute ist Luxus, aber auch Herausforderung.
  • Gute Materialien zeichnen sich nicht nur durch eine schöne Optik aus, sondern sprechen alle Sinne an.
  • Kreislaufwirtschaft und Wohngesundheit sind DIE Zukunftsthemen.
Mehr über den Vortrag von Hannes Bäuerle (raumprobe) & Aufzeichnung »

„Wie keine andere Generation zuvor verfügen wir heute über eine nahezu unendliche Materialvielfalt“, so Hannes Bäuerle in seinem Impulsvortrag. Der Innenarchitekt leitet die raumprobe in Stuttgart, eine der führenden Online-Materialdatenbanken – inklusive physischer Ausstellung vor Ort.

Der Riesenfundus an Materialien sei zugleich Luxus wie auch Herausforderung. Denn: „Wie finde ich als Architekt oder Innenarchitekt mein Material?“ Inspiration bieten (in „normalen“ Zeiten) natürlich Messen – oder auch die raumprobe mit ihrer großen Materialdatenbank. Grundsätzlich empfiehlt Bäuerle, das Materialkonzept nicht erst zu einem späten Zeitpunkt im Entwurfsprozess zu erstellen, sondern bereits mit bzw. aus dem Material heraus zu planen. „Die Materialwahl ist ein komplexer Prozess“, gibt Bäuerle zu. Gleichzeitig gehöre die Fähigkeit, das „richtige“ Material zu finden, zu den wesentlichen Kernkompetenzen des Planers.

Material mit Tiefgang

„Und wenn Sie das richtige Material nicht finden, dann entwerfen Sie’s!“ Hannes Bäuerle plädiert dafür, dass Architekten und Innenarchitekten kreativer mit vorhandenen Materialien umgehen – oder sogar eigene Materialien entwickeln. Dazu stehen ihnen heute viele neue, spannende Verarbeitungstechnologien zur Verfügung.

Ein „gutes“ Material zeichnet sich laut Bäuerle nicht allein durch eine schöne Optik aus – es sollte vielmehr alle Sinnen ansprechen, auch haptische Qualitäten haben, für eine gute Raumakustik und (wohngesunde) Atmosphäre sorgen u.v.m.

A propos bloße Optik: Auch das Thema „echtes“ Material versus Imitation tauche in Diskussionen immer wieder auf, erzählt Bäuerle. Als Beispiel nennt er die Fliese mit Holz-Dekor, über die manche Gestalter die Nase rümpften. „Das ist aber zu kurz gegriffen“, so der Innenarchitekt. „Was macht ein Material denn zu einem ‚echten‘ Material?“ Das lasse sich eben nicht nur an der Optik festmachen. Wenn die Fliese in Holz-Optik eine „gute Materialität mit Tiefgang“ habe – warum sie dann nicht in Bereichen einsetzen, wo „echtes“ Holz nicht zum Einsatz kommen kann?

Kreislaufwirtschaft und Wohngesundheit

Und noch etwas gibt Bäuerle zu bedenken: Es gibt zwar eine schier unendliche Materialvielfalt – aber manche Materialien werden uns auch ausgehen. Als Beispiel nennt er den Marmor, der irgendwann vollständig abgebaut sein wird. Warum sollte es in diesem Fall nicht „erlaubt“ sein, ein Material mit Marmor-Anmutung zu kreieren?

Beim Thema Umgang mit Rohstoffen und Ressourcen wird Bäuerle grundsätzlich: „Wie wir Material konsumieren, das geht nicht.“ An der Kreislaufwirtschaft führt seiner Meinung nach kein Weg vorbei. „Wir müssen unsere Rohstoffe mehr wertschätzen.“ Und auch das Thema „Wohngesundheit“ wird seiner Meinung nach in Zukunft immer wichtiger. Im besten Fall sind Materialien nicht nur schadstofffrei, sondern tragen sogar zu einer besseren Gesundheit bei.

Hungrig nach Sinneseindrücken

Aufgrund der Corona-Pandemie seien die vergangenen anderthalb Jahre eine extrem reizarme Zeit gewesen, so Bäuerle. Menschen verbrachten sehr viel Zeit vor dem PC – und seien nun „hungrig“ nach Sinneseindrücken. Deshalb erinnert er nochmals daran: „Gute Räume werden für alle Sinne gebaut!“ Und im Hinblick auf die Frage, wo die Reise hingeht, sagt er: „Ich glaube, es steht uns eine schöne und spannende Zukunft bevor.“

Hier können Sie sich den Vortrag in ganzer Länge ansehen »

Hannes Bäuerle, Geschäftsführer von Raumprobe Stuttgart, bei seinem Impulsvortrag zum Thema Materialien
Hannes Bäuerle, Geschäftsführer von raumprobe, plädierte in seinem Impulsvortrag für Materialien, die alle Sinne ansprechen. Foto: Konradin Medien GmbH

Nachhaltigkeit als unsichtbare Materialeigenschaft

  • Wir müssen unseren Ressourcenverbrauch und unsere Emissionen JETZT drastisch reduzieren – Klimapolitik ist auch Wirtschaftspolitik.
  • Kreislaufwirtschaft ist „the next BIG think“ – dafür müssen sich allerdings alle am Bau Beteiligten miteinander vernetzen und gemeinsam Lösungen entwickeln.
  • Nachwachsende Naturbaustoffe sind Teil der Lösung – und das Material Myzel ist sogar eine biotechnologische Revolution.
Mehr über den Vortrag von Tina Kammer (InteriorPark.) & Aufzeichnung »

„Für welches Material sehen Sie keine Zukunft?“, wird Tina Kammer am Ende ihres Vortrags gefragt. Die Antwort der Architektin kommt prompt: „Beton.“

Tina Kammer leitet gemeinsam mit Andrea Herold die Plattform InteriorPark., die auf nachhaltige und kreislauffähige Innenraumgestaltung spezialisiert ist und Leistungen rund um nachhaltiges Bauen anbietet. Außerdem ist Tina Kammer „Nachhaltigkeitskolumnistin“ bei der md.

„Ein bisschen besser reicht nicht mehr“

Zu Beginn ihres Vortrags präsentiert die Architektin ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck: Laut Footprint-Rechner liegt dieser bei 9,08 Tonnen CO2 – immerhin vier Tonnen besser als der deutsche Durchschnitt. Würden jedoch alle Menschen auf dieser Welt auf diese Art leben, bräuchten wir 2,2 Erden. „Wir haben aber nur eine“, so Kammer. „Das zeigt: Selbst, wer sich bemüht, scheitert. Ein bisschen besser reicht nicht mehr.“

Düstere Prognosen

Die Zahlen, die Kammer mitbringt, zeichnen ein düsteres Bild: Beispielsweise veranschaulicht die CO2-Uhr des Mercator-Instituts, wieviel CO2 noch in die Atmosphäre abgegeben werden darf, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 zu begrenzen. Wenn wir nichts ändern, ist es am 29. Dezember 2027 soweit. Um das Ruder noch rechtzeitig herumzureißen, müssten wir bis Ende der nächsten Legislaturperiode unsere CO2-Emissionen um 50 Prozent reduzieren. Bis zum Renteneintritt der heute 53-Jährigen müssten es sogar 100 Prozent sein. „Ich sehe aber keine Anzeichen für eine wirklich nachhaltige Entwicklung“, so Kammer.

Deutschland kein Vorreiter

Aber tut Deutschland nicht schon sehr viel für den Klimaschutz? Leider nicht genug. Im internationalen Ranking liegt es auf Platz 19. Ganz vorne liegen Schweden, Großbritannien und Dänemark. „Klimapolitik ist auch Wirtschaftspolitik“, erklärt Kammer. Deshalb glaubt sie: „Wir werden diesen Ländern wirtschaftlich hinterherrennen, wenn wir nichts ändern.“ Besonders große Verantwortung sieht sie bei der Bauindustrie. Diese verbraucht weltweit 60 Prozent der Ressourcen und 35 Prozent der Energie; außerdem ist sie für 50 Prozent der weltweiten Abfallproduktion und 35 Prozent der Emissionen verantwortlich.

Kreislaufwirtschaft als Gemeinschaftsprojekt

„The next BIG thing“ sieht Kammer deshalb in der Kreislaufwirtschaft. Unsere bisherige Art des Konsumierens – „nehmen, verbrauchen, wegwerfen“ – ist nicht mehr zeitgemäß. Planer und Gestalter müssten dafür ihr Mindset ändern – und das, was sie über Gestaltungs- und Entwurfsprozesse gelernt haben, hinterfragen. „Wir müssen vom Ende her denken.“ Dabei reicht es aber nicht, wenn das der Einzelne im stillen Kämmerlein tut. Alle am Bau Beteiligten – ob Architekt, Innenarchitekt, Bauingenieur, Handwerker, Auftraggeber oder Produktdesigner – müssen sich laut Kammer zusammenschließen und gemeinsam Lösungen finden, unterstützt durch neue Akteure und Experten zum Thema Cradle-to-Cradle. Denn: „Keiner kann sich mit allem auskennen.“

Nachwachsende Rohstoffe nutzen

Außerdem plädiert Kammer für den Einsatz von nachwachsenden Naturbaustoffen wie beispielsweise Holz, Stroh, Flachs, Hanf oder Bambus. Diese haben viele Vorteile, sind unbegrenzt verfügbar, schonen endliche Ressourcen, speichern CO2, sind leichter zu gewinnen und zu transportieren, können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, sorgen somit für ein gutes Raumklima u.v.m. Während Holz Zeit braucht, um zu wachsen, gehören Hanf oder Bambus zu den schnell wachsenden Arten. „Und wer Rattan einsetzt, schützt sogar den Regenwald“, erklärt Kammer – denn Rattan wächst nicht in Monokulturen.

Faszinosum Myzel

Eine „biotechnologische Revolution“ sieht Kammer zudem im Myzel, dem wurzelähnlichen Gewebe von Pilzen. Das organische Material speichert CO2 und ist vollständig kompostierbar. Es kann vor Ort angebaut werden, was sowohl den Energie- als auch den Zeitaufwand für den Transport reduziert. Das eigentlich Faszinierende an Myzel ist aber, dass es in jede gewünschte Form „hineinwachsen“ kann, quasi wie ein biologischer 3D-Druck. „Dieses Material hat das Potenzial für einen echten Paradigmenwechsel“, so Tina Kammer.

Am Ende ihres Vortrags plädiert die Architektin für Zuversicht. Auch wenn vieles derzeit düster aussehe, gebe es doch auch vielversprechende Lösungen. „Und wenn wir vorlegen, haben wir auch wirtschaftlich etwas davon.“

Hier können Sie sich den Vortrag in ganzer Länge ansehen »

Tina Kammer, Architektin und Mitbetreiberin der Plattform InteriorPark., bei ihrem Vortag zu nachhaltigen Materialien
Tina Kammer, Architektin und Mitbetreiberin der Plattform InteriorPark., stellte in ihrem Vortrag besonders nachhaltige Lösungen vor. Foto: Konradin Medien GmbH

Keramik im Großformat

  • Feinsteinzeug von Florim ist „im Prinzip ein technisch produzierter Naturstein“.
  • Das Material ist in großformatigen Platten sowie mit diversen Dekoren erhältlich und eignet sich für den Einsatz vom Boden bis zur Fassade.
  • Herausragende Eigenschaft von Feinsteinzeug ist seine harte, fast porenfreie Oberfläche – dadurch ist das Material absolut schmutzabweisend, hygienisch und langlebig.
Mehr über den Vortrag von Alex Wachenfeld (Florim) & Aufzeichnung »

Nach dem Vortrag von Tina Kammer präsentiert sich der Gastgeber Florim. Alex Wachenfeld stellt als Objektberater die großformatigen Feinsteinzeugplatten des italienischen Herstellers vor. Das Material Feinsteinzeug besteht aus den natürlichen Rohstoffen Ton, Feldspat und Quarzsand und wird bei Temperaturen über 1.200 °C gebrannt. „Im Prinzip ist Feinsteinzeug ein technisch produzierter Naturstein“, erklärt Alex Wachenfeld.

Formate

Entwickelt wurde das Material Anfang der 1980er-Jahre – in der Anfangsphase nur als Bodenbelag für innen und außen in einem Fliesenformat von 30 x 30 cm. Doch mit den Jahren entwickelten sich die technischen Möglichkeiten immer weiter – und damit auch die Formate. Seit 2010 sind Feinsteinzeugplatten von Florim in Großformaten von bis zu 3,20 x 1,60 m erhältlich – bei einer Stärke von nur 6 mm und einer reduzierten Fugenbreite von nur 3 mm.

Einsatzmöglichkeiten

Damit änderten sich auch die Einsatzmöglichkeiten: Feinsteinzeugplatten kommen heute nicht mehr nur als Bodenbelag zum Einsatz, sondern häufig auch an der Wand. Zudem eignet sich Feinsteinzeug als Küchenarbeitsplatte, Tischplatte, Schrankfront oder auch für diverse Formteile wie Stufen, Sockel oder Fensterbänke. Sogar als Fassadenplatte für hinterlüftete Fassaden ist das Material neuerdings zugelassen.

Dekore

Auch die Dekor-Technologie machte über die Zeit große Fortschritte. Die Feinsteinzeugplatten sind heute in diversen Optiken wie Naturstein, Beton, Holz, Terrazzo, Terracotta u.v.m. erhältlich. Diese werden mit einem extrem hochauflösenden Digitaldruck auf die noch ungebrannte Oberfläche des Feinsteinzeugs aufgebracht und beim Brennvorgang vollständig in die Rohmasse eingebrannt.

Imitat versus Original

„Natürlich kann man diskutieren, ob das Sinn macht“, sagt Alex Wachenfeld zum Stichwort „Imitat versus Original“. Doch wenn der „echte“ Naturstein abgebaut ist (siehe oben) oder auf langen Transportwegen aus Asien, vielleicht sogar aus Steinbrüchen mit niedrigen Arbeits-, Sicherheits- und Umweltstandards herangeschifft wird – ist es da nicht nachhaltiger, auf Keramik mit Naturstein-Optik zurückzugreifen? Oder: Wenn sich Holz für bestimmte (Außen-)Bereiche aufgrund seiner Eigenschaften nicht eignet bzw. regelmäßig ausgetauscht werden müsste – ist es da etwa (gestalterisch) verwerflich, stattdessen das langlebige und robuste Material Feinsteinzeug in Holz-Optik einzusetzen?

Vorteil der harten Oberfläche

In diesem Zusammenhang kommt außerdem ein besonderer Vorteil von Florim-Feinsteinzeug zum Tragen: Durch die hohen Brenntemperaturen ist die Oberfläche extrem hart und das Material nahezu porenfrei. Die Wasseraufnahme liegt bei maximal 0,1 Prozent. Während Beton oder auch Marmor saugfähig sind und deshalb von fleckenden Substanzen irreversibel verschmutzt werden können, ist das bei Feinsteinzeug anders: Schmutz dringt nicht in das Material ein, es ist leicht zu reinigen und extrem hygienisch – und damit gleichzeitig äußerst langlebig.

Hier können Sie sich den Vortrag in ganzer Länge ansehen »

Axel Wachenfeld, Objektberater bei der Florim Group, bei einem Vortrag zu großformatigen Feinsteinzeugplatten
Axel Wachenfeld, Objektberater bei Florim, sprach in seinem Vortrag über großformatige Steinfeinzeugplatten. Foto: Konradin Medien GmbH

Natürlich gute Akustik

  • Holzwolle-Akustikplatten von Troldtekt sind in Dänemark weit verbreitet und kommen seit einigen Jahren auch in Deutschland zum Einsatz.
  • Die Platten verfügen über eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung in Silber.
  •  Die Holzwolle Akustikplatten sind in vielfältigen Farben und Oberflächenstrukturen erhältlich und zeichnen sich insbesondere durch hohe Ästhetik, Langlebigkeit und Wohngesundheit aus.
Mehr über den Vortrag von Daniel Hampel (Troldtekt) & Aufzeichnung »

Im letzten Vortrag des Abends stellt Daniel Hampel, Projektberater bei Troldtekt, die Holzwolle-Akustikplatten des dänischen Unternehmens vor. „Ist Akustik ein natürlicher Feind der Ästhetik?“, fragt Chefredakteurin und Moderatorin Johanna Neves Pimenta zum Einstieg. Nach dem Vortrag von Daniel Hampel lässt sich diese Frage uneingeschränkt mit „nein“ beantworten.

In Dänemark weit verbreitet

Das dänische Unternehmen Troldtekt fertigt seit 1935 Holzwolle-Akustikplatten. Diese kamen zunächst nur in Ställen zum Einsatz; heute sind sie in ganz Dänemark verbreitet und werden dort in Einfamilienhäusern, Kitas, Schulen, Sporthallen, Restaurants, Bürogebäuden oder auch Wellness-Bereichen verbaut. Seit 2015 hat Troldtekt auch einen Standort in Deutschland (Hamburg).

Cradle-to-Cradle-Zertifizierung

Die Frage nach der Nachhaltigkeit spielt bei Troldtekt seit vielen Jahren eine große Rolle. Bereits 2012 haben die Troldtekt-Akustikplatten eine erste Cradle-to-Cradle-Zertifizierung in Silber erhalten. Die Platten bestehen aus lokal und nachhaltig produziertem Fichtenholz sowie dänischem Portland-Zement aus umweltschonender Produktion. Da insbesondere Zement aufgrund seiner hohen CO2-Emissionen in der Kritik steht, hält das Unternehmen jedoch Ausschau nach alternativen Bindemitteln und forscht u.a. mit Geopolymeren. Derzeit werden Produktionsreste des Zements als Sekundär-Rohstoff an Portland zurückgeführt.

Oberflächen, Farben und Design

Die Holzwolle-Akustikplatten sind mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen von „extrem fein“ bis „grob“ sowie in den Standardfarben Natur, Weiß, Schwarz sowie in unterschiedlichen Grautönen erhältlich. Außerdem ist jegliche gewünschte Sonderfarbe möglich. Die Standardmaße der Akustikplatten liegen bei 60 x 60 cm bzw. 60 x 120 cm mit einer Stärke von 25 bis 35 mm. Sie lassen sich mit gängigen Holzverarbeitungswerkzeugen bearbeiten und beispielsweise in eine abgerundete Form bringen. Und auch eine prämierte Design-Linie gibt es: Dabei sind unterschiedliche Muster und Strukturen als gerade oder auch wellenförmige Nuten in die Holzwolle-Akustikplatten eingefräst. Insbesondere bei den Farben forscht Troldtekt derzeit nach neuen Rezepturen – denn vor allem beim Aspekt „Wohngesundheit“ strebt das Unternehmen eine C2C-Zertifizierung in Gold an.

Eigenschaften

Holzwolle-Akustikplatten von Troldtekt sind durch ihren Zementanteil extrem fest und durch das Holz gleichzeitig atmungsaktiv und diffusionsoffen. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und eignen sich daher sehr gut als Akustikdecke und Wandverkleidung auch in Feuchträumen. Was Bauherren aber am meisten überzeugen dürfte: Die Troldtekt-Platten haben erfahrungsgemäß eine Lebensdauer von mehr als 70 Jahren und sind wohngesund: Sie enthalten keine gesundheitsschädlichen oder allergenen Stoffe und wurden beim Dänischen Innenraumklima-Gütesiegel in die beste Kategorie eingestuft. Außerdem sorgen sie mit Schallabsorptionswerten von 0,35 bis 1, 0 für eine gute Raumakustik. Ein Akustik-Kalkulator ist online auf der Webseite des Unternehmens verfügbar.

Referenzen

Ebenfalls auf der Webseite von Troldtekt finden sich in der Rubrik „Inspiration“ zahlreiche Referenzobjekte, die sich nach Gebäudetyp, geografischer Lage, Plattentyp, Farbe, Struktur u.v.m. filtern lassen. Daniel Hampel präsentiert in seinem Vortrag einige dieser inspirierenden Referenzen – darunter auch Projekte aus Deutschland wie die neue Therme in Lindau von 4a Architekten oder die Alnatura-Zentrale in Darmstadt, die eine DGNB-Zertifizierung in Platin erhalten hat. So kann Daniel Hampel seinen Vortrag mit den Worten schließen: „Schön nachhaltig!“

Hier können Sie sich den Vortrag in ganzer Länge ansehen »

Daniel Hampel, Projektberater bei Troldtekt, bei einem Vortrag über Holzwolle-Akustikplatten
Daniel Hampel, Projektberater bei Troldtekt, präsentierte in seinem Vortrag C2C-zertifierte Holzwolle-Akustikplatten. Foto: Konradin Medien GmbH

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