Home » Projekte » Wohnbauten » Holzbauweise

Wohnhaus aus unbehandeltem Kiefernholz von Cristián Izquierdo

Holzbauweise

Konsequente Holzbauweise  bestimmt dieses Wohnhaus südlich von Santiago de Chile. Kiefer, etwas Glas für die Fenster und ein wenig Beton für den Boden, mehr brauchte der Architekt Cristián Izquierdo nicht für seine Planung.

Autor: Rolf Mauer

Die exzessive Verwendung vom hellem Kiefernholz zeichnet dieses Wohnhaus aus. Gebaut hat es der ortsansässige Architekt Cristián Izquierdo vom Architekturbüro Cristián Izquierdo Lehmanns in die Región del Libertador General Bernardo O’Higgins, rund 50 km südlich von Santiago de Chile gelegen.

Izquierdo hat dieses ungewöhnliche Haus in Holzbauweise um einen zentralen, quadratischen Raum herum entworfen, Über Ihm türmt sich eine dramatische, freitragende Gewölbedecke auf. Entstanden ist so der selbstverständliche Mittelpunkt des kompakten Hauses.

Christián Izquierdo, Holzbauweise
Das unbehandelte Kiefernholz lässt das Haus auf die Ferne mit dem sandigen Boden eins werden. Foto: Roland Halbe

Das nach der nahen Stadt Peumo benannte Haus namens El Peumo steht auf einem sandigen Plateau und ist umgeben von Pinien und Zypressen. Es besteht aus vier Flügeln, die in einer geometrischen Formation um das zentrale, quadratische Volumen angeordnet sind. Terrassen belegen die offenen Bereiche zwischen den einzelnen Flügeln. Einschließlich der Freiflächen misst das Gebäude 163 m².

Konstruktives Modul wiederholt sich

„Das Projekt ist als zentraler Raum konzipiert, der sich in vier symmetrischen Fronten nach und nach zur Landschaft öffnet und einem kontinuierlich wiederholten konstruktiven Modul folgt“, erläutert Cristián Izquierdo. Das Wohnhaus in Holzbauweise ist kein Ferienhaus für regionale Gutverdiener, sondern für eine Zimmermannsfamilie.

Die Bauherrenschaft bestand somit aus einem Team von Schreinern, die es nicht gewohnt waren, Pläne zu lesen, erläuterte der Architekt. Man kann sich die feurigen Diskussionen zwischen Planer und Handwerker lebhaft vorstellen. „Glücklicherweise“, führt Cristián Izquierdo aus, „haben wir am Ende von ihnen genauso viel gelernt, wie sie auch von uns gelernt haben.“

Der zentrale Raum umfasst die öffentlichen Funktionen – Kochen, Essen und Entspannen –, die alle unter einer imposanten Decke mit Oberlicht stattfinden. Der Raum, definiert durch Holzbauweise hat verschiebbare, gläserne Wände, die großflächig zu den Terrassen geöffnet werden können.

Christián Izquierdo, Holzbauweise
Freie Sicht in die Natur. Bei Bedarf können die Öffnungen geschlossen werden. Foto: Roland Halbe

Die Nutzer können so einen leichten Durchzug erzeugen oder kräftigen Wind aussperren, indem die windabgewandte Seite geöffnet wird. Generell sind alle Fensterflügel großflächig festverglast, mit deutlich kleineren benachbarten Öffnungsflügeln.

Jede Wand in der „öffentlichen“ Zone hat eine festgelegte Nutzung. Eine Wand beherbergt Regale für Bücher, während eine andere einfache Schränke enthält.

Die anderen beiden Wände nehmen einen Kamin auf sowie Küchenablagen und Geräte. In den Flügeln befinden sich die Schlafzimmer mit jeweils einem großen Fenster, das eine visuelle Verbindung zur Landschaft herstellt.

Ruhe und Privatheit

Die privaten Räume wurden so gestaltet, dass sie Ruhe und Privatheit garantieren. „Wenn die Schlafzimmer verschlossen sind, verschwinden sie zwischen den Wänden und scheinen vom restlichen Haus abgeschnitten“, erklärt der Architekt.

Das Haus in Holzbauweise ist aus laminierter Kiefer gebaut. Diese wurde  die unbehandelt gelassen, um die statischen Verbindungen, die das Projekt bestimmen, klarer erkennbar zu machen. Neben der unübersehbaren Menge an Holz bietet der Innenraum Betonböden und ein sehr schlichtes Dekor.

Christián Izquierdo, Holzbauweise
Es braucht nur wenige Möbel um die Architektur zu ergänzen. Foto: Roland Halbe

Holzbauweise mit klarer Struktur

Die Fassaden werden durch horizontale Traufen geschützt, die sich von einem facettierten, asymmetrischen Dach erstrecken. Auf Dachrinnen verzichtet der Architekt, das Regenwasser tropft in bekieste Rinnen am Boden.

Das aus Zink gefertigte Dach besteht aus dreieckigen Ebenen, die von den Kanten des Dachfensters bis zu den Ecken der Traufe verlaufen. Die Geometrie des Daches wird durch die gleiche Logik bestimmt, die auch im Inneren des Hauses verwendet wird.

„Die Form und Neigung ergibt sich aus einem 5:7-Verhältnis, das den zentralen Raum bestimmt sowie die Raumhöhen zwischen dem zentralen Raum und den angrenzenden Zimmern“, sagt Cristián Izquierdo. Mit einfachen Mitteln hat er für die Zimmermannsfamilie ein wunderschönes Holzhaus geplant.

Ein Interview mit dem Architekten lesen Sie unter:
info.md-mag.com/izquierdo


Fakten

Projekt: El Peumo Farm, V Region, Chile

Bauherr: Carlos Olivares

Bauaufgabe: Wohnhaus

Fertigstellung: Ende 2017

Geschosse: 1

Nutzfläche: ca. 138 m², 163 mit Terrassen

Grundstück: 15 000 m²

Materialien (Decke, Wand, Boden): Decke: Kiefer; Wände: Innenwände aus Gips, Außenbereiche aus Kiefernholz

Boden: Beton

Einrichtung/Sanitär/Leuchten/Hauskommunikation: Arauco-Holz, Teka-Küche, Hansgrohe Armaturen, American Standard WC, BP-Leuchten

www.cristianizquierdo.cl

Das Interview mit dem Architekten finden Sie hier

Anzeige

Top-Thema

Anzeige

Neueste Beiträge

Titelbild md 11
Ausgabe
11.2019 kaufen

EINZELHEFT

ABO


Architektur Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Architektur-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum arcguide Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des arcguide Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de