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Studio Komo gestaltet Besucherzentrum im Schloss Ludwigsburg

Besucherzentrum im Schloss Ludwigsburg von Studio Komo
Bitte wachküssen

Diese Schlossgeschichte begann nicht mit „Es war einmal“, sondern mit „Wir hätten gerne“: Das Stuttgarter Innenarchitekturbüro Studio Komo hat das Besucherzentrum des Schloss Ludwigsburg umgestaltet. Das Ergebnis: prächtig, blumig, herausragend.

Mit im Boot: der Denkmalschutz und ziemlich viele konkrete Vorgaben. Was fand das junge Studio Komo vor?

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Foto: Philip Kottlorz

Umgestaltung des Schloss-Shops

Fürstliche Prunkräume aus zwei Jahrhunderten, Baustile von Barock über Rokoko bis hin zum Klassizismus, das verkörpert das Residenzschloss Ludwigsburg und ist somit eines der wichtigsten im Original erhaltenen Schlösser in Europa.

Für die mehr als 300 000 Besucher sollte das Besucherzentrum ein attraktives, neues Erscheinungsbild erhalten. Ohne sich mit den unterschiedlichen Baustilen zu „streiten“.

Studio Komo gewannen 2018 den Ideenwettbewerb zur Umgestaltung der Museumskasse, des Schloss-Shops sowie des Informationszentrums von Schloss Ludwigsburg.

___________________aStudio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg____________
Der Ansatz der Planer war es, das Vorgefundene einzubinden und sich dessen anzunehmen. Foto: Philip Kottlorz

Studio Komo lässt Substanz unberührt

„Entstanden sind Räume, die dem historischen Bestand schmeicheln, ihn unterstreichen und sich dessen annehmen!“ so Moritz Köhler, Gründer von Studio Komo. Entgegen vorangegangener Ansätze früherer Umbauten wird dem Gewölbe nichts entgegengesetzt.

Der Ansatz der Planer war vielmehr, das Vorgefundene einzubinden und sich dessen anzunehmen. Es gibt keinen Streit der Jahrhundertstile.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Eingestellte Bögen prägen den Raum

Prägend für den Entwurf sind die in den Raum eingestellten Bögen. Diese nehmen mehrere Funktionen auf und erfüllen zudem die wesentliche Anforderungen moderner Raumtechnik. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dies erreicht wurde, ohne in die Struktur des historischen Gewölbes einzugreifen. Ein Ansatz der auch den Denkmalschützern gefällt.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Bögen sind Teil des Beleuchtungskonzepts

In erster Linie dienen die Bögen der Ausleuchtung des Raumes. Indirekte Beleuchtung wurde durch ein integriertes LED-Band erreicht, welches die Decke illuminiert und für eine Grundbeleuchtung sorgt. Nach unten sind Spots angebracht.

Dadurch ist punktuelles Ausleuchten möglich, was in zeitgemäßen Verkaufsräumen sehr wichtig ist. Die Bögen dienen zudem als Warenträger mit unterschiedlichen Optionen.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Austauschbare Funktionen

Ob Vitrine, magnetisches Whiteboard oder integrierter Bildschirm – alle Funktionen sind untereinander austauschbar und daher nach Belieben auf die Anforderungen anpassbar.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Präsentationstafel thront

In der Mitte des fast 24 Meter langen Kuppelraumes thront die Präsentationstafel. Sie ist das wesentliche Shop-Möbel des Museums-Shops. Hier findet der Besucher Mitbringsel, Bücher und Geschenkartikel.

Das Verkaufsmöbel wurde speziell für das Schloss entworfen, wie im übrigen alle Einbauten und Möbel. Die Planer von Studio Komo haben auch hier die baustilistische Historie des Schlosses integriert und der Tafel eine spielerische Leichtigkeit verliehen. Gleichzeitig trifft das Design unverkennbar den Zeitgeist moderner Innenarchitektur.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Weiß-, Gold- und Beigetöne

Die Materialien bestechen durch eine Auswahl sich zurücknehmender Weiß-, Gold- und Beigetöne. Somit unterstreicht die neue Schlosskasse auch das virtuelle Erscheinungsbild des Schlosses (www.schloss-ludwigsburg.de) und beide Anlaufstellen sprechen die gleiche Designsprache.

Die Corporate Identity wurde im Innenraum zudem aufgenommen durch die Integration von Grafiken, die in den eigens für das Schloss hergestellten Teppichen Verwendung fanden.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Maßanfertigung aller Möbel

Der Verkaufstresen der Schlosskasse ist eine spezielle Maßanfertigung. Als Arbeitsplatz galten bei dessen Gestaltung auch die Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie. Mittels einer integrierten Fußbodenheizung kann die Temperatur am Arbeitsplatz individuell eingestellt werden, was in dem etwa 150 m2 großen Raum sehr wichtig ist.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Verkaufstresen erhielt eine Virenschutzscheibe

Der Tresen erfüllt die Anforderungen für Rollstuhlfahrer und beinhaltet eine Garage für den Leihrollstuhl. Im laufenden Bauprozess wurde dem Verkaufstresen noch eine Virenschutzscheibe hinzugefügt.

Studio Komo, Besucherzentrum, Schloss Ludwigsburg
Foto: Philip Kottlorz

Infinity-Effekt

Eine Stirnseite des Kuppelraumes haben die Innenarchitekten mit einer vorgesetzten und verspiegelten Wandscheibe versehen. Somit entsteht für den Besucher ein „Infinity-Effekt“ und der Innenraum wird gefühlt verdoppelt. Reell vergrößert sich der Innenraum mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts.

Ab Herbst 2020 werden auch die Arbeiten im vis à vis gelegenen Informationszentrum beginnen. Hier wird es neben eines zweiten Verkaufstresens, eine Selfie-Wall sowie ein der Orientierung dienendes Schloss- und Geländemodell geben.


Fakten

Projekt: Umgestaltung der Museumskasse, des Schloss-Shops und des Informationszentrums von Schloss Ludwigsburg

Standort: Schlossstraße 30, 71634 Ludwigsburg

Fertigstellung: Frühjahr 2020 ff

Bauherr: Betreibergesellschaft SSG (Staatliche Burgen & Schlösser Baden-Württemberg) sowie das Land Baden-Württemberg

Innenarchitektur: Studio Komo – holistic-interior-affairs, Webseite des Büros

Zum Interview mit den Innenarchitekten

Fläche: 300 m2

Hersteller/Produkte: Maßgefertigte Einbauten von Studio Komo

Fotos: Philip Kottlorz

Studio Komo – René Rauls und Moritz Köhler

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