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Post Pandemic Office

LOQI Activity Office in Berlin von Studio Aisslinger
Post Pandemic Office

LOQI produziert nachhaltige, bunte Taschen. Das Berliner Studio Aisslinger schuf für das junge Unternehmen entsprechend lebendige Räume: das Post Pandemic Office.

Das Coronavirus hat die Arbeitswelt verändert. Nicht nur, dass wir nun verstärkt im Homeoffice arbeiten und Meetings und Kundentermine virtuell statt analog vor Ort stattfinden: Auch in der physischen Gestaltung von Büros hinterlässt die Pandemie Spuren. Am nördlichen Berliner S-Bahn-Ring hat das Studio Aisslinger die Europazentrale des Taschenlabels LOQI neu eingerichtet. Planung und Umbau fanden zwischen Januar und November 2020 statt – und damit mitten in der Corona-Zeit.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Arbeit fühlt sich nicht nach Arbeit an

„Neue Büros, die in der nahen Zukunft geplant werden, legen weniger Wert auf Gemeinschaftsarbeitsplätze. Dennoch brauchen wir neue Räume für Interaktion, Ideenfindung und Zusammenarbeit“, erklären Werner Aisslinger und Tina Bunyaprasit von Studio Aisslinger.

Will heißen: Die neue Arbeitswelt ist nicht mehr ganz so stark auf Spielplatz ausgerichtet wie in den letzten Jahren. Dennoch hat auch das klassische Großraumbüro mit starren Schreibtischreihen und tristen Farben ausgedient. Das Büro der Stunde schafft Zonen zum Rückzug – bettet sie jedoch in eine lockere, einladende Atmosphäre ein, in der sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlen soll.

Farbenfroh, international, nachhaltig

Mit der Neugestaltung der LOQI-Europazentrale in Berlin setzt Werner Aisslinger mit seinem Studio Aisslinger die lebendige Kreativ-DNA des global agierenden Jungunternehmens in einen markanten Markenauftritt um.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Dabei führt der Designer die beiden Arbeitsweisen New Work und Activity Based Work in einem luftigen Activity Office zusammen. Die Gestalter – Tina Bunyaprasit und Werner Aisslinger – behandelten den Workspace wie einen lebenden Organismus. Dieser passt sich dem Team an. Flexibel und autonom können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst entscheiden, wann und wie sie arbeiten.

Post Pandemic Office

Das Ergebnis ist ein Büroraum der anderen Art. Eine lebendige und inspirierende Arbeitslandschaft, die den grauen Schematismus standardisierter Arbeitsplatzeinheiten durchbricht: eine Arbeitsumgebung als ganzheitliches Erlebnis. Die Konzeption des Post Pandemic Office drängt die Frage im Jahr 2020 nach der besseren Arbeitsform rund um New Work und Activity Based Work in den Hintergrund.

Der beherzte Griff in den Farbtop dient keineswegs nur dazu, dem zwischen Isolation und Kommunikation changierenden Raumkonzept eine emphatische Wirkung zu verleihen.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Mikro-Architekturen

Farbe spielt eine wichtige Rolle in diesem Interieur. Etwas weiter in Richtung Eingang steht ein Tresen mit rosafarbenen Fliesen und roten Fugen, um den sich pinke Hocker aus der Serie Circle von Cairo reihen. Monochrom in grün oder blau gehaltene Work Capsules stehen frei im Raum. Die Mikro-Architekturen von Studio Aisslinger bilden einen Arbeitsplatz für eine Person mit gepolstertem Sitz und Schreibtisch. Wird eine aufgerollte Stoffbahn nach unten gelassen, schließt sich die Kapsel und tritt allein über ein halbkugelförmiges Plexiglasfenster mit der Umgebung in Kontakt.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Weniger Coworking-Bereiche

Dieses sozial distanziertere Büro mit seinen „Sechs-Fuß-Büro“-Arbeitsplätzen in geschlossener Bauweise, breiten Fluren und Türen, speziellen Trennwänden und berührungslosen Bedienelementen ist weniger eine neue Arbeitsphilosophie, das Post Pandemic Office ist vielmehr eine technisch getriebene Optimierung eines mit Hygiene-Touchpoints ausgestatteten Gebäudes mit berührungslosen Technologien und der Schaffung von Einbahnstraßen im Gebäude.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Räume für Interaktion

Auch im Post Pandemic Office sind Räume für Interaktion oder Ideenfindung und Zusammenarbeit gefragt. Das Team um LOQI bezeichnet sich selbst als fröhlichen, lebendigen Haufen, der aus verschiedenen Ecken der Welt zusammengekommen ist: Australien, Deutschland, Frankreich, Indien, Mongolei.

Diese Buntheit und Vielfalt spiegelt sich nicht nur in den verschiedenen Kulturen und Sprachen im Unternehmen, sondern auch in unterschiedlichen Meinungen und – weiter gedacht – in den neuen Räumlichkeiten, die diese Unterschiede unterstützen sollen, wider.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Recycling und Upcycling als Gestaltungsimpulse

Die 1000 m2 große Halle mit offener Deckenstruktur wurde umgebaut zu einem komplexen, sich ständig verändernden Konglomerat aus Arbeitsbereichen, Break-off-Einheiten und Arbeitskapseln. Die einzelnen Arbeitsplätze sind auf 1,5 Meter Abstand angelegt. Korridoren und Durchgängen wurde deutlich mehr Weite zugestanden.

Den Kreislauf einer nachhaltigen Produktion und Lebensweise sieht man weniger als dringende Notwendigkeit denn als Chance, Recycling und Upcycling nicht nur als Büroalltag, sondern als Gestaltungsimpulse.

Post Pandemic Office, Aisslinger
Foto: Nicoló Lanfranchi

Nachhaltigkeit als Chance

Auffällige Stoffvorhänge, transparente Faltwände, Materialien und Farben markieren den Übergang zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen. Flexibel und offen passt sich der Raum den jeweiligen Bedürfnissen des Teams an, schafft Raum für spielerische Kreativität.

„Architekturen und Räume müssen heute kompatibel sein mit den sozialen Medien und die Bedürfnisse einer Generation befriedigen, die ständig online ist“, erklärt Werner Aisslinger. Das Ergebnis ist ein beruflicher Perspektivwechsel. 

Post-Corona-Zeiten

„Designer und Architekten adaptieren die Blickpunkte von Kameramännern: Wie ist es möglich, Räume so in Szene zu setzen, dass interessante Bilder und Sets entstehen?“, gibt der Berliner Gestalter die Richtung vor. Es geht um Identität, um Erkennbarkeit. Doch nicht nur für soziale Medien. Büros müssen auch eine stärkere Attraktivität entfalten, um die Mitarbeiter in Corona- und Post-Corona-Zeiten wieder aus dem Homeoffice zu locken.

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Fakten

Projekt: LOQI Activity Office – Post Pandemic Office, www.loqi.eu

Standort: Sickingenstrasse 20–28, 10553 Berlin

Fertigstellung: November 2020

Innenarchitektur, Konzept, Story Telling: Tina Bunyaprasit und Werner Aisslinger von Studio Aisslinger, www.aisslinger.de

Fläche: 1000 m2

Materialien (Decke, Wand, Boden): Bodenbelag Estrich (Bestand); Putz/Wandbeschichtung Wandpanele als Akkustikwall aus Vertikalboards mit Stoffummantellung Kvadrat Hallingdal

Beleuchtung: HOBO von Wästberg; Aspen von B.Lux (Design Werner Aisslinger)

Möblierung: Stühle ‚Chairman‘ von Conmoto; Arbeitshocker ‚Circle‘ von Cairo; Tische custommade (Design Werner Aisslinger)

Fotos: Nicoló Lanfranchi

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