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Home Office

md-Cult-Serie – die 1990er
Home Office: Top ohne Anzug und Schlips

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md-Cover von 01/1996. Für die Ausstellung „Top Home Office“ zur Möbelmesse in Köln hat die md von einer Fachjury Stühle, Tische, Regale fürs Arbeiten zu Hause auswählen – und von Inflate dazu passend ein aufblasbares Titelmotiv erarbeiten lassen: TOP. Eine Reise durch die Designgeschichte.
Home Office: Nun wird nicht nur Luft in das ein oder andere Ding geblasen, auch in der ABA, der außerbetrieblichen Arbeitsstätte, tut sich was.

Die dämmrige Frühe erwacht. Die Lüfte sind frisch, die Miseren von gestern verblasst. Steht auf dem Tisch ein gutes Frühstück, beginnt der Weltenlauf „ab ovo“ – mit einem weichgekochten Ei. Selbst das Henne-Ei-Problem scheint gelöst, zumal das kleine Weltenei sicher in einem zweifarbigen „Egg Hoop“ ruht, als sei Ei und Tag und Welt ein schützender Rettungsring umgelegt worden.

Comeback der aufblasbaren Möbel

Im bunt gemischten Pluralismus der 1990er-Jahre schwebt der praktische Geist der Luftmatratze nicht länger nur über den Wassern. Aufblasbare Möbel und Wohnaccessoires erleben überraschend ein Comeback. Obstschale, Bilderahmen und Spiegel, fröhlich wird
ihnen Luft eingehaucht – und wieder herausgelassen. Werden sie nicht gebraucht, schrumpfen sie zu fast nichts – wie Michael Sodeaus aufblasbarer, für Inflate gestalteter Eierbecher.

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md-Cover von 01/1996. Für die Ausstellung Top Home Office zur Möbelmesse in Köln hat die md von einer Fachjury Stühle, Tische, Regale fürs Arbeiten zu Hause auswählen – und von Inflate dazu passend ein aufblasbares Titelmotiv erarbeiten lassen: TOP. Eine Reise durch die Designgeschichte.

Das Prinzip gefällt der md-Redaktion so gut, dass sie für das Titelblatt der Ausgabe 01/1996 von Inflate eigens die Buchstaben T, O und P herstellen lässt: in Grün ist das Cover einfach TOP!

Dank WWW Home Office

Was beim Frühstücken unbemerkt in der Luft liegt: Das World Wide Web beginnt, sämtliche Lebensbereiche zu durchdringen. Teilnehmer, Datenvolumen und Anzahl der Domains steigen sprunghaft an. Mit der Vernetzung von allen und allem wächst der Einfluss immaterieller Faktoren. Fortan regiert das nomadische Denken. Menschen und Möbel sollen noch beweglicher werden. Feste Orte zum Arbeiten? Braucht man das noch?

Überraschend ist, wie zögerlich das Thema Home Office von der Branche aufgegriffen wird. Für die Ausstellung Top Home Office zur Möbelmesse in Köln hat die md von einer Fachjury Stühle, Tische, Regale fürs Arbeiten zu Hause auswählen lassen. Praktisch, langlebig, ergonomisch, technisch und formal eigenständig sollen sie sein, kurz, besonders geeignet „zur Büronutzung innerhalb des privaten Wohnumfeldes“.

Arbeitsmöbel für privaten Wohnbereich

Und doch stellt Rudolf Schönewald fest: „In der Welt der Netzwerke sitzen wir Schreibtisch an Schreibtisch, auch wenn dazwischen ein Ozean liegt. Noch ist Telearbeit mit ABAs – außerbetrieblichen Arbeitsstätten – in Deutschland eine Rarität“.

Noch sind „dezentrale Arbeitsformen“ suspekt, „Arbeitsmöbel für den privaten Bereich, ausdrücklich als solche gestaltet und ausgeflaggt“, so „selten wie schwarze Trüffel“. Eine Revolution? Ja. Ein Zukunftsmarkt für „Möbel ohne Anzug und Schlips“? Ja. Und doch: „Ist diese Erkenntnis bei den Gestaltern und Produzenten schon angekommen? Es sieht nicht so aus.“

Zur md-Cult-Serie


Autor Thomas Wagner

war Feuilletonredakteur der FAZ, hat für Stylepark ein Onlinemagazin aufgebaut, lehrt als Honorarprofessor und ist Autor zahlreicher Texte über Kunst, Design und Architektur.

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