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Hansgrohe schreibt Badgeschichte und feiert sein 120-jähriges Jubiläum

Hansgrohe schreibt Badgeschichte und feiert sein 120-jähriges Jubiläum
Zukunft braucht Herkunft

Drei Eigenschaften sind es, die sich wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte ziehen und zum Erfolg der Hansgrohe Group beigetragen haben: die Leidenschaft für Wasser, nachhaltige Innovationkraft und das Streben nach Perfektion.

Die Geschichte des Armaturen- und Brausenspezialist beginnt mit der Gründung vor 120 Jahren. In Schiltach, inmitten einer innovativen Region des Schwarzwalds, begann der gelernte Tuchmacher aus dem brandenburgischen Luckenwalde, Hans Grohe, mit drei Mitarbeitern, Metalldrückwaren zu produzieren. Heute gilt Hansgrohe mit rund 4700 Beschäftigten als einer der weltweit führenden Armaturen- und Brausenhersteller. Das Unternehmen vertreibt unter den beiden Marken Axor und Hansgrohe hochwertige Produkte, die mehrheitlich in Deutschland, am Stammsitz in Schiltach sowie im nahe gelegenen Offenburg, hergestellt werden. Darüber hinaus bestehen ausländische Produktionskapazitäten in Frankreich, China und den USA. Weltweit betreibt der Sanitärspezialist 32 Gesellschaften und 22 Verkaufsbüros und liefert Armaturen und Brausen in über 146 Länder.

Hansgrohe schreibt Badgeschichte und feiert sein 120-jähriges Jubiläum
1937: Hans Grohe sen. mit seinem dritten Sohn Klaus Grohe auf dem Arm. Wie sein Vater prägt Klaus Grohe das Unternehmen Hansgrohe über Jahrzehnte mit großem Erfindergeist und Tatendrang. Foto: Hansgrohe SE Historisches Archiv

Den richtigen Riecher

Zweifelsohne war es ein mutiger Schritt, den Hans Grohe zwei Jahre nach seinem Umzug von Luckenwalde nach Schiltach unternahm. Er kehrte damals der Weberei den Rücken und entdeckte die Herstellung von Metallwaren wie Messingpfannen, Uhrenteile oder Ofenrohrrosetten für sich. Auch Blechbrausen gehörten von Beginn an zum Sortiment von Hans Grohes kleinem Betrieb. Der Tüftler hatte damit den richtigen Riecher: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam das private Hausbad in Mode und Hans Grohe spezialisierte sich bald ganz auf Metallwaren für den Sanitärbereich. In den folgenden Jahrzehnten widmete er sich der Weiterentwicklung seiner Brausen und avancierte schnell zum Brausenspezialisten in der deutschen Sanitärindustrie. Mit seinen Ideen prägte er die Unternehmensgeschichte von Hansgrohe und die künftige Duschkultur entscheidend mit. Seine Handbrause entwickelte sich ab 1928 zur komfortablen Alternative zur damals üblichen Kopfbrause. Seine Ideen blieben über viele Jahrzehnte stilbildend für die moderne Duschtechnik. Noch im Alter von 82 Jahren gelang dem Firmengründer ein Geniestreich: Er erfand die Duschstange, an der sich die Handbrause erstmals in jeder beliebigen Höhe fixieren lässt – heute Standard in Badezimmern überall auf der Welt.

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Klaus Grohe (li.), Sohn des Gründers, neben dem CEO Hans Jürgen Kalmbach. Foto: Hansgrohe SE

Entwicklung des Sanitärspezialisten

Neben Firmengründer Hans Grohe, der die Geschäfte 54 Jahre führte, hat vor allem sein jüngster Sohn Klaus die Entwicklung des Sanitärspezialisten maßgeblich geprägt. 1968 ins väterliche Unternehmen eingetreten, das er ab 1975 über 33 Jahre hinweg leitete, hat er Hansgrohe vom deutschen Ablaufspezialisten zu einem der weltweit führenden Armaturen- und Brausenhersteller fortentwickelt. Die Hansgrohe Group ist dabei nicht zu verwechseln mit Grohe: 1934 hatte Friedrich Grohe, zweitältester Sohn des Gründers Hans Grohe, Schiltach verlassen und zwei Jahre später im westfälischen Hemer eine Armaturenfabrik übernommen. Dieses Unternehmen ist heute als Grohe bekannt und wird als eine Marke der japanischen Lixil Corporation geführt.

Bei Hansgrohe in Schiltach übernahm Klaus Grohe 1977 die alleinige Geschäftsführung und führte noch im selben Jahr den Markennamen Hansgrohe ein. Er machte erstmals Umweltschutz und Nachhaltigkeit zum Thema in der Sanitärindustrie, trieb die Entwicklung von energie- und wassersparenden Produkten voran und achtete auf eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion. Mit der Einführung der Marke Axor im Jahr 1993 legte Klaus Grohe den Grundstein für die Entstehung ikonischer Objekte für luxuriöse Bäder und Küchen.

Hansgrohe schreibt Badgeschichte und feiert sein 120-jähriges Jubiläum
25 Jahre nach ihrer Entstehung präsentierte die Marke Axor 2018 ihre Jubiläums Kollektion Axor ‚MyEdition‘ – eine neue Dimension der Individualisierung. Foto: Axor / Hansgrohe SE

In Zusammenarbeit mit weltweit anerkannten Architekten und Designern entstehen seither Armaturen, Brausen und Accessoires in vielfältigen Stilrichtungen und mit höchsten Qualitätsstandards. Diese unverwechselbaren Designobjekte sind ein weiterer Ausdruck der Leidenschaft für Perfektion, die Klaus Grohe im Unternehmen verankerte. Sein Führungsstil war geprägt von seinem pragmatischen Zupacken und energischen Vorantreiben, aber auch durch Bodenständigkeit. Sein Credo als Perfektionist lautete: „Das Gute ist der Feind des Besseren.“

Vom Familienunternehmen zum globalen Konzern

Die beiden ältesten Söhne von Klaus Grohe setzten die Familientradition im operativen Geschäft fort. Richard Grohe war von 2008 bis 2016 stellvertretender Vorsitzende des Vorstands. Er baute die Marke Hansgrohe mit zahlreichen Innovationen zu einem weltbekannten Premiumlabel aus. Sein Bruder Philippe verantwortete von 2001 bis 2016 die Designmarke Axor. Er setzte dabei auf die Zusammenarbeit mit vielen namhaften Designern wie Philippe Starck, Antonio Citterio oder Patricia Urquiola und verhalf der Marke für exklusive Badkollektionen zum internationalen Durchbruch.

Die Brüder traten 2016 aus leitenden Funktionen zurück. Seitdem begleitet die Gründerfamilie das Unternehmen aus der Gesellschafterperspektive. Seit Mai 2018 ist Klaus Grohes Sohn Richard Mitglied im Aufsichtsrat der Hansgrohe Group, die als europäische Aktiengesellschaft geführt wird, aber nicht an der Börse notiert ist. Die beiden Hauptaktionäre sind der US-amerikanische Konzern Masco Corporation (68 Prozent der Anteile) und die Familie Grohe über die Syngroh Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH (32 Prozent der Anteile).

Strukturwandel vorantreiben

Seit dem 1. August 2018 führt Hans Jürgen Kalmbach das Unternehmen als Vorsitzender des Vorstandes. Der studierte Betriebswirt begann seine Karriere 1998 in der Hansgrohe Group. Seitdem hatte er mehrere nationale und internationale Führungspositionen inne, zuletzt verantwortete er als Vorstandsmitglied den internationalen Vertrieb. „Wir treiben den Strukturwandel über effiziente Prozesse, eine zielgerichtete Wachstumsstrategie und die Weiterentwicklung der Unternehmensphilosophie voran. Dabei profitieren wir heute wie früher von den Eigenschaften, die Hansgrohe seit 120 Jahren auszeichnen und stark gemacht haben“, so Hans Jürgen Kalmbach.

„Zum einen von einer gewachsenen und in allen Unternehmensbereichen gelebten qualitätsorientierten Innovationskultur; zum zweiten von einer konsequenten internationalen Marktbearbeitung, die im Kern bereits auf das Jahr 1907 mit Beginn des Exportgeschäfts durch Hans Grohe zurückgeht und uns zu einem Global Player gemacht hat. Und zum dritten von dem außerordentlich hohen Engagement und der großen Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auf die wir uns stets verlassen können. Auch als weltweit tätiger Konzern haben wir unsere Wurzeln als mittelständisches Familienunternehmen nie vergessen. Leidenschaft, Innovationen und das Streben nach Perfektion haben bei uns Tradition. Und so können wir in Zukunft weiterhin unsere Stärke auf den Grundbausteinen unseres Erfolgs ausbauen: kontinuierliche Innovation, richtungsweisendes Design, kompromisslose Qualität und gelebte Verantwortung.“

Der Mensch im Mittelpunkt

„Wie unser Firmengründer Hans Grohe und sein Sohn Klaus, geben wir uns auch heute nicht mit Gutem zufrieden, sondern streben nach noch besseren Lösungen. Ziel jeder Neuentwicklung ist es, den Kundennutzen zu erhöhen und damit einen echten Mehrwert zu schaffen. Innovation muss den Menschen das Leben einfacher oder bequemer machen.“ Beispiele für wegweisende Innovationen sind die Duschstange (1953), an der sich jede Handbrause in beliebiger Höhe fixieren lässt, die Tribel-Brause (1974), als erste Handbrause der Welt mit verstellbaren Strahlarten sowie die Select-Technologie (2011), mit der der Wasserfluss in Küche und Bad per einfachem Knopfdruck gesteuert werden kann.

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1968: Die Hansgrohe Selecta Handbrause wird ins Programm aufgenommen. Sie ist die weltweit erste Handbrause mit verstellbaren Strahlarten. Sie verkauft sich über 30 Millionen Mal und wird vielfach kopiert. Foto: Hansgrohe SE Historisches Archiv

Hohe Funktionalität von Produkten geht im Unternehmen schon frühzeitig Hand in Hand mit formschöner Gestaltung. Als Klaus Grohe ab den 1970er Jahren industriellen Designprofis wie Hartmut Esslinger (Frog Design), Phoenix Design und Philippe Starck Aufträge zur Produktentwicklung erteilt, wird Design zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Es ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der Markenprodukte aus dem Schwarzwald. Über 15 000 Schutzrechte und mehr als 600 Auszeichnungen unabhängiger Jurys in internationalen Designwettbewerben zeigen, dass Ingenieurskunst und Kreativität einen herausragenden Stellenwert haben. In Zusammenarbeit mit erfolgreichen Architekten und Produkt-Designern entstehen zeitlose Formen für Bad und Küche. So individuell und so unterschiedlich wie die Menschen selbst bringen die Produkte verschiedene Stile zum Ausdruck: von der lebendig funktionalen Wohnküche bis zu dem von der Natur inspirierten Ruhepol im Badezimmer. Es gilt das Qualitätsverständnis „Made by Hansgrohe“ für alle Produktionsstandorte.

Verantwortung für Natur, Mitarbeiter und Gesellschaft

Mit der Leidenschaft für Wasser geht einher, dass Hansgrohe von jeher Verantwortung übernimmt für den Umgang mit dieser Ressource und mit der Natur, für die Mitarbeiter und die Gesellschaft. So begann das Unternehmen als eines der ersten der Sanitärbranche sich mit der Wasser- und Energieeffizienz seiner Produkte zu befassen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung erarbeitet leidenschaftlich neue Technologien, die den Wasserverbrauch senken, wie beispielsweise EcoSmart, Air Power oder CoolStart. So können beim täglichen Gebrauch Wasser und Energie gespart werden, ohne dabei auf Design oder Bedienkomfort zu verzichten. Die AirPower Technologie beispielsweise verwirbelt Wasser mit Luft, macht Tropfen füllig-weich, steigert das Duschvergnügen und die Wassereffizienz. Immer orientiert an den Bedürfnissen seiner Kunden, entwickelt und optimiert Hansgrohe seine Produkte, um ihre Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, Ressourcenschonung sowie Sicherheit zu gewährleisten.

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Der Solarturm, ein autarkes Niedrigenergiehaus neben dem Werk wird 1994 in Betrieb genommen. Foto: Hansgrohe SE / Henn Drohnenflug

Bereits Ende der 1980er-Jahre führte es als eines der ersten Unternehmen in der Sanitärbranche ein Umweltmanagementsystem ein. 1992 setzte Klaus Grohe den Bau des damals größten dachintegrierten Solarkraftwerks in Europa auf dem neuen Fabrikgebäude in Offenburg um. Drei Jahre später verlieh der baden-württembergische Umweltminister dem Unternehmen den Umweltpreis des Landes für besondere Leistungen in Sachen Umweltschutz. Im gleichen Jahr wurde Hansgrohe als erstes Unternehmen in der Sanitärbranche nach Öko-Audit-Verordnung der EU zertifiziert. „Bei Hansgrohe sind der Schutz der Umwelt und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung feste Bestandteile der Unternehmenskultur“, bestätigt CEO Hans Jürgen Kalmbach. „Sie wird an all unseren Produktions-, Logistik- und Vertriebsstandorten weltweit gelebt. Wir betreiben ein Umweltkennzahlensystem und konzentrieren uns in diesem Jahrzehnt auf die Klimaverträglichkeit unserer Standorte und Produkte. Unser Ziel ist es, an all unseren Produktionsstätten weltweilt bis 2022 in Bezug auf direkte Emissionen und Energie beziehungsweise bis 2030 zusätzlich im Hinblick auf Produkte klimaneutral zu produzieren.“

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Der Hansgrohe Campus. Foto: Hansgrohe SE / braxart

Nachhaltigkeit bei Hansgrohe

Nachhaltigkeit heißt für Hansgrohe auch, sich der Verantwortung für soziale Belange zu stellen. Seinen Beschäftigten bietet das Unternehmen zahlreiche Initiativen zu Gesundheit, Arbeitssicherheit, Beschäftigungsfähigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichfalls können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem firmeninternen Campus fortlaufend weiterbilden und entwickeln. Auch außerhalb Hansgrohe setzt sich der Sanitärspezialist für faire, menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein und fordert diese bei seinen Partnern verbindlich ein. Darüber hinaus engagiert sich der Konzern gesellschaftlich mit breit gefächerten Projekten, bei denen das Lebenselixier Wasser im Mittelpunkt steht, wie aktuell bei dem Projekt „Clean Danube“ des schwimmenden Professors, Dr. Andeas Fath, oder der Wiederansiedlung von Lachsen im Schwarzwälder Fluss Kinzig.

Starkes Finish

„Zukunft braucht Herkunft, heißt es. Wir sind stolz auf unsere Wurzeln und unsere Unternehmensgeschichte und freuen uns darauf, diese mit der uns eigenen Leidenschaft, Flexibilität und unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fortzuschreiben“, bekräftigt der Hansgrohe CEO, Hans Jürgen Kalmbach.

Webseite des Unternehmens

Einen Beitrag über das fugenlose Bad finden Sie hier

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