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Lichtleitende Materialien

Neue Materialien
Lichtleitende Materialien

Innovative lichtleitende Materialien verbinden zeitgemäße Dämmanforderungen mit herausragender Ästhetik.

Autorin Christiane Sauer

Lichtleitende Materialien verteilen Licht durch massive Bauteile hindurch und können es von einer Oberfläche zur anderen transportieren. Hierzu dienen lichtleitende Fasern, die aus Glas oder Kunststoff hergestellt werden. Am Mantel der optischen Fasern tritt eine Totalreflexion der eingespeisten Lichtwellen auf, die dadurch nahezu verlustfrei weitergeleitet werden und am Ende der Faser wieder austreten.

Lichtleitender Beton ist ein Material, das auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren bereits Furore gemacht hat. Nur ein sehr geringer Prozentsatz von Glasfasern reicht hierbei aus, um den hoch festen Feinbeton bei Hinterleuchtung fast vollkommen transluzent erscheinen zu lassen. Fällt ein Schatten auf die Rückseite des Materials, so zeichnet sich dieser haarscharf an der Vorderseite ab; massive tragfähige Betonwände werden transparent wie Papier. Trotz seiner optischen Leichtigkeit weist der Beton sehr gute Materialfestigkeiten auf.

Anwendung für lichtleitende Materialien bisher beschränkt

Bislang waren die Anwendungen auf den dekorativen Innenausbau für Trennwände oder Möbelstücke beschränkt. Nun erweitert sich das Spektrum der technischen Möglichkeiten und eröffnet neue architektonische Anwendungsmöglichkeiten.

Für Fassaden lässt sich das Material beispielsweise auf Isolierverglasung auflaminieren.

Darüber hinaus wurde eine neue Materialvariante entwickelt, die mit integrierter Wärmedämmung weitere Möglichkeiten im Fassadenbau eröffnet. Die dämmenden Bausteine haben derzeit ein Standardformat von 250 x 80 Zentimetern, so dass geschosshohe Elemente möglich sind. Die Standardstärke der selbsttragenden ‚Luccotherm®‘-Elemente mit Kerndämmung liegt bei 15 cm und weist einen U-Wert von 0,18 W/m2K auf.

Zeitgemäße Dämmanforderungen

Die Lichtdurchlässigkeit wird durch den Wärmedämmkern nicht beeinträchtigt. Konstruktive Elemente im Inneren des Bauteils wie Rohre oder Stützen zeichnen sich nicht ab, wenn die Licht leitenden Fasern um sie herum geführt werden. Das innovative Material, das zeitgemäße Dämmanforderungen mit herausragender Ästhetik verbindet, wurde kürzlich mit dem Red Dot Design Award 2010 ausgezeichnet.

Werden die lichtleitenden Fasern in einem sehr engen orthogonalen Raster eingelegt, lassen sie sich wie ein gepixelter Bildschirm durch Rückprojektion bespielen. Mit diesem Prinzip können sich Betonoberflächen zu digitalen Leitsystemen oder Informationsflächen wandeln. Der ‚Dupont Lightstone‘ lässt gewöhnliche Betonoberflächen von Fassaden oder Gehsteigen bei Bedarf zu bespielbaren Bildschirmen werden.

Abstand der Rasterpunkte entscheidet über Schärfe

Die Display Elemente werden im Format 4:3 produziert und können als vorgehängtes System an einer Außenwand befestigt werden. Raumseitig werden Projektoren in der Wandschale befestigt, die über ein Spiegelsystem Bilder in die Lichtfasern einspeisen, die als Lichtpunkte an der Außenseite der Fassade sichtbar werden. Je nach Abstand der Rasterpunkte untereinander variiert die Schärfe und Erkennbarkeit des Motivs aus der Nähe bzw. aus der Distanz.

Schneidet man lichtleitende Materialien, in diesem Fall lichtleitenden Beton in hauchdünne Scheiben, wird das Material zu lichtdurchlässigem Betonfurnier, das auf transparente, hinterleuchtbare Untergründe im Innenausbau oder im Yacht- und Automobilbau auflaminiert werden kann. Das 0,5 – 0,8 mm dünne Betonfurnier ist auf eine Trägerfolie kaschiert und lässt sich dadurch sogar dreidimensional formen. Die Elementgrößen liegen bei bis zu 100 x 50 Zentimetern, lassen sich aber auf den individuellen Bedarf zuschneidern.

Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einem Material, das erst vor wenigen Jahren als Prototyp entwickelt wurde, inzwischen eine ganze Palette an marktfähigen Produkten entsteht, die mittlerweile eine neue Ästhetik und Funktionalität für Architektur und Design etablieren.

Kontakte:
Luccon Lichtbeton GmbH, 6833 Klaus (Vorarlberg)/A
Dupont Lightstone, 1663 Copenhagen/DK

Weitere Materialentwicklungen und -anwendungen finden Sie hier

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