Campus Germany – Expo 2020

Lernen im Wüstensand

Didaktisch geht es Deutschland bei der Expo Dubai 2020 an. Campus Germany lautet der Titel des Deutschen Pavillons zur Weltausstellung in Dubai. Die Architektur stammt von LAVA, das Ausstellungskonzept zum Thema Sustainability verantwortet die Agentur facts and fiction.

Autor Jörg Zimmermann

50 Millionen Euro für einen temporäreren Ausstellungsbau in der Wüste? Die KostenExpo seien gut angelegt, argumentiert Dietmar Schmitz, Generalkommissar des Deutschen Pavillons und Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Der Pavillon Campus Germany kommuniziert Nachhaltigkeit

Der Auftritt zur Expo 2020 in Dubai sei eine hervorragende Werbung für den Standort Deutschland und eine gute Gelegenheit, das „in Deutschland erfundene Thema Nachhaltigkeit“ erneut mit Deutschland zu verknüpfen und verstärkt zu kommunizieren.

Wie bereits 2010 in Shanghai liegt die Durchführung des Projektes bei der Koelnmesse. Die bauliche Ausführung übernimmt das Schweizer Unternehmen ADUNIC.

Ausstellungs- und Erlebnisräume aus Kuben

Auf rund 4 600 Quadratmetern entsteht ab Anfang 2020 an prominenter Stelle auf dem Expo-Gelände eine temporäre Architektur, die die Idee eines Campus in eine vertikale Anordnung von Kuben übersetzt.

Die Kuben dienen als Ausstellungs- und Erlebnisräume und sind auf mehreren Ebenen um ein Atrium gruppiert. Die Gebäudekörper werden im Sockelbereich und dem Dach durch ein „dynamisch wirkendes Linienfeld“ aus Stahlrohr eingefaßt.

„Wir verwenden bei der Konstruktion nur gerade Stangen, die nach dem Abbau für andere Zwecke weiter verwendet werden können“, erläutert Prof. Tobias Wallisser, der mit dem Architekturbüro LAVA für die Pavillon-Architektur verantwortlich zeichnet.

Bälle-Bad als elektronische Informationsträger

Die Ausstellungsmacher von facts and fiction haben sich eng an den Gepflogenheit eines Campus gehalten.

Nach der Immatrikulation startet das „Curriculum“ der Besucher in einem schwarz-rot-goldenen Bälle-Bad mit 150 000 Kugeln, die als elektronische Informationsträger dienen. Anschließend werden „Labs“ mit den Themen Energy, Future City und Biodiversity durchlaufen.

Plakative Botschaft: hoffnungsvoll oder naiv?

Die Tour der Besucher endet in der Graduation Hall. Wenn die Besucher dort auf den Schaukeln im Gleichtakt schwingen, fügen sich in einer Projektion die Einzelteile des Globus wieder zu einer vollständigen Erdkugel.

Soll man die plakativ vorgetragene Botschaft vom guten Ende nun als hoffnungsvoll bewerten oder sind solche Darstellungen heute nur reichlich naiv? Arg didaktisch ist das Ausstellungskonzept auf jeden Fall.

www.l-a-v-a.net

www.factsfiction.de

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