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We Want More

Hotelplanung von We Want More
Ibis wants more

We Want More hat mit dem Projekt Ibis Brussels Centre Châtelain das neue Plaza-Konzept der Hotelkette umgesetzt. Im Fokus des Interiordesigns des Antwerpener Designstudios: offen gestaltete Räume mit Bezug zur Umgebung.

Autorin: Claudia Simone Hoff

Das vierstöckige Gebäude in der Chaussée de Vleurgat 191 stammt aus dem Jahr 1991 und wirkt in seiner Kastenform von außen ziemlich unscheinbar. Schon bevor Ibis es übernommen hatte, war hier ein Hotel untergebracht.

We Want More holt die Leute rein

Letzten Sommer eröffnete das Ibis Brussels Centre Châtelain – mit einem überraschenden Interiordesign vom Antwerpener Designstudio We Want More, das im starken Kontrast zum abweisenden Äußeren des Gebäudes steht. Überraschend vor allem deshalb, weil die Gestaltung Bezug auf den Ort nimmt. Dahinter steckt ein neues Konzept der französischen Hotelgruppe, das sich Plaza nennt.

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Raumhohe Fenster bringen viel Licht ins Innere. Die halbkreisförmige Fensterfront wird gespiegelt in der ebenfalls gerundeten Sitzbank. We Want More bekam von Accor eine Carte Blanche für die Gestaltung des öffentlichen Bereichs. Foto: Bild Studio

Die Idee: Das Außen kommt nach Innen. Erstmals hat der Ort, an dem sich das Hotel befindet, eine Bedeutung für den Accor-Economy-Brand.

Floating Space für alle(s)

Was hinter dem Plaza-Konzept steckt, kann man in Brüssel sehen: In offen gestalteten Räumen verschwimmen Raumgrenzen, während sich die Funktionen im Laufe des Tages verändern.

Aus dem Frühstücksraum wird ein Restaurant, aus dem Wartebereich für das Check-in eine behagliche Lounge, während auf eine Rezeption ganz verzichtet wird.

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Restaurant und Bar sind im Erdgeschoss untergebracht und nehmen gestalterische Elemente des Art Nouveau auf. Foto: Bild Studio

Das Check-in erfolgt an digitalen Geräten und soll eine weniger statische Interaktion zwischen Mitarbeitern und Hotelgästen fördern. Außerdem wird so wertvoller Platz gespart: In Brüssel sind auf 205 Quadratmetern Fläche Entree, Restaurant, Lounge und Bar untergebracht.

Dass die kompakte Fläche größer und luftiger wirkt als sie eigentlich ist, hängt mit der Architektur und Innenarchitektur zusammen: Die raumhohen Fenster bringen viel Tageslicht ins Innere und schaffen ein Wechselspiel mit dem lauschigen Garten, der mit Outdoor-Möbeln und Pflanzen bestückt ist.

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Der begrünte Patio mit einen lauschigen Sitzplatz im Freien ist ein echter Luxus in der Stadt. Foto: Bild Studio

„Als wir den Garten gesehen haben, war uns klar, dass wir das Projekt unbedingt machen wollten“, sagt Ruud Belmans, Creative Director Spatial Design von We Want More.

Von außen nach innen

Im Zentrum des Floating Space steht ein Tresen mit multifunktionalen Eigenschaften: Hier werden Drinks serviert, hier kann man warten, bis das Check-in erledigt ist.

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Wie im Wohnzimmer: Der Sitzbereich neben dem Bartresen ist mit behaglichen Sofas und Sesseln so gestaltet, dass der Gast dort gern verweilt. Foto: Bild Studio

Das maßgefertigte Möbelelement mit einer Natursteinplatte wird überfangen von einem Lüster aus Neonröhren, der die abgerundete Form des Tresens nachzeichnet. Ebenso wie die Stühle stammen die Barhocker aus der Kollektion Pavilion des dänischen Labels &tradition. Sie kommen sehr leichtfüßig daher, ebenso wie die Sofas ‚Soave‘ vom italienischen Hersteller La Cividina.

Das gestalterische Konzept: Elemente des Art Déco abstrahiert ins Interior bringen und damit dem architektonischen Erbe der Stadt huldigen. Starke Farbkontraste von Rot, Weiß und Schwarz treffen auf geometrische Muster und haptische Elemente wie Vinyl, Textilien und Naturstein.

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Der rote schwere Vorhang von Mario Sirtori bringt ein theatralisches Element ins Interiordesign und birgt gleichzeitig ein haptisches Erlebnis. Foto: Bild Studio

Äußerst elegant wirkt der rote Vorhang, der gleichzeitig akustisches Element ist, und gepaart wird mit raumvergrößernden Spiegeln. „Wir wollten einen Raum entwerfen, der die Gäste willkommen heißt und eine warme Ausstrahlung hat“, sagt Belmans.

Zimmer im nüchternen, funktionalen Look

Im Vergleich zu den öffentlichen Bereichen des Hotels wirken die Zimmer in ihrer Schmucklosigkeit sehr nüchtern. Wahrscheinlich auch, weil es von Seiten Accors hier mehr gestalterische Vorgaben als in den öffentlichen Bereichen gibt, wie der Designer erzählt.

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Die Gästezimmer des Hotels sind mit einer schwarzen Metallrahmenkonstruktion ausgestattet, die Ablageflächen, Schreibtisch und Kleiderschrank umfasst und sich dem Raum flexibel anpasst. Foto: Bild Studio

Ein metallenes Rahmenkonzept mit eingehängten Regalböden, Schrankelementen und Schreibtischen steht im Fokus, das es auch in anderen Häusern von Ibis gibt. Es verleiht den Zimmern eine grafische, sehr architektonische Wirkung.

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Die Rahmenkonstruktion und die schwarze Lichtleiste sorgen dafür, dass das Zimmer sehr grafisch anmutet. Mittendrin: das bequeme Doppelbett. Foto: Bild Studio

Accor geht mit seinen Economy Brand Ibis neue Wege der Gestaltung, die in Zusammenhang mit einem Trend stehen, wie er in der internationalen Hotellerie gerade überall zu sehen ist und der in unabhängigen Boutiquehotels seinen Anfang nahm: Man möchte nicht nur Gäste anlocken, die im Hotel wohnen, sondern auch solche, die in der Nachbarschaft zuhause sind.

Und das funktioniert vor allem über Identifikation durch Gestaltung, die den Ort reflektiert und so individuell wie möglich ist.

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Fakten

Projekt: Ibis Brüssel Centre Châtelain

Standort: Chaussée de Vleurgat 191, 1050 Brüssel, Belgien

Bauaufgabe: Hotelumbau im Bestand

Fertigstellung/ Eröffnung: Juni 2019

Bauherr: Ibis Hotels/ Accor Group

Lichtplanung: We Want More, Antwerpen, Webseite des Designstudios

Architektur: Bestandsbau von 1991

Innenarchitektur: We Want More, Antwerpen

Gesamtfläche: 1627 m2

Anzahl der Zimmer: 62

Produkte (Hersteller): &tradition, La Cividina, Mario Sirtori, IVC, Grohe

Materialien: Fliesen (Wand, Boden), Vinyl (Boden), grüner Marmor (Bar)

Besonderheiten: Zimmer im Plaza-Konzept von Ibis, individuelle Planung der öffentlichen Bereiche

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