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KI im Bürogebäude – Sonderschau ‚Büro der Zukunft‘ auf der Paperworld 2020

Smarte Immobilien

Bürogebäude lernen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) selbstständig zu handeln. Die Paperworld wird entsprechende Konzepte vorstellen; Klaus Dederichs von Drees & Sommer veranschaulicht sie schon vorab mit Beispielen für smarte Immobilien aus seiner Berufspraxis.

Autor: Klaus Dederichs

Was zeichnet das Büro der Zukunft aus? Diese Frage stellt die Messe Paperworld vom 25. bis 28. Januar 2020 in Frankfurt am Main in den Mittelpunkt. Ein guter Anlass, um einen Überblick zu geben, was bei intelligenten Gebäuden dank digitaler Vernetzung bereits realisierbar ist, was sie auszeichnet und was es bei den neuen technischen Möglichkeiten zu beachten gilt.

Keiner im Raum? Licht aus. Mitarbeitertreffen in großer Runde? Lüftungsanlage hochfahren. Wo andernorts der Mensch mitdenken und Hand anlegen muss, agieren digitalisierte Bürogebäude im Idealfall selbstständig. Schließlich handelt es sich bei dem auf den Bedarf des Anwenders angepassten „Customized Smart Building“ um eine Immobilie mit Köpfchen.

Smarte Immobilien: Customized Smart Building

Über eine Art zentrales Gehirn lernt das Gebäude von seinen Nutzern und passt sich deren Bedürfnissen individuell an. KI verknüpft unter hohen IT-Sicherheitsstandards alle technischen Anlagen, Sensoren sowie Planungs-, Betriebs- und Nutzerdaten intelligent miteinander. Damit steuert das „Brain“ die Prozesse im Gebäude.

Das lässt sich beispielsweise im Stuttgarter DS Hub erleben. Spezialisten unseres Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmens Drees & Sommer erproben in einer ehemaligen Buchbinderei, ob und welche digitalen Techniken sinnvoll sind.

Die Künstliche Intelligenz erkennt etwa, dass zu diversen Tages- und Wochenzeiten unterschiedlich viele Personen im Gebäude anwesend sind, und reagiert entsprechend darauf. Mithilfe von Trackingsensoren stellt die KI fest, welche Räumlichkeiten ungenutzt sind und fährt den Energieverbrauch für das Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten selbstständig herunter. Das spart nicht nur Kosten, sondern ist auch umweltfreundlich.

Durch die täglichen Prozesse bildet sich das „Gehirn“ ständig weiter. Es lernt aus den Daten des Betriebs, der Beschäftigten und der Umwelt und formuliert daraus Verbesserungsvorschläge. Ein sinnvoll aufgebautes Tracking macht die zurückgelegten Wege von Personen in den Gebäuden transparent. Das verbessert Arbeitsabläufe und deren Effizienz. Mithilfe von Apps können die „Bewohner“ der klugen Immobilien auch das Raumklima, Zugangskontrollen, Paketstationen und vieles mehr selbst steuern.

Cyber Security

In diesen Gebäuden muss sich die digitale Ausstattung nach dem späteren Nutzer richten. Das kann die Gebäudesteuerung per App oder das Indoor-Navigationssystem betreffen.

Zu den Prozessen gehört auch, dass smarte Immobilien einen Reparaturbedarf selbst erkennen, den Service-Mitarbeiter informieren und ihn mit genau definierten Zugangskontrollen zur Anlage navigieren.

Sicherheit und Kompatibilität sind ein Muss. Daher gehört eine ausgiebige Testphase im Vorfeld der Inbetriebnahme aller smarten Technologien zu jedem Customized Smart Building. So nehmen etwa die Digitalisierungsexperten im Demozentrum des Clusters Smart Logistik auf dem Campus der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen nicht nur die Kompatibilität der Produkte für intelligente Gebäude unter die Lupe. Vielmehr betrachten sie auch den Aspekt der sogenannten Cyber Security – einem unerlässlichen Begleiter intelligenter Architektur.

Der Mensch als Vorbild

Im Fokus der mit KI ausgestatteten Bürobauten stehen die Mitarbeiterbedürfnisse. Ebenso ist der Mensch bei der digitalen Konzeption Vorbild: Während Sensoren Sinnesorganen nahekommen, entspricht die Kl-fähige Systemplattform dem Gehirn.

Die Sensoren können sogar Teil eines intelligenten Netzwerks sein, das ganze Stadtviertel umfasst. So sind etwa in den Smart Cities „Square Mannheim“ oder dem „Quartier Heidestraße“ in Berlin nicht nur die Prozesse innerhalb eines Gebäudes aufeinander abgestimmt, sondern auch die Energie- und Wasserversorgung, der öffentliche Personennahverkehr oder Freizeitangebote.

Bestandsbauten nachrüsten

Doch nicht nur Neubauten können das Denken lernen. Bisweilen lassen sich auch Bestandsbauten nachrüsten. Wir haben eine Strategie entwickelt, mit der man feststellen und bewerten kann, welche Immobilien sich dafür eignen, zu intelligenten Gebäuden entwickelt und umgerüstet werden zu können.

Zur Analyse des Digitalisierungsgrades des Objekts führen Spezialisten einen Digital Ready Pre-Check durch. Außerdem bewerten sie die Voraussetzungen für die Integration von Digitalisierungsbausteinen. Daran schließt sich eine Untersuchung hinsichtlich Konnektivität, Cyber Security und IT-Topologien an. Die erfassten Kriterien werden analysiert und Empfehlungen ausgesprochen, bevor es an die Kommissionierung und Supervision der Konstruktion geht. Aspekte wie Digitalisierungsbegleitung, Veränderungsmanagement und Digitalisierung runden das Projekt ab.

Flächennutzung optimieren

Am Ende dieses Prozesses ist die Immobilie intelligenter geworden. Die Nutzer, das Facility-, Property- und Asset-Management profitieren davon. Denn die KI hilft nicht nur dabei, Immobilien besser zu verstehen. Sie führt darüber hinaus zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen.

Als Grundlage für den Aufbau einer Immobilienplattform verspricht ein derart digitalisiertes Gebäude also langfristig höhere Renditen: Betreiber von Immobilien können Büro- oder Parkflächen, die abends nicht mehr genutzt werden, zusätzlich vermieten. Mieter, die Management Cockpits und damit Kennzahlen erhalten, können ihre Flächennutzung optimieren.

Die Vorteile der Anwendungen liegen auf der Hand. Sie äußern sich in Form von Schnelligkeit und Sicherheit sowie in einem effizienten und konstant hochwertigen Service. Nicht zuletzt geht es hier um Fragen der Nachhaltigkeit, des Umweltschutzes und des Klimawandels.

Building Information Modeling

Zum Tragen kommen Lösungen wie der Cradle-to-Cradle-Ansatz, den wir bei Drees & Sommer mit unserem Tochterunternehmen EPEA vorantreiben. Das Hamburger Umweltberatungsinstitut beschäftigt sich damit, wie sich neue, intelligente Bauweisen zukünftig leichter umsetzen lassen. Das gelingt mit Daten, die mit der digitalen Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) erfasst wurden. Es geht um die Büroarchitektur der Zukunft. Und die denkt mit.

Weitere Fachbeiträge finden Sie hier

Paperworld 2020

25. bis 28. Januar 2020

Frankfurt am Main

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