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Review md-Fachveranstaltung Nachhaltigkeit planen

Review md-Fachveranstaltung Nachhaltigkeit planen
Jetzt oder nie

Kein Tag vergeht ohne neue Klimawarnungen. Ohne Frage: Das Thema betrifft jeden – und immer mehr Architekturschaffende überprüfen ihr Handeln. Am 12. Mai gab md im Hospitalhof in Stuttgart Innenarchitekten und Architekten die Möglichkeit, sich über neue Möglichkeiten in der Baubranche zu informieren.

Endlich wieder die große Bühne, endlich wieder volles Haus: Nach zwei Jahren Coronadistanz lud die md gemeinsam mit Interface, Kaldewei, Sedus und Vank zum großen Fachaustausch. Zahlreiche Architekten, Innenarchitekten, Planer und Designer folgten dem Ruf, schließlich ging es um die Schicksalsaufgabe unserer Zeit – Nachhaltigkeit. Sie lauschten im Hospitalhof Stuttgart sowie in der Liveübertragung Referenten aus verschiedenen Bereichen der Baubranche.

Anders als bei reinen Digitalveranstaltungen lag ein Summen in der Luft, als der eigens aus Kopenhagen angereiste Keynote Speaker Søren Nielsen in den Raum rief: „We have to change our habits. We have to change the system before we change the climate!” Denn genau dafür waren die Teilnehmer gekommen. In den folgenden zwei Stunden erhielten Sie praxisorientiere Architekturimpulse, Recherchetipps und Inspirationen satt: siehe unten.

Die einhellige Stimmung beim anschließenden Get Together, natürlich begleitet mit Snacks aus regionalen und saisonalen Zutaten, lautete: Dieses Thema hat jede Aufmerksamkeit verdient – und die größte Bühne des Hospitalhof Stuttgart ist dafür gerade groß genug. Die md bleibt dran.


Referenten | Themen

Søren Nielsen. Foto: Nikolaus Gruenwald Photography

1. Keynote Nachhaltigkeit planen

Neue Sehgewohnheiten

Den Impulsvortrag hielt der dänische Architekt Søren Nielsen von Vandkunsten Architects und lehrte die Teilnehmer, die Schönheit im Imperfekten zu erkennen. Wer habe nicht schonmal im Urlaub windschiefe, von Salzluft angenagte Hütten fotografiert? Dabei seien genau solche Spuren unplanbar und von zeitloser Ästhetik.

Wenn sie gewertschätzt würden und authentische Baumaterialien zunehmend das Erscheinungsbild eines Gebäudes definierten, dann bewege sich die Branche in die richtige Richtung. Mit viel Leidenschaft und Überzeugungskraft hielt der Nachhaltigkeitsexperte ein Plädoyer für lokale Baustoffe, mehr Mut zum Bauen im Bestand und forderte Wehrhaftigkeit ein – in Bezug auf blasse, uninspirierte und vermeintlich funktionale Bauten.

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Christian Tschersich. Foto: Nikolaus Gruenwald Photography

2. Zirkuläres Bauen am Beispiel vom CAMPUS GERMANY auf der Expo 2020 Dubai
Referent: Christian Tschersich, Associate Partner, Architekturbüro LAVA für Sedus Stoll AG

Der Deutsche Pavillon im Rückbau

Viele Architekten beschäftigen sich mit dem Thema Kreislauffähiges Bauen, doch die wenigsten erleben es wirklich, dass ihr Werk wieder in Einzelteile zerlegt wird.  Christian Tschersich schon. Der Associate Partner des Architekturbüros LAVA trat für Sedus Stoll AG auf die Bühne. Er stellte den deutschen Pavillon auf der Expo 2020 in Dubai vor.

Das Team plante ihn energieeffizient, ressourcenschonend – und komplett rückbaubar. In einer Art vertikalen Campus boten sie Raum für Infotainment: So wurde der temporäre Bau zum Besuchermagnet. Auf der Bühne stellte sich Tschersich auch kritischen Fragen aus dem Publikum, etwa, wie nachhaltig ein temporärer Bau in Dubai überhaupt sein könne. Sein souveräner Konter: „Die Expo Dubai hat einen völlig anderen einzugsbereich als jede andere Expo zuvor, nämlich Indien und den gesamten MENA-Raum (Middle, East and North Africa). Viele Besucher haben hier zum ersten Mal etwas über das Thema Nachhaltigkeit gelernt. Diese Plattform hat an diesem Ort also einen großen Hebel , da sie eine riesige Gruppe Menschen einem Thema näherbringt, das sie davor nicht auf dem Schirm hatten.“

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Tina Kammer. Foto: Nikolaus Gruenwald Photography

3. Das Ende wird zum Anfang – wie schaffen wir die Transformation zu kreislaufgerechten Bauen?
Referentin: Prof. Tina Kammer, Dipl. Ing. Architekt­in, InteriorPark. für VANK Interior Objects

Wir sind Teil des Problems

Tina Kammer, als Referentin für den polnischen Hersteller Vank auf der Bühne, ist nach über 30 Jahren im Bereich Nachhaltigkeit und als Architekt­in mit dem Thema bestens vertraut. „Besser. Anders. Weniger “ ist das Credo, das sie ausruft. Es sei an der Zeit, dass jeder sich fragt: „Was brauchen wir denn wirklich?“ Das, was wir bräuchten, sollten wir anders produzieren.

Die Innenarchitektin lässt keinen Zweifel daran, dass es unbequem werden kann – und vermisst in der Debatte um nachhaltiges Bauen dennoch, dass viel zu wenig die Chancen und Möglichkeiten angesprochen würden. Die gelernte Tischlerin wünscht sich mehr positive Sichtweisen und den Fokus auf das, was wir gewinnen. Grüne Plätze, mehr Lebensqualität, weniger Müll, weniger Stress. Mit eigenen Projekten zeigt sie, wie es gehen könnte. 

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Ruth Prinzmeier. Foto: Nikolaus Gruenwald Photography

4. Innenraumgestaltung mit Kohlenstoff im Fokus
Referentin: Ruth Prinzmeier, Sustainability Manager DACH, Interface Deutschland GmbH

Kohlenstoff im Fokus

Seit kurzem ist Ruth Prinzmeier Sustainability Manager DACH bei Interface Deutschland GmbH und gab Einblick in die konkreten Schritte, die jeder Einzelne bei der Planung beherzigen kann. Sie unterteilte den Lebenszyklus eines Produkts in die Bereiche Herstellung/Produktion, Einrichtung/Montage, Nutzung und zuguterletzt Entsorgung. Dabei verwies sie auf das Paper of Thruth. Die Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration = EPD) umfasst in drei Kategorien 25 Kriterien, an denen man sich orientieren und sein Tun hinterfragen kann.

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Christian Büttner. Foto: Nikolaus Gruenwald Photography

5. Sustainability vs. planned obsolescence
Referent: Christian Büttner, Division Manager Innovation and Portfolio, Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

In Würde altern

Christian Büttner von Franz Kaldewei GmbH & Co. KG nahm die Zuhörer als letzter Redner mit auf eine Reise durch den Sanitärbereich. Der Division Manager Innovation and Portfolio kommunizierte seine Vorschläge auf den Punkt: Weniger Wasser, längere Nutzungszeiten, mehr Reparieren, nicht Wegwerfen. Zugleich sensibilisiert er für die Sanierungsmöglichkeiten wohlhabender Bauherren im Kontrast zu den Wohnverhältnissen des Bevölkerungsdurchschnitts.

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Fotos: Nikolaus Gruenwald Photography


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