Ausstellung Schloss Rosenstein

Baubionik

Die Ausstellung ‚Baubionik – Biologie beflügelt Architektur‘ im Naturkundemuseum Stuttgart – Schloss Rosenstein präsentiert spannende Beispiele und Visionen zum Zukunftsthema Baubionik.

Ist bionisch nachhaltig? Nicht per se. Das Potenzial ist da, aber jedes Projekt muss einzeln betrachtet werden. In der Ausstellung ‚Baubionik – Biologie beflügelt Architektur‘ im Naturkundemuseum Stuttgart – Schloss Rosenstein sind derer einige zu sehen. Sei es der Elytra Filament Pavillon, der im Sommer 2016 im Victoria and Albert Museum in London und im Frühjahr 2017 auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein aufgebaut worden war oder der Forstpavillon der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd – beides Projekte der Universität Stuttgart.

Aber mal von Anfang: Was ist eigentlich Bionik? Bionik ist die angewandte Wissenschaft, die technische Probleme nach dem Vorbild biologischer Funktionen zu lösen versucht. Baubionik ist demnach das – nachhaltige – Bauen nach dem Vorbild der Natur. In der Ausstellung lernt man, was bionische Architektur ist und dass diese Art der Architektur Grenzüberschreitungen impliziert.

Warum sollte man überhaupt auf die Natur schauen und sie zum Vorbild nehmen beim Bauen? Auch diese Frage wird beantwortet: Unsere Beziehung zur Natur müssen wir grundsätzlich überdenken, wenn wir die Lebensgrundlage künftiger Generationen nicht zerstören wollen. Bauen und Wohnen sind dabei ein zentrales Thema, da sie für einen erheblichen Teil des Ressourcenverbrauches und der Schadstoffemission verantwortlich sind. Die Analyse von biologischen Konstruktionen kann zu neuen technischen Lösungen führen.

Schon seit 2014 arbeiten 15 interdisziplinäre Teams aus Biologen, Mineralogen und Paläontologen mit Architekten und Ingenieuren zusammen, um ihre gewonnenen Erkenntnisse zu teilen und auf die Architektur und das Bauingenieurwesen zu übertragen.

Die Wissenschaftlerteams arbeiten an unterschiedlichen Themen und Problemen. Verrät uns der Stachel des Seeigels, wie man sparsamer mit Beton umgeht, in dem man ihn gezielt porös macht, ohne dass er an Stabilität einbüßt? „Der sparsame Umgang mit lokal verfügbaren Ressourcen ist eines der Grundprinzipien der Evolution. Tiere und Pflanzen passen sich dabei ständig an sich verändernde Bedingungen an. Am Ende ihres Lebens zerfallen sie wieder und werden von anderen Lebewesen im Sinne einer Kaskade genutzt. All dies sind auch zentrale Anforderungen an die Architektur von morgen. Es lohnt sich für Architekten und Ingenieure also, sich mit Konstruktionen der Natur zu beschäftigen“, so Prof. Jan Knippers. Prof. Knippers ist Leiter des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen an der Universität Stuttgart und Sprecher des Forschungsverbundes.

Auf 600 m² sind die bisherigen Ergebnisse dieser Arbeit zu sehen. Beispiele für spannende Ideen und Visionen, die entstehen, wenn Biologie und Architektur aufeinandertreffen. „Ausgestellt wird nicht ein ‚fertiger‘ Inhalt, sondern ausgestellt wird die Forschung selbst“, betont Dr. Anita Roth-Nebelsick, Kuratorin der Ausstellung und Wissenschaftlerin am Naturkundemuseum.

Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen.

Baubionik – Biologie beflügelt Architektur

Naturkundemuseum Stuttgart – Schloss Rosenstein

Bis 6. Mai 2018

www.naturkundemuseum-bw.de

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