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Rauchzeichen

Letter from Los Angeles: BBQ-Trailer
Rauchzeichen

Verkohltes Mesquite- oder Eichenholz verströmt einen unwiderstehlichen Duft. Alles geht in Rauch auf. Das nennt man BBQ.

Autor: Ingo Werk

English translation below

Die Urbevölkerung Amerikas nutzte Rauchzeichen zur schnellen visuellen Kommunikation über weite Strecken. Heute assoziiert man mit dem Duft von verkohltem Mesquite- oder Eichenholz eher kräftige Gewürze. Alles geht in Rauch auf. Das nennt man Barbecue. Oder, etwas weniger formell, BBQ.

Barbecues finden in der Regel im Freien statt. Fleisch wird über einem Holz- oder Holzkohlefeuer gegart und gilt als besonders köstlich, wenn damit eine soziale Veranstaltung verbunden ist. Zurück geht die BBQ-Tradition auf die Kolonialzeit. Ein solches Event wurde 1672 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und schließlich 1769 in Virginia von George Washington populär gemacht und die Entwicklung der BBQs hielt mit der des noch jungen Landes Schritt.

BBQ, Ingo Werk, BBQ-Trailer
Zu einem großen Barbecue gehören die Songs von Go Country, der Musik, die gewissermaßen fürs BBQ erfunden wurde. Die Leute bringen sich ihre Campingstühle einfach selbst mit. Foto: Ingo Werk

Noch heute lässt sich Texas in vier Zonen mit unterschiedlichen Zubereitungsmethoden einteilen: East-, Central-, South- und West-Texas-BBQ. Von Kalifornien bis Cajun Country gibt es eine Fülle weiterer BBQ-Varianten.

Beim Grillen geht es heiß und schnell zu, im Barbecue-Smoker hingegen wird das Fleisch bei indirekter Hitze und mit niederer Temperatur gegart. Das Ambiente ist rustikal, altmodisch und einfach, ganz im Gegensatz zu gestylten Designerküchen oder Profikochgeräten. Dabei sind unterschiedliche Saucen ebenso unerlässlich wie andere exotische Zutaten.

Schauen Sie sich mal einen selbst gebauten BBQ-Trailer an – ein tolles Beispiel für Form-follows-Function. Kein Profi-Designer kennt eine funktionellere und kostengünstigere Lösung.

BBQ, Ingo Werk, BBQ-Trailer
Taucht der BBQ-Trailer im Ort auf, strömt die ganze Nachbarschaft zusammen. Man quatscht, tanzt und bespricht die Weltlage. Ein echtes Barbecue verkörpert den American Way of Life. Foto: Ingo Werk

Mit so einem Trailer lässt sich an jeder beliebigen Stelle ein BBQ veranstalten. Er wird einfach an den Chevy Truck angehängt, und schon sind die Schweinerippchen auf Tour. Übrigens: Die Freuden des BBQ genießt man am besten mit Countrymusik.

Jung und Alt tummeln sich auf der Tanzfläche, eine Band spielt unter der größten amerikanischen Fahne, die man auftreiben kann. Wer nicht tanzt, sitzt entspannt auf einem Campingstuhl und lauscht den alten Hits von Dolly Parton und Johnny Cash. Ein Bierchen aus der Kühlbox und dem Genuss von gegrillten Hühnerschenkeln und Hamburgern steht nichts mehr im Wege.

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Ingo Werk

Der Autor ist Amerikanischer Industriedesigner. Aufgewachsen in Deutschland, vor über 40 Jahren zunächst nach Kolumbien und dann in die USA ausgewandert. Ingo Werk hat zahlreiche Produkte entworfen und hergestellt. Seit vielen Jahren berichtet er für md über Designentwicklungen aus den USA.


Smoke Signals

Today rich spices evoke some subtle hints of flavors found in charred mesquite or oak, and it’s all going up in smoke. This is called BBQ.

Native American Indians used smoke signals to quickly communicate visual messages over long distances. Today rich spices evoke some subtle hints of flavors found in charred mesquite or oak, and it’s all going up in smoke. This is called barbecue. Informally known as BBQ. Barbecuing is usually done outdoors by smoking meat over wood or charcoal, and especially delicious when tied to a social event. The origin of American BBQ dates back to colonial times. First mentioned in 1672, and then popularized by George Washington in Virginia in 1769. As the young country expanded, BBQ went with it. Texas alone can be divided into four general styles: East, Central, South, and West Texas BBQ. From California to Cajun Country, today there are plenty of BBQ variations in the United States.

While grilling is hot and fast, barbecuing is low and slow. In contrast to the sleek residential designer kitchen or the commercial stainless steel cooking outfits, the BBQ environment is rustic, old-fashioned and simple. Pits are designed to apply direct heat to the meat. Smokers use indirect heat to cook the meat. Add a wide range of BBQ sauces and other exotic ingredients, and the satisfaction of any culinary taste is guaranteed. Look at the simplicity of the home-grown BBQ trailer shown, such a fine example of form follows function. A professional designer couldn’t come up with a more functional and low-cost solution.

The purpose of this trailer is to barbecue wherever necessary. “Hook’em” up with your Chevy truck, and the ribs are on their way. Most importantly, BBQ delights taste best with Country music. There is plenty of dancing for young and old, a live band playing under the biggest American flag, and folks sitting in a camping chair listening to Dolly Parton and Johnny Cash tunes. Fill up the cooler with as many beer cans as can fit, and enjoy the barbecued chicken legs, Hot Dogs, and hamburgers. This is an All-American BBQ event, duplicated all over the country. Only the BBQ trailer is sending out smoke signals. Nowadays everybody in the neighborhood can see and smell the distinctive nuances of some hearty food in the air. Flock to the trailer and order something finger-licking good. To the tunes of Go Country, the music virtually invented for BBQ.

In America BBQ is a way of life, pretty much like a gourmet religion. Smoke has mystical properties and the power to transform the ordinary into the extraordinary.

Author Ingo Werk

An American industrial designer, who grew up in Germany and emigrated more than forty years ago to Colombia and later to the United States. He has designed and produced many products, and has for many years reported on developments in the US design scene for md magazine.

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