Home » News » Meinung »

Making of Printstool

Design Thorsten Franck für Wilkhahn
Making of Printstool

Ein Material, das zu 100 Prozent recycelbar ist, eine abfallfreie Produktion und eine Formensprache, die erst durch das Herstellungsverfahren des 3D-Drucks möglich wird – der Printstool ist zukunftsweisend.

“Ich hatte noch nie so viel Einfluss auf den Materialaufwand wie bei diesem Projekt”, schwärmt Designer Thorsten Franck über die präzise Materialanwendung beim 3D-Druck im FDM-Verfahren (Fused Deposition Modeling. Zu deutsch: Schmelzschichtung).
Der Printstool von Wilkhahn ist Ergebnis einer jahrelangen Experimentier- und Entwicklungsphase. Dabei wurden – und werden weiterhin – Software, Hardware und Materialeinsatz sowie -rezeptur für ein industrielles Produktionsverfahren optimiert. Denn obwohl der 3D-Druck gerade in aller Munde ist, steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen. Als weltweit erster Möbelhersteller präsentiert Wilkhahn auf der diesjährigen Orgatec einen beweglichen Hocker mit dreidimensionalen Strukturen, der in Zusammenarbeit mit dem Münchner Produktdesigner Thorsten Franck entwickelt wurde. “Durch die neue Verarbeitungstechnologie des Spiraldrucks ergab sich auch die Formensprache”, erklärt der gebürtige Hamburger und ergänzt: “Normalerweise arbeite ich weniger dekorativ, aber in diesem Fall dient die Origami-Philosophie – jede Faltung verfestigt die Wand des Hockers – als konstruktives Dekor. Egal ob Waffel, Welle, Würfel oder Sinus.” Mittlerweile entsteht in wenigen Stunden aus dem Basismaterial Lignin – ein nachwachsender Rohstoff, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist – der Korpus für den beweglichen Hocker. Bei einem Eigengewicht von gerade einmal einem Kilo (“1 Liter Milch”) ist der Printstool mit bis zu 100 Kilogramm belastbar.
“Ich nehme gerne die Muschel als Vorbild. Die Natur ist faul und versucht, mit möglichst wenig Energie maximalen Erfolg zu erreichen. So darf man das Zukunftspotenzial der Schmelzschichtung aus dem 3D-Druckverfahren sehen. Wenig Energie. Maximales Ergebnis. Eine kurzzeitige, punktuelle Erhitzung des Materials reicht aus, um die geschlossene Form zu drucken”, erklärt der gelernte Schreiner und Möbeldesigner das Verfahren. Zusätzliche Langzeittests prüfen weitere technische Eigenschaften des Materials.
Die abfallfreie Produktion, der Kunde als Codesigner sowie die Anwendung einer Schlüsseltechnologie – Hightech trifft Nachhaltigkeit – waren ausschlaggebende Gründe für Wilkhahn, in die Herstellungstechnologie zu investieren. Jetzt ist man auf das Interesse und den Dialog mit dem Fachpublikum auf der Orgatec gespannt. Sicherlich eine weitere Bewährungsprobe.
Autorin: Katharina Feuer
Weitere Making of finden Sie hier
Anzeige
Top-Thema
Anzeige

Neueste Beiträge
Titelbild md 6-7
Ausgabe
6-7.2020 kaufen

EINZELHEFT

ABO


Architektur Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Architektur-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum arcguide Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des arcguide Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de