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Kreative in Kontakt

Interview mit David Cleaves, Leiter des Münchener Studios von frog design
Kreative in Kontakt

Neue Technologien und veränderte Arbeitsweisen wirken sich auf das berufliche Miteinander aus. Bei vielen kreativen Prozessen setzt frog design allerdings weiterhin auf die gleichzeitige Anwesenheit der Teammitglieder.

Das Interview führte Gabriele Benitz.

Mensch&Büro: Arbeitsmodelle und deren Nachhaltigkeit sind eines Ihrer Fachgebiete. Wie werden sich diese in den kommenden Jahren ändern?
David Cleaves: Viele der Veränderungen können wir schon in den jüngeren Startups und an Arbeitsplätzen in Europa, den USA und in anderen Teilen der Welt beobachten. Flachere Hierarchien, flexiblere Arbeitsplätze und Zeitpläne, Konsumenten-IT am Arbeitsplatz, eine stärkere Überlagerung von Arbeit und Privatleben – das sind alles Tendenzen, die weiterhin die Zukunft bestimmen werden. Auf längere Sicht bin ich persönlich gespannt darauf, wie sich folgende drei Zukunftsszenarien auswirken werden: Wie wird das autonome Auto der Zukunft als mobiler Raum für Arbeit und Spiel funktionieren? Wie wird sich die Arbeitskraft weiterhin grenzüberschreitend globalisieren? Und da ich selbst auf die 40 zugehe, frage ich mich – und frog arbeitet daran: Wie passen sich alternde Belegschaften an neue Technologien, Arbeitsplätze und Unternehmenskulturen an und wie kann man sie unterstützen?
Was bedeutet das für Büroarbeitsplätze und Büroarbeitsbereiche?
Bei seiner Arbeit setzt sich frog viel mit dem Smart Home, also dem Internet der Dinge, und künftiger Mobilität auseinander. Da wir Lösungen und Strategien für die Vernetzung von Wohnung und Fahrzeugen entwickeln, sehen wir eine stärkere Vermischung von Zuhause, Transport und Büro; außerdem einen Bedarf an stärkerer gemeinsamer Raumnutzung für verschiedene Funktionen und Rollen. Die „sharing economy“ hat uns gezeigt, wie sich Autos und Wohnungen effizient nutzen lassen. Genauso müssen wir auch bei der Entwicklung von Arbeitsumgebungen stärker auf Konzepte des Teilens setzen. Die Idee, dass zu jeder Arbeitskraft, jedem Team oder jeder Funktion ein eigener Arbeitsplatz gehört, verliert zunehmend an Überzeugungskraft.
Viele Angestellte wählen für ihre Arbeit unterschiedliche Orte innerhalb und außerhalb der Unternehmensgebäude. Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?
Je nach Art der Arbeit können Fragen wie Datenschutz und Sicherheit von Unternehmensinformationen entscheidend sein. Und es gibt Arten von ortsgebundener Arbeit, die sich für die Erledigung von außen nicht eignen. Auch bestimmte Arten von kreativen Aufgaben werden am besten von Teams in enger Zusammenarbeit erfüllt. In vielen Fällen wird die beste und schnellste Arbeit von physisch gemeinsam anwesenden Teams geleistet. Abgesehen davon lassen sich viele Aufgaben auch effizient unterwegs oder aus der Ferne erledigen. Aber selbst in den Fällen, in denen ein Mitarbeiter überall tätig sein kann, sind drei Schlüsselprinzipien zu beachten: die Notwendigkeit, dass der Einzelne für seine Arbeit in hohem Grad verantwortlich und mittels Technologie sichtbar ist; klar definierte Verhaltens-regeln bezüglich Meetings und Zusammenarbeit; regelmäßige Rückmeldungen vom Team über den Fortgang der Arbeit sowie Korrekturen, wenn etwas schief läuft.
In welchen Fällen sollte man am selben Ort und zur gleichen Zeit zusammenarbeiten?
Allgemein gesagt: Wenn ein gemischtes Team von Entwicklern, Strategen und Technologen dabei ist, in schneller Folge neue Konzepte und Ideen zu entwickeln und darzustellen, dann arbeiten sie unserer Meinung nach am besten eng gemeinsam zusammen. Darum bezeichnen wir unsere frog-Büros in aller Welt als „Studios“ — nach dem Vorbild der Künstler und Handwerker von einst. Unsere jüngeren Fachleute lernen ständig von den Älteren – und umgekehrt. Das funktioniert gut, wenn wir zusammen an der gleichen Werkbank stehen.
Die Langfassung des Interviews ist unter „Meldungen“ auf www.office-work.net zu finden.
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