Urbane Regeneration im Osten Roms

City of Sun

Auf einem dreieckigen Grundstück im Osten Roms entstand nach dem Entwurf von Labics Architekten ein multifunktionales Gebäudeensemble, die City of Sun. Sie will sich mit den umliegenden Bestandsbauten funktional vermischen will. Es entstand Raum zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und öffentliche Plätze.

Rom. Eine jahrtausende alte Stadt. In den Randbezirken, wohin sich kaum ein Tourist verirrt, will die Stadtverwaltung mit Neubauten sukzessive die Stadtquartiere aufwerten und eine gute Durchmischung mit den bestehenden Häusern erreichen.

Ein Wettbewerb fiel 2007 zugunsten der Architekten Maria Claudia Clemente und Francesco Isidori vom römischen Architekturbüro Labics aus. Ihr Entwurf für das Areal nahe des modernisierten Bahnhofs Tiburtina im Osten der Stadt sah eine Mischnutzung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Parken, einer öffentlichen Bibliothek und öffentlichen Plätzen vor. Der neue Gebäudekomplex soll die Bürger des Arbeiterviertels nicht ausschließen, sondern im Gegenteil, der Neubau soll bestenfalls als Teil des Viertels angenommen werden.

Die vier Baukörper befinden sich auf einem dreieckigen Grundstück zwischen dem Bahnhof Tiburtina, dem Tiburtino Viertel, dem Verano Monumental Friedhof und der Piazzale delle Province. Die Architekten betonen, dass der Entwurf speziell auf die Fläche von 11 000 Quadratmetern zugeschnitten ist, und nirgendwo anders funktioneren könnte. Unterschiedliche Level, Durchgänge und Verbindungswege gehen auf die Topografie des Ortes ein.

Neben Läden im Erdgeschoss und Büros direkt darüber, entwickelten Labics Architekten Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse und Geldbörsen. Angefangen bei Stadtapartments mit Wohnflächen von 40 bis zu 120 Quadratmetern, entstanden zudem 8 Stadtvillen über zwei Ebenen mit bis zu 160 Quadratmetern. Je nach Ausrichtung verfügen die Apartements über unterschiedliche große Loggien.

Ein Bestandsbau bleibt bestehen und wird in in diesem Komplex eingebunden. Ein 1937 erbautes, jetzt noch rot gestrichenes Häuschen, das die Bürger als Wiedererkennungsmerkmal ihrer Nachbarschaft sehen – hier wird die Bibliothek untergebracht.

Während der Bodenarbeiten, die 2010 begannen, entdeckten Archäologen Funde aus der Zeit der Römer. Dazu gehören ein Kultraum, alte Mosaiken, Wasserleitungen und Straßenteile. Sie wurden beim Bau integiert als ‚hortus antiquario‘, für jedermann sichtbar und zugänglich.

Das ist wohl das zentrale Thema der City of Sun für die Architekten: Einen Ort zu schaffen, der nicht ausschließt, sondern zum Verweilen und zur Begegnung einlädt.


Fakten

Projekt: Città del Sole / City of Sun

Standort: Via della Lega Lombarda, Rom, Italien

Bauherr: Hines Italia SGR Spa (INPGI Hines Fund)

Bauaufgabe: Wohnungen (5 500 qm), Büros (4 200 qm), Läden (2 100 qm), öffentliche Bibliothek (1 700 qm) und Parkplätze (10 000 square qm)

Architekten: Labics (Maria Claudia Clemente, Francesco Isidori), www.labics.it

Design Team: Luigi Panetta (team leader), Paola Bettinsoli, Chiara Capriulo, Gaia Maria Lombardo, Michele Morganti, Giorgio Pasqualini, Filippo Pesce

Baukosten: 35 100 000 Euro

Fläche: 11 000 Quadratmeter

Fertigstellung: November 2016

Produkte und Materialien (eine Auswahl): Bänke im öffentlichen Raum von Escofet, www.escofet.com; Rubber Flooring von Artigo, www.artigo.com; Fenster für die Wohneinheiten von Metra, www.metra.it

Fotos: Marco Cappelletti www.marcocappelletti.com; Fernando Guerra | FG+SG fotografia de arquitectura www.ultimasreportagens.com

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