Street Art im Museum

Fassade als Leinwand

Von der Straße runter: Das erste deutsche Urban Art Museum in Berlin-Schöneberg entstand in einem ehemaligen Wohnhaus. Dabei dient eine modulare Wechselfassade Künstlern aus aller Welt als Leinwand.

Beim ersten deutschen Urban Art Museum in Berlin fängt die Kunst schon bei der Fassade an. Eine modulare Wechselfassade dient Künstlern aus aller Welt als Leinwand und wird in regelmäßigen Abständen neu gestaltet. Die Fassadenelemente können anschließend als Ausstellungsstück in die Sammlung des Museums aufgenommen werden.

Graft Architekten entwickelten das Konzept für den Umbau, in dem das Museum sich befindet. Das ehemalige Wohnhaus an der Kreuzung Bülow- und Zietenstraße in Berlin-Schöneberg hält 500 m² Ausstellungsfläche bereit.

Das Innere überrascht mit einer erstaunlichen Raumwahrnehmung. Fluchten von Räumen entwickeln sich in ihrer Höhe teilweise über zwei und drei Geschosse und erzeugen Weite und Größe. Kunst soll hier eine Symbiose mit der Architektur eingehen.

Die Straße der Stadt erweitert sich vermeintlich in den Innenraum des Museums. Eine Trasse, wie eine Art High Line, verbindet alle Ausstellungsräume miteinander und ermöglicht – gleichzeitig – das Erleben der Kunstwerke aus der Ferne und von ganz nah.

Das Urban Nation Museum enthält weiterhin eine Bibliothek und zwölf Wohnungen für das Residence Program für die Urban Nation Artists enthalten.

Urban Nation ist eine Initiative der Stiftung ‚Berliner Leben‘, die 2013 von der Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag gegründet wurde. Durch das Museum ist unter der Leitung der Museumsdirektorin Yasha Young eine Plattform für urbane Kunst von internationaler Strahlkraft entstanden. Die Kunstform der Urban Art findet hier ein Sprachrohr und wird gleichzeitig für Besucher und Bewohner des Quartiers zugänglich gemacht.

www.urban-nation.com

Weitere Projekte finden Sie hier


Fakten

Projekt: Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art

Standort:

Bülowstraße 7, 10783 Berlin

Bauherr:

Stiftung Berliner Leben

Fertigstellung: 2017

Architekten:

GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH, www.graftlab.com

Fläche: 500 m²

Beleuchtungsplanung: Zumtobel, www.zumtobel.com

Hersteller: Waschtisch: Kanera, www.kanera.de; Armaturen: Grohe, www.grohe.de; Licht: Zumtobel, www.zumtobel.com; Klinken: Hoppe, www.hoppe.com; Fassade: Eternit GmbH, www.eternit.de; Aufzug: Schindler, www.schindler.com

Fotos: Tobias Hein