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Marco Glashagen

An der Schnittstelle zwischen Kunst und Innenarchitektur
Marco Glashagen

Der studierte Maler begann als Designer von Möbeln. Heute bewegt sich Marco Glashagen an der Schnittstelle von Kunst und Innenarchitektur. Seine Räume wirken stark reduziert, minimalistisch, funktional.

Autorin Katharina Feuer

Der Innenarchitekt Marco Glashagen passt in keine Schublade. Schnell ergibt sich im Gespräch mit dem Düsseldorfer der Eindruck, dass er immer nur das gemacht hat, was ihm Freude bereitet hat, egal, ob das nun die Tätigkeit als Maler, Möbeldesigner, Gestalter oder Innenarchitekt gewesen ist.

Bereits während seines Studiums der Malerei in Nürnberg und Düsseldorf besaß er in dem von ihm gestalteten Fotoatelier eines Freundes eine Werkstatt, in der er seine Möbelentwürfe selbst fertigte.

Folglich bewegte sich Marco Glashagen schon früh an der Schnittstelle von Kunst, Innenarchitektur und Architektur. Entsprechend konzeptionelle, künstlerische Schwerpunkte hatten auch die Büros, mit denen er zusammenarbeitete.

Marco Glashagen
Neugestaltung der Arbeitsräume des Fotografen Andreas Gursky: Maßgeschneiderte Einbauten optimieren die Raumnutzung. Foto: Ivo Faber

Marco Glashagen erhält Zulassung über Architektenkammer

Seine Zulassung zum Innenarchitekten erhielt Marco Glashagen über ein Gutachterverfahren bei der Architektenkammer NRW. Wo erkennt man in seinen Raumgestaltungen heute noch den Maler? Die Malerei im Entwurf?

„Vielleicht am ehesten in der Konzentration des Entwurfs? Mit meiner innenräumlichen Gestaltung versuche ich eine dezidierte Aussage zu erreichen. Darum geht es auch in der Malerei – etwas durch prozesshaftes Entwickeln auf den Punkt zu bringen.“

Marco Glashagen ist kein verspielter Typ. Seine Innenarchitektur steht für einen elegant-minimalistischen und reduzierten Stil. Mit seiner Innenraumgestaltung schafft er für seine Bauherren eine Plattform, auf der sich diese individuell entfalten können.

Marco Glashagen
Die Neugestaltung des Bürobereichs des Fotografen Andreas Gursky erhielt maßgeschneiderte, funktionale Einbauten. Foto: Ivo Faber

Der Raum als Plattform

Insofern definiert er den Raum über Materialien, Licht und maßgeschneiderte Einbauten. Möbel sucht er im Normalfall nicht aus.

„Ich nehme mich da zurück. Möbel sind etwas hoch Individuelles. Natürlich kann ich auf Wunsch Vorschläge machen, aber für mich steht die Gestaltung des Raums als Plattform im Vordergrund“, beschreibt der Innenarchitekt sein Arbeitsverständnis.

Der neuerliche Umbau des Ateliers von Andreas Gursky ist nicht der erste Auftrag, den er für den Fotokünstler realisiert hat. Marco Glashagen kennt Gursky noch aus dem Akademieumfeld, noch vor seinen großen Erfolgen.

Marco Glashagen
Zwei nachträglich eingebaute Lichtfelder (links im Bild) ersetzen jetzt die Blechfelder der historischen Fassade und sorgen für ausreichend Tageslicht. Foto: Ivo Faber

„Das Büro Herzog & de Meuron hatte in den 2000er-Jahren den denkmalgeschützten Industriebau, in dem sich das Atelier befindet in Absprache mit der Denkmalbehörde umgebaut.“

Massgeschneiderte Möbel

Die Neugestaltung des Bürobereichs in dem Ensemble erhielt maßgeschneiderte, funktionale Einbauten. Zwei nachträglich eingebaute Lichtfelder ersetzen jetzt die Blechfelder der historischen Fassade und sorgen für ausreichend Tageslicht.

Marco Glashagen wirkt ruhig und wählt seine Worte mit Bedacht. Man kann sich gut vorstellen, dass er in der Zusammenarbeit mit privaten Bauherren den Drahtseilakt beherrscht, seine eigenen Ideen umzusetzen, ohne die Wünsche seiner Auftraggeber außer Acht zu lassen.

Der 63-Jährige gründete 2007 sein Ein-Mann-Büro. Mit Abstand am wichtigsten ist ihm die inhaltliche Auseinandersetzung mit seiner Frau, die selbst Künstlerin ist: „Ihre konstruktive Kritik hilft mir, zu einem guten Ergebnis zu finden. Sie ist da sehr direkt.“

Marco Glashagen
Marco Glashagen definiert den Raum über Materialien, Licht und maßgeschneiderte Einbauten. Foto: Ivo Faber

„Ich möchte eine formale Schlüssigkeit in meinen Entwürfen erreichen, die den Zeitgeist überdauert. Das kann man mit Nachhaltigkeit begründen oder einfach mit der Beständigkeit und Dauer guter Gestaltung“, beschreibt Marco Glashagen den Anspruch an seine Gestaltung.


Marco Glashagen
Foto: privat
Auf das Studium der Malerei in Nürnberg und Düsseldorf folgten freie Tätigkeiten als Künstler und Gestalter. Marco Glashagen (Jg. 1956) war unter anderem Mitglied der Designagentur Berliner Zimmer und freier Mitarbeiter im Architekturbüro Prof. Zamp Kelp. Seine Zulassung zum Innenarchitekten erhielt er über ein Gutachterverfahren bei der Architektenkammer NRW. Bevor Glashagen 2007 sein Büro in Düsseldorf gründete, arbeitete er im Büro ingenhoven architects.

www.marcoglashagen.de

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