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Wie man ein mobiles Büro zu Hause schafft

Wie man ein mobiles Büro zu Hause schafft und darin ungestört arbeiten kann
Tools fürs Homeworking

Corona-bedingt erlebt Mobile Working, besonders das Homeoffice, einen Boom. Doch nicht jeder hat zu Hause ein eigenes, ergonomisch ausgestattetes Arbeitszimmer. Schnell aufzubauende Tools und bewegungsfördernde Möbel erleichtern das Homeworking.

Autor: Burkhard Remmers

Laut Ifo-Institut schickten drei Viertel der Unternehmen ihre Büroangestellten zur Bewältigung der Corona-Krise zum Homeworking. Inzwischen ist mit Hygieneplänen, Schutzmaßnahmen und Abstandsregeln auch das Arbeiten im Büro wieder möglich. Doch verschiedene Studien zeigen, dass 56 % der Beschäftigten in Deutschland auch in der Nach-Corona-Zeit zeitweise „remote“ arbeiten werden.

In den meisten Fällen passiert das in den eigenen vier Wänden. Wer alleine lebt, hat es vergleichsweise leicht, ungestört zu Hause zu arbeiten.

Sichtbare Büro-Symbole

Mit einem Partner oder der Familie die zeitgleiche Nutzung des Zuhauses als Lebens- und Arbeitsraum unter einen Hut zu bringen, fällt vielfach schwerer. Das Problem: Orte und Verhalten sind über das Unterbewusstsein eng verbunden. Auf einem Sofa zu arbeiten, das ansonsten zum Kuscheln und Entspannen dient, ist herausfordernd, von Ergonomiefragen ganz zu schweigen.

Und wie können Mitbewohner oder Kinder unterscheiden, ob die Tante am Telefon ist oder die Chefin? Ob am Laptop gerade eine Urlaubsreise gecheckt oder eine berufliche Excel-Kalkulation durchgeführt wird? Für die professionelle Arbeit im Homeoffice braucht es daher neben Regeln und Ritualen vor allem sichtbare „Büro-Symbole“. Tools fürs Homeworking eignen sich hier.

Esstisch als Arbeitsplatz

Wer einen Ess- oder Küchentisch zum Schreibtisch umfunktioniert, sollte idealerweise einen abschirmenden Aufsatz wie den ‚Fold-up-Workspace‘ von Wilkhahn einsetzen. Solch ein Aufsatz fördert fokussiertes Arbeiten, stellt unabhängig vom Standort Blendfreiheit sicher und erschwert unerwünschte Einblicke auf den Bildschirm. Während Video- und Telefonkonferenzen reduziert er die Lärmbelästigung und signalisiert, dass nun Arbeiten angesagt ist.

Homeworking
Mit dem ‚Fold-Up-Workspace‘ lässt sich jeder Tisch im Handumdrehen für die temporäre Büroarbeit umwidmen. Als Sichtschutz erleichtert er die fokussierte Arbeit und sein Akustikvlies reduziert die Lärmbelästigung anderer durchs eigene Telefonieren. Foto: Wilkhahn

Mit solchen Tischaufsätzen wird beim Homeworking sogar das Arbeiten am Laptop auf der Terrasse oder dem Balkon möglich. Besonders clever sind Modelle, die den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen ermöglichen, sowie nach der Arbeit wieder auf ihr Kompaktmaß zusammengefaltet, inklusive angehefteter Notizen im Kleidersack verstaut und im Schrank zwischengelagert werden können. Solche Lösungen sorgen auch auf Reisen oder im dezentralen Coworking-Space für mehr Konzentration, Störungsfreiheit und visuelle „Datensicherheit“.

Homeworking
Der ‚Fold-Up-Workspace‘ kann zusammengefaltet, inklusive angehefteter Notizzettel, im Kleidersack verstaut und im Schrank zwischengelagert werden. Grafik: Wilkhahn

Wer dagegen fürs Homeworking über Freiflächen in der Diele, im Wohn-, Kinder- oder Gästezimmer verfügt, kann zum Nomaden werden und dort arbeiten, wo gerade Platz ist und gute Arbeitsbedingungen herrschen. Hierfür gibt es schön gestaltete und stabile Klapptische, die in Null-Komma-nichts aufgestellt sind und ansonsten kaum mehr Stauraum als ein Bügelbrett brauchen.

Alternativ kann ein rollbares Modell mit vertikal schwenkbarer Platte und addierbaren Sichtblenden zum mobilen Pop-Up-Office werden, das sich schlank beiseite stellen lässt, wenn die Kinder von der Schule zurückkommen oder ein Gast unterzubringen ist. Oder aber es findet sich noch eine freie Ecke für einen kompakten Tisch, der so neutral gestaltet ist, dass er im Zweifelsfall auch den Esstisch für die Familienfeier erweitern kann.

In Bewegung bleiben

Sich bei der digitalisierten Arbeit ausreichend zu bewegen, ist schon im Büro eine Herausforderung. Immerhin gibt es dort Meetings, zu denen man hinläuft, und gemeinsame Pausen mit Kollegen in der Kantine oder außerhalb des Gebäudes.

Beim Homeworking fehlen solche Zusammentreffen mit anderen. Außerdem sind die Wege kurz und alle Bürotätigkeiten auf Bildschirm, Tastatur und Maus reduziert. Viele Menschen hängen stundenlang am Rechner fest. Deshalb ist es umso wichtiger, zusätzliche Bewegungsimpulse zu vermitteln, etwa durch einen entsprechend ausgestatteten Bürodrehstuhl.

Ein guter Drehstuhl beugt Rückenschmerzen vor. Auf dreidimensional beweglichen Bürostühlen beispielsweise reichen unbewusste Gewichtsverlagerungen, um die Gelenke gängig, die Muskeln versorgt und das Gehirn aktiv zu halten.

Homeworking
Der 3D-dynamische Bürodrehsstuhl ;On‘ trägt auch beim Homeworking dazu bei, dass sich die darauf Sitzenden bewegen. Foto: Wilkhahn

Das reicht nicht aus. Denn für die nötige Erholung muss der Kopf zwischendurch abschalten und der Körper aktiviert werden. Spazierengehen an der frischen Luft wirkt Wunder.

Wenn das nicht möglich ist, sorgt ein Bewegungshocker für Aktivpausen, in denen die Hüfte kreisen und die Fantasie fliegen kann.

Gefordert sind auch die Arbeitgeber. Während die Arbeitsbedingungen im Büro mit arbeitsschutzrechtlichen und gesundheitlichen Aspekten standardisiert sind, ist das beim Homeworking nur dann der Fall, wenn Unternehmen ihren Beschäftigten im Rahmen der „Tele-Arbeit“ einen Büroarbeitsplatz einrichten.

Differenzierte Unterstützung

Nur wenige favorisieren dieses Modell, denn es erfordert Mindestflächen und Tageslichtausrichtung. Es bedeutet Eingriffe in die Privatsphäre, weitere Kosten und Kontrollpflichten.

In den Verlautbarungen der Unternehmen ist daher aus gutem Grund vom „mobilen Arbeiten“ die Rede, was den realen Lebens- und Wohnumständen deutlich gerechter wird als der Begriff „Homeoffice“.

Natürlich erkennen die Unternehmen auch, dass sie wegen des regelmäßigen Homeworking Flächen einsparen können, etwa indem sie eine hohe Desk-Sharing-Rate durchsetzen.

Work-Life-Balance

Auf jeden Fall haben die Arbeitgeber in Zeiten von Corona und Remote Working erheblich in die digitale Infrastruktur und neue Kommunikationstechnologien investiert. Wer jedoch glaubt, dass mit der richtigen IuK-Technik alles erledigt sei, der springt zu kurz. Die letzten Monate haben vor allem Eines gezeigt: Es gibt nicht das eine Homeoffice.

Gleichwohl tun alle Beteiligten gut daran, Lösungen für ein professionelles und gesundes Arbeiten umzusetzen, die an die individuellen Lebenswirklichkeiten angepasst sind. So lässt sich mobiles Arbeiten auch als langfristig produktive Größe im Arbeitsplatzrepertoire verankern.

Eines hat sich bereits deutlich gezeigt: Die meisten Bürotätigen erfüllen ihre Aufgaben auch ohne Präsenzpflicht. Der Wegfall der Wegezeiten und -strecken entlastet Mensch und Natur. Und die Chance für eine bessere Work-Life-Balance möchten viele schlicht nicht mehr missen.

Zur Website von Wilkhahn

md-Autor Jörg Bakschas zur Zukunft der Büroarbeit in Corona-Zeiten



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