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Christian Straub

Ein Gespräch über gläserne Mitarbeiter und Versuchskaninchen
Christian Straub

Christian Straub ist BWLer, kein Designer. Aber in seiner Funktion als Head of Sales für Yoyo smart ergonomics ist er maßgeblich an der Entwicklung der App und deren Surface verantwortlich. Der Digital Native gestaltet so Arbeitsräume mit.

Interview Katharina Feuer

Sie haben mit Yoyo ergonomics eine App entwickelt, mit der man Räume reservieren kann. Das gab es bereits. Was machen Sie anders?

Christian Straub: Der Markt braucht kein weiteres Raumbuchungssystem, das ist richtig. Wir haben den Anspruch, mit unserer App das ganze Umfeld der arbeitenden Person steuern zu können.

Und das wären welche Bereiche?

Christian Straub: Natürlich die Reservierung und gezielte Auslastung vorhandener Räume und Arbeitsplätze. Der Arbeitgeber hat großes Interesse daran, dass seine Flächen effizient genutzt werden.

Yoyo zielt auf ein agiles Umfeld ab, in dem die Arbeitnehmer an unterschiedlichen Arbeitsplätzen tätig sind. Mit ihren persönlichen gespeicherten Daten können per App Tisch und Stuhl auf die jeweilige Person eingestellt werden. Ganz egal an welchem Ort sich dieser Arbeitsplatz befindet.

Die App teilt dem Mitarbeiter mit, wann er seine Position ändern, sprich sich mal wieder bewegen sollte. Auch das Licht im direkten Umfeld kann damit gesteuert werden. Es ist erwiesen, dass hier, abhängig von Geschlecht und Lebensalter, unterschiedliche Bedürfnisse bestehen.

Außerdem ist es möglich, ein Schließfach zu reservieren.

Das heißt aber auch, dass die App von mir persönliche Daten benötigt? Bin ich der gläserne Mitarbeiter?

Christian Straub: Nein, natürlich nicht. Es werden vier Eckdaten abgefragt: Name, Alter, Geschlecht und Körpergröße. Diese Daten sind nur lokal auf dem persönlichen Smartphone des Mitarbeiters gespeichert.

Auswertungen erfolgen anonym, so dass keine Gefahr besteht, dass mein Chef mich kontrollieren kann.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen?

Christian Straub: Alle sprechen vom Smart Office und New Work. Aber so richtig kann keiner beantworten, was das im Alltag bedeutet. Kesseböhmer wollte nicht warten, bis andere vorangehen, sondern selbst Innovationstreiber sein. Das war die Geburtsstunde von Yoyo smart ergonomics.

Wer waren Ihre Versuchskaninchen?

Christian Straub: Passenderweise entstand im vergangenen Jahr am Standort Osnabrück ein Verwaltungsgebäude mit 110 Arbeitsplätzen. Da haben wir Yoyo eingesetzt und viel über IT-Strukturen, Netzwerke und Sicherheitsstandards gelernt. Das war hilfreich.

Müssen Unternehmen, die Ihre App kaufen, zugleich entsprechende Hardware nachrüsten?

Wir hatten bei der Entwicklung den Anspruch, dass die App möglichst kompatibel mit einer vorhandenen Infrastruktur ist. Die Yoyo-IoT-Komponenten müssen aber im Bestand nachgerüstet werden.

Ich bin ein langjähriger Mitarbeiter, der nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat. Muss ich mir den „neumodischen“ Kram noch antun? Wie nehmen Sie Bedenkenträger mit?

Das ist in der Tat nicht trivial und vor allen Dingen kann man die Skepsis dieser Mitarbeiter verstehen.

Unsere Antwort: die Bedenkenträger gezielt schulen und erklären, welche Vorteile sich durch Yoyo persönlich und für das ganze Unternehmen ergeben. Die intuitive Bedienoberfläche der App tut dann ihr Übriges. Bisher haben wir so alle mitnehmen können.

Welche Hürden gab es auf dem Weg zur finalen App?

Eine App ist niemals ausentwickelt. Es ist ein Prozess, der genau genommen niemals endet. Zu Beginn, also vor gut zwei Jahren, lief noch alles über WLAN, mittlerweile heißt die Schnittstelle Bluetooth. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Wo werden die Daten des Unternehmens gespeichert?

Beim Unternehmen. Wir haben uns bewusst gegen eine Cloud-Lösung entschieden. Der Kunde hält seine Daten ausschließlich bei sich vorrätig. So ist sichergestellt, dass die Unternehmen Zugriff auf ihre wertvollen Daten haben, um hilfreiche Erkenntnisse aus den Belegungskapazitäten ziehen zu können.

Mit Yoyo kann man auch das Licht steuern. Stellt jetzt Kesseböhmer als Mutterunternehmen Leuchten her?

Wir hatten damit begonnen, eine Leuchte zu entwickeln, sind aber schnell zur Erkenntnis gekommen, dass wir zunächst auf Kooperation im Sinne des Plattformgedankens setzen. Integriert sind mittlerweile Unternehmen wie Waldmann, Trilux und Novus. Weitere können folgen. Wir sind da offen.

Was macht ein Mitarbeiter, der kein Smartphone hat?

Der nutzt ganz einfach die YOYO Desktop Lösung. Das ist auch das Tool der Wahl, wenn ein Unternehmen gar kein privates Telefon am Arbeitsplatz erlaubt.

Worauf haben Sie bei der Gestaltung der App geachtet?

Die Oberfläche (GUI) sollte eingängig und intuitiv gestaltet sein, damit die Bedienung Spaß macht. Die YOYO App ist modular aufgebaut, um im Sinne des Plattformgedankens möglichst viele Komponentenkompositionen unterstützen zu können. Auch sicherheitsrelevante Aspekte waren für bestimme Designaspekte formgebend.

Was sind nun die nächsten Schritte?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, das System sinnvoll zu ergänzen. Wie gesagt, das ist ein laufender Prozess. Die Architektur der Software entwickelt sich weiter. Auch Rückmeldungen helfen uns, die App für die Anwender weiter zu optimieren.

Und noch ein Blick in die Zukunft?

In die Zukunft kann keiner blicken. Aber ich denke, dass mit dieser App, Unternehmen junge Generationen anziehen können. Der ‚War for Talents‘ ist in aller Munde.


Christian Straub (Jg. 1990) – Generation ‚Digital Native‘ – beendete 2015 sein duales Studium an der DHBW Stuttgart mit dem Bachelor of Arts in International Business. Kesseböhmer Ergonomietechnik übernahm Straub erst als International Sales Manager, seit 2018 hält er die Position des Head of Sales für Yoyo smart ergonomics inne.

www.yoyo-ergonomics.de

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