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Monika Lepel gestaltet Hamburger Microsoft-Büro mit Lokalbezug

Monika Lepel: Umbau einer Büroetage für Microsoft in Hamburg
Büro mit Lokalbezug

Mit ihrem Designkonzept „Hamburg by Nature“ stellen Innenarchitektin Monika Lepel und ihr Team den regionalen Bezug her. Sie entwarf für das Regional Office Hamburg von Microsoft unterschiedliche Räume, die den Charakter der Hansestadt widerspiegeln.

Autorin: Gabriele Benitz

die Innenarchitektin Monika Lepel und ihr Team vom Kölner (Innen-)Architekturbüro Lepel&Lepel haben für das Hamburger Regional Office der Microsoft Germany GmbH eine Fläche im 6. Obergeschoss umgebaut.

Auf 1 000 Quadratmetern entstanden 34 Arbeitsplätze für 200 Beschäftigte. Nah an die Alster, mit Blick auf Elbphilharmonie und Chilehaus, kehrte das Unternehmen ins Herz der Stadt zurück.

Monika Lepel
Der Hamburger Gruß „Moin Moin“ an der Wand des Versorgungskerns. Foto: Martin Foddanu

Elemente für die regionale Verankerung

Durch eine interne Umstrukturierung ist die Bürofläche kleiner als die vorherige. Der Grund: Da sich weniger Mitarbeiter gleichzeitig im Gebäude aufhalten, sind weniger ständige Arbeitsplätze nötig.

Das innenarchitektonische Konzept von Monika Lepel und ihrem Team orientiert sich an diesen Anforderungen und der Unternehmens-Guideline. Ebenso daran, dass die Beschäftigten in einer zunehmend globalisierten Welt arbeiten, die die Kooperation über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg erfordert. Vor diesem Hintergrund gewinnt die regionale Verankerung als Konstante im Konzept an Bedeutung.

Monika Lepel
Das Regional Office in Hamburg nach einem Entwurf von Monika Lepel und Team. Der Mitarbeiterbereich grenzt an die Versorgungszone an. Foto: Martin Foddanu

Designkonzept „Hamburg by Nature“

Dazu übersetzte Monika Lepel und ihr Team die verschiedenen Facetten der Hansestadt in das Designkonzept „Hamburg by Nature“. Es beinhaltet typische Elemente wie das Wasser, den roten Backstein und die vielen Fenster, die in Wahrzeichen wie der Elbphilharmonie stilgebend sind.

Empfang = Landungsbrücke

Mitarbeiter und Besucher treffen als erstes auf die Empfangszone, inspiriert von den St. Pauli Landungsbrücken, die seit mehr als 200 Jahren das Tor zur Welt verkörpern. Davon zeugen zum Beispiel die gegenüber der Rezeption befindlichen Poller.

Monika Lepel
Empfangszone mit Rezeption: Die St. Pauli-Landungsbrücken inspirierten Monika Lepel und ihr Team bei ihrem Entwurf. Foto: Martin Foddanu

Thematisch gegliederte Büroflächen

Die eigentliche Bürofläche teilt sich in die drei thematischen Bereiche Wasser, Stein und Fenster.

Den öffentlichen Büroteil prägt das Thema Wasser. Er dient für den Austausch mit Kunden und Partnern sowie für Veranstaltungen. Ein Bestandteil ist die repräsentative, offen gehaltene Besucherküche. Hier finden sich Elemente der Elbphilharmonie wieder. Zum öffentlichen Büroteil zählt ebenfalls der Event-Raum. Inspiriert von der Norderelbe eignet er sich dank mobiler Trennwände und einer flexiblen Bestuhlung für Veranstaltungen jeder Größe.

Monika Lepel
Einblick in die Besucherküche. Foto: Martin Foddanu

Prinzip Desksharing

Hingegen bestimmt das Fenster-Motiv den großzügigen Mitarbeiterbereich mit flexiblen Arbeitszonen für verschiedene Tätigkeiten. Feste Arbeitsplätze wurden durch das Prinzip Desksharing ersetzt.

Monika Lepel
Mitarbeiterzone. Foto: Martin Foddanu

Regionaler Bezug

Hamburger Wahrzeichen wie die Deichtorhallen, der Großmarkt, St. Michaelis und das Chilehaus bilden die stilistische Grundlage für den Entwurf von Monika Lepel und Team für die Ausgestaltung der Bürofläche und verstärken den regionalen Bezug. Im Areal „Chilehaus“ beispielsweise stehen neben Plätzen für konzentriertes Arbeiten eine Phone Booth für vertrauliche Telefonate sowie ein Conversation Room für den kurzen Austausch zur Verfügung.

Inspiration Speicherstadt

Der mittig gelegene Versorgungskern verbindet die Flächen. Er ist in einem Ziegelton gestrichen, der an die roten Fassaden der Speicherstadt erinnert. In dieser Zone befinden sich Schließfächer, eine Garderobe und weitere ,Conversation Rooms‘.

Lepel & Lepel
Mitarbeiterarbeitsplätze mit Blick auf die Wand des Versorgungskerns in Rottönen. Foto: Martin Foddanu

Smart Workspace-Konzept

„Mit dem Umzug unseres Hamburger Büros setzen wir unser Smart Workspace-Konzept nun auch in den Räumlichkeiten in der Neustadt um – mit modernen Technologien und regional geprägtem Design“, sagt Nadine Mostoller, Leiterin des Regional Office in Hamburg.

Monika Lepel
Im ‚Conversation Room‘ können sich zwei oder mehr Mitarbeiter treffen. Foto: Martin Foddanu

Büros sind wichtige Begegnungsstätten

„Unsere Mitarbeiter erleben dort eine Arbeitswelt, die von Flexibilität, selbstbestimmtem Arbeiten und Vertrauen geprägt ist.“ Die Beschäftigten können neben dem Regional Office ebenso zuhause, im Café oder bei Kunden vor Ort arbeiten.

„Gleichwohl glauben wir, dass Büros wichtige Begegnungsstätten und Plattformen für den persönlichen und beruflichen Austausch sind und bleiben“, betont sie.

Monika Lepel
Mitarbeiterzone. Foto: Martin Foddanu

Der Faktor Mensch

Unter „neuem Arbeiten“ versteht Microsoft einen Dreiklang aus Mensch, Raum und Technologie. Basierend auf dem „Smart Workspace“-Konzept, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entstand, haben die Mitarbeiter die Wahl zwischen verschiedenen Arbeitszonen – von Rückzugsorten für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, bis hin zu Büroflächen, die auf Teamarbeit und Kollaboration ausgelegt sind.

Monika Lepel
Fensterfront des Bereichs ,Deichtorhallen‘. Foto: Martin Foddanu

Die Arbeitswelt von morgen

Das neue Regionalbüro in der Hansestadt nach dem Entwurf von Monika Lepel setzt nicht nur in Bezug auf die Innenraumgestaltung neue Maßstäbe. „Es erfüllt auch unsere Ansprüche an eine moderne technologische Ausstattung – seien es bespielbare Pinnwände, Konferenzräume mit Videotelefoniesystemen, Phone Booths für vertrauliche Telefonate oder Tools für barrierefreie Kommunikation“, stellt Bendiek fest.

Monika Lepel
Der ‚Conversation Room‘ für Absprachen mit zwei oder mehr Mitarbeitern. Foto: Martin Foddanu

Individueller und vernetzter

Die Anforderungen an die moderne Arbeitswelt veränderten sich stetig – somit auch die technologischen Möglichkeiten. „Was wir mit unserer Idee des ‚Smart Workspace‘ begonnen haben, ist längst noch nicht das Ende der Fahnenstange, sagt Mostoller. „Technologische Entwicklungen eröffnen uns immer neue Möglichkeiten, wie wir den Arbeitsplatz unserer Beschäftigten noch individueller und vernetzter gestalten können.“

Fakten

Bauherr: Microsoft Germany GmbH
Standort: Axel-Springer-Platz 3, Hamburg
Innenarchitektin: Monika Lepel, www.lepel-lepel.de
Handlungsfeld: Arbeitswelten
Baubeginn: 08.2019
Fertigstellung: 07.2020
Projektleitung: Rena van den Berg, Karen Höfer
Bauleitung: ISG Deutschland GmbH
Projektsteuerung: Turner & Townsend, Frank Czudai
Architekt: SML Architekten, Benedikt Schmitz + Maike Lück
Brandschutz: Schlüter + Thomsen, Devrim Ylmaz
Akustik: Buro Happold, Jan Lichocki, Maria Dolorez Ruiz Caro
Lichtplanung: Buro Happold, Jan Lichocki, Paula Longato
Mobiliar: fast komplett von Steelcase über den Büro- und Objektfachhändler Kirsch & Lütjohann

Zum virtuellen Rundgang des Regional Office Hamburg von Microsoft
Aktivitäten des Fraunhofer IAO
Büroprojekt von Branherm + Kumrey auf md-mag.com

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