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Umbau von Standard Studio

Loft in ehemaliger Amsterdamer Ballettschule
Privat und offen

In der Amsterdamer Kerkstraat haben das Architekturbüro Standard Studio sowie Brandsing Meubelmakers eine ehemalige Ballettschule zu einer Loftwohnung umgebaut. Sie vereint Privatheit und Offenheit in großzügigen Räumen.

Autorin: Gabriele Benitz

Das Projekt im Altstadtviertel „het Spiegelkwartier“ brachte für das Architektur- und Innenarchitekturbüro Standard Studio sowie Brandsing Meubelmakers, ein auf Möbel und Renovierung spezialisiertes Unternehmen, einige Herausforderungen mit sich. Denn die charakteristischen Merkmale des ursprünglichen Raums sollten bestehen bleiben, gleichzeitig sollte ein wohnliches und einladendes Zuhause entstehen.

Das heute als Wohnhaus genutzte Gebäude war ursprünglich eine vom Architekten J.W. Meijer geplante konfessionelle Schule, die an eine Kirche angrenzte. Danach wurde sie unter anderem als Ballettschule genutzt. Heute sind die Räumlichkeiten eine Kombination aus Fotostudio und Appartement. Die Eigentümer der Immobilie, eine junge dreiköpfige Familie, wünschten sich ein Loft, der viel Platz für Familie und Freunde bietet, zugleich aber auch ein gewisses Maß an Privatsphäre zulässt. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben bestand das Ziel darin, den Charme des ursprünglichen Baus zu bewahren und die rund 5 m hohen Decken und die Helligkeit des Gebäudes beizubehalten. Die Nüchternheit, die ein solch offener Raum vermitteln kann, galt es jedoch zu vermeiden.

Deshalb beschlossen die Designer von Standard Studio und das Expertenteam von Brandsing Meubelmakers, die Vorzüge des Hauses zu nutzen und die Wohnbereiche – Küche, Wohn- und Esszimmer – in einem einzigen großen, lichtdurchfluteten Raum mit einer praktischen und zugänglichen Aufteilung zusammenzulegen.

Offenes Raumgefühl

Die Möbel in kräftigen, auffälligen Farben setzen einen Kontrapunkt zu den Wänden und Decken sowie der Himacs-Arbeitsplatte, die in dezenten, hellen Tönen gehalten sind. Die Möblierung macht den Wohnraum optisch einladender und spiegelt gleichzeitig den Lebensstil einer jungen Familie in einer Großstadt wider.

Für den Umbau entfernten die Architekten von Standard Studio eine tragende Wand, die das Wohnzimmer und das Fotostudio trennte. So konnten beide Bereiche miteinander verschmelzen und gleichzeitig der Lichteinfall verbessert werden. Natürliche Materialien wie massive Eiche und Pflanzen lassen den Raum einladender und gemütlicher wirken. Die hohe Decke ließ das Einziehen einer zweiten Ebene zu. Sie schützt den Wohnbereich vor Straßenlärm und neugierigen Blicken. Um das offene und luftige Raumgefühl zu verstärken, gestaltete Standard Studio das Loft mit so wenigen Türen wie möglich und setzte, wo notwendig, unauffällige, aber technisch zum Teil raffinierte Exemplare ein.

Wege zum Zentrum

Der zentrale offene Raum tritt in Verbindung mit verschiedenen kleineren Räumen, die unterschiedliche Funktionen übernehmen. Das reicht vom Bad bis hin zu einem wintergartenähnlichen, langgezogenen Raum.

Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf dem Küchenbereich. Er ist auf geselliges Beisammensein ausgelegt und besteht genau genommen aus drei Teilen: einer Küchenzeile mit Sanitärelementen, einer zeitgenössischen blauen Küche mit einer Oberfläche aus ‚Fenix‘ und der außergewöhnlich großen Kücheninsel. Der Holzkorpus weist ebenfalls eine blaue ‚Fenix‘-Oberfläche auf. Auf der zum Sitzbereich hin ausgerichteten Seite wurde ein Vintage-Sideboard für die Aufbewahrung von Geschirr integriert. Ebenfalls als Hingucker erweist sich die Himacs-Arbeitsplatte im Farbton ‚Alpine White‘ in elegantem Design. „Sie fühlt sich fast wie ein Stück Seife an“, schwärmen die Architekten von Standard Studio.

Genügend Rückzugsmöglichkeiten

Wenn man hinter der Kücheninsel steht, kann man alle übrigen Bereiche gut überblicken. Gleichwohl lassen sich diese bei Bedarf durch die Schiebe-, Klapp- und Pivottüren schließen. So dient beispielsweise die Regalwand gegenüber der Kücheninsel nicht nur als Zeitschriften-Board. Wenn man die Pivottür um 180° schwenkt, wird ein großer Flatscreen sichtbar. Schiebt man die Türelemente zur Seite, fällt der Blick auf ein Schlaf-, Ruhe- und Spielzimmer mit gelben Polsterelementen.

Alles in allem ist das Loft offen und großzügig, bietet gleichzeitig aber genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Familie. Zugleich dient es als gutes Beispiel dafür, was man aus einem Bestandsbau herausholen kann.


Fakten

Projekt: Umbau einer Ballettschule zu einem Loft

Standort: Kerkstraat, Amsterdam, Niederlande

Architektur und Innenarchitektur: Standard Studio, Amsterdam, Webseite des Büros

Möbelhersteller: Brandsing Meubelmakers

Ausstattung (Auswahl): Küchenoberfläche ‚Fenix‘ von Arpa, Arbeitsfläche ‚S028 Alpine White‘ von Himacs für die Kücheninsel

Hier geht’s zu einem weiteren Wohnprojekt auf md-mag.com

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