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Barrierefreie Gestaltung ohne Stigmatisierung

etage8 – Benjamin Hein und Willi Möller

Sie bezeichnen sich als die Rocker des Healthcare-Möbelsegments. Benjamin Hein und Willi Möller entwickelten Möbelbeschläge für Hewi, die auch ins Hotel passen.

Autorin Katharina Feuer

Geburtsstunde des Designbüros etage8 war eine Semesteraufgabe während ihres Studiums an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Die Studenten sollten sich mit dem demografischen Wandel beschäftigen, ganz nach dem Motto „Ihr werdet auch einmal alt, wie wollt ihr dann leben?“.

Benjamin Hein und Willi Möller besuchten damals mit ihrem Kurs die Messe ‚Altenpflege‘ in Nürnberg. Sie sahen viele angestaubte, funktionale Produkte, die aber nichts mit Gestaltung zu tun hatten.

Das weckte den Ehrgeiz der beiden Industriedesigner – sie sahen das Potenzial und entwickelten den bereits mehrfach ausgezeichneten Tisch ‚Halt‘. Die Resonanz auf ihren Entwurf fiel unterschiedlich aus. Aufschlussreich war für die Jungdesigner, wie der Markt funktioniert. „Viele waren hellauf begeistert, weil wir einfach mal etwas anderes als ‚Buche-Optik‘ gezeigt haben. Manche waren allerdings auch sehr kritisch und bemängelten, dass da auch das Essen runterfallen könne.“

Etage8
Benjamin Hein (li., Jg. 1982) und Willi Möller (Jg. 1985) gründeten ihr eigenes Designbüro bereits während des Studiums an der Burg Giebichenstein Halle. Foto: Hagen Wolf

Trotzdem oder gerade deswegen: Die beiden hatten ihr Thema gefunden. Weitere Entwürfe folgten. „Der erste Kunde wollte uns Geld überweisen und wir hatten noch nicht einmal eine Steuernummer und auch der Name etage8 existierte noch nicht“, beschreibt Willi Möller die damalige Situation und erklärt, wie der Name etage8 entstanden ist.

Das Amt, bei dem die beiden ihr Büro anmelden mussten, lag in der 8. Etage des Verwaltungsbaus in Halle an der Saale. „Wir stellten dann zwar fest, dass es doch der 7. Stock ist, aber der Name war geboren“, erinnert sich Willi Möller.

„Wir sind keinem ausgeklügelten Businessplan gefolgt, sondern hatten ein Produkt, an das wir geglaubt haben. Der Rest kam dann Schritt für Schritt, wie die Gründung unserer eigenen Möbelmarke ‚Mormor‘, das Büro in Leipzig oder der Kontakt zu Hewi.“

Die beiden zeigen sich über die Zusammenarbeit mit dem Sanitärspezialisten Hewi begeistert und geben unumwunden zu: „Es war für uns eine tolle Chance auf hohem Niveau, so ein Projekt wie die Möbelbeschläge umzusetzen. Denn Hewis Produkte unterstützen keine Stigmatisierung wie ‚alt‘ oder ‚gebrechlich‘.“

Etage8
Frischer Wind in der Hewi-Kollektion: Einlassmuscheln, Griffe und Knöpfe mit matter und hochglänzender Oberfläche. Rendering: etage8

Gab es Vorgaben für die Entwicklung neuer Möbelbeschläge? „Sogar detailliert und eng gefasst. Das Korsett war aber cool, denn wir steckten gleich mitten im Gestaltungszylinder drin. Da blieb fast nichts anderes möglich, als völlig neu zu denken“. Das Ergebnis sehen sie aber nicht nur im Gesundheitssektor. „Hewi ist stark im Objektbereich vertreten. Natürlich eignet sich die Hewi Kollektion für den Hospitality-Bereich – auch zur Nachrüstung“, bestätigt Hein.

„Es ist ein vielseitiges Produkt, das ebenso ins Hotel passt“, und veranschaulichen ihre Aussage mit einem Beispiel für das langsame Umdenken zum Thema Barrierefreiheit: „Kein Mensch assoziiert mit einer ebenerdigen Dusche noch den altersgerechten Ausbau. Sie sieht einfach toll aus!“

Um festzustellen, ob ihre Produkte funktionieren, wird im Vorfeld natürlich viel gestestet. „Da muss dann schon mal die Oma ran“, lacht Benjamin Hein.


Foto: Hagen Wolf

Benjamin Hein (li., Jg. 1982) und Willi Möller (Jg. 1985) gründeten ihr eigenes Designbüro bereits während des Studiums an der Burg Giebichenstein Halle. Die beiden Industriedesigner entdeckten für sich schon früh das Themenfeld Healthcare sowie Industrie 4.0. 2015 folgte die Gründung der Möbelmarke Mormor.

Webseite des Designbüros

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