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Deen Architekten gestalten Kolumbarium

Kirchenumnutzung

Kirchenumnutzung: Das Kolumbarium in der ehemaligen Christuskirche in Marl ist das erste seiner Art der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der erhaltene Kirchenraum erhielt durch das Münsteraner Büro Deen Architekten eine behutsame, gelungene Neuinterpretation. Holz, Glaskeramik und Lichtakzente prägen die Charakteristik der ehemaligen Kirche.

Die evangelische Stadt-Kirchengemeinde Marl (esm) beauftragte das Münsteraner Büro Deen Architekten mit der Planung und Realisierung des Nachnutzungskonzepts für die 2016 entwidmete Christuskirche in Marl.

Durch die Kirchenumnutzung entstand das Kolumbarium Christuskirche Marl, das 2018 eröffnet wurde und das erste Vollkolumbarium in der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Hier werden einmal bis zu 800 Urnen in 470 Kammern ihren Platz finden, die für jeweils 15 Jahre angemietet werden können.

Erhalt durch Kirchenumnutzung

Der Erhalt der ehemaligen Kirche war bedeutend, da sich im Souterrain eine Kita befindet, die weiterhin betrieben wird. Dadurch gehört hier ganz selbstverständlich der Tod zum Leben: Während heute im Souterrain die Kinder spielen, wird darüber der Verstorbenen gedacht.

Die Architekten griffen die charakteristische Raumgeometrie auf und interpretierten das Bauwerk neu: Die ehemalige Kirche besteht aus einem hohen Hauptraum und zwei niedrigeren Längsseiten. Diese Struktur aufgreifend, wurden vier neue Wandelemente in den bestehenden Raum eingestellt. Zwei Einbauten liegen parallel zur Außenwand, zwei weitere Einbauten in C-Form formen den neuen Andachtsraum, einen Raum-im-Raum. Dieser innere Raum bietet bei Beisetzungen Platz für 100 Gäste.

Recycelte Glaskeramikplatten geben warmes Licht ab

Die Wandelemente des Andachtsraums bestehen aus recycelten Glaskeramikplatten (hergestellt aus Abfallglas von Schutzgläsern für Solarzellen) und werden dezent hinterleuchtet. Sie tauchen den Raum in ein warmes Licht.

Der äußere Umgang erstreckt sich entlang der Fenster des Glaskünstlers Hans Gottfried von Stockhausen. Von hier aus sind alle Urnenkammern zugänglich. Sitznischen mit Bezug auf die Fenster bieten Möglichkeiten zum Rückzug. Entlang der inneren Urnenwand im äußeren Umgang verläuft eine im Sockel integrierte Beleuchtung. Sie erhellt dezent den Umgang und akzentuiert gleichzeitig den Andachtsraum. Ergänzt wird das Beleuchtungskonzept der Kirchenumnutzung durch die vorhandenen Pendelleuchten.

Materialkontrast: dunkles Nussbaumholz und helle Glaskeramik

Die Grundstruktur der Urnenkammern wird aus einem Sockel aus dunklem Nussbaum gebildet, die Verschlussplatten sind aus heller Glaskeramik gefertigt. Dieser Materialkontrast ergänzt die vorhandene Farbstimmung der weißen Kirchenwände und des rötlichbraunen Bodens.

Die Anordnung der Einzelkammern und Doppelkammern ist angelehnt an die Bleiglasstruktur der Fenster. In unregelmäßiger Reihenfolge wechseln sich Einzel- und Doppelkammern ab.

Kirchenausstattung erhält neue Funktion

Im hinteren Bereich der Kirche, unter der Orgelempore, wurde ein ehemaliger Versammlungsraum durch Glaswände zum Kirchenraum geöffnet und zu einem transparenten Café umgenutzt.

Bei der Kirchenumnutzung wurden auch Teile der ehemaligen Kirchenausstattung in das Kolumbarium eingebunden. So ist der ursprüngliche Altar nun Bestandteil einer Stele für das Buch für Gebetsanliegen. Ebenso verbleibt das Wandkreuz im Chorraum.

Das Kolumbarium ist im Sommer täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, im Winter von 9.00 bis 17.00 Uhr.


Fakten

Projekt: Kolumbarium Christuskirche, www.evangelische-friedhoefe-marl.de/innenkolumbarien.html

Bauaufgabe: Kirchenumnutzung und Erhalt der Christuskirche von Marl

Bauherr: Evangelische Stadt-Kirchengemeinde Marl

Architekten: Deen Architekten, www.deen-architects.com

Fertigstellung: 2018

Materialien: Nussbaumholz, Glaskeramik von Magna Glaskeramik GmbH, recycelte Glaskeramikplatten

Fotos: Peter Engländer

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