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Texoversum: Textiles Bauen mit Kohlenstoff- und Glasfasern in Reutlingen

Neubau Texoversum auf dem Campus der HS Reutlingen
Textiles Bauen

Am Neubau für den Arbeitgeberverband Südwesttextil in Reutlingen setzen Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten und Jan Knippers Ingenieure als Team erstmalig eine Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern um. Das Texoversum soll Lehr-, Forschungs- und Innovationszentrum für die Querschnittstechnologie Textil sein.

Wie filigran und kraftvoll zugleich faserbasierte Werkstoffe und textile Techniken sind, bewiesen die Institute von Achim Menges (ICD) und Jan Knippers (ITKE) der Universität Stuttgart bereits mit ihrem Beitrag zur Bundesgartenschau in Heilbronn 2019. Dort entstand ein Pavillon mit einer Tragkonstruktion aus Glasfasern und Kohlenstofffasern in einem robotischen Fertigungsprozess.

Pavillonbauten

Innovationszentrum auf dem Campus der HS Reutlingen

Jetzt wird diese Technik zum ersten Mal an einem größeren Projekt angewandt. Thematisch könnte es nicht besser passen. Denn der geplante Neubau von Allmann Sattler Wappner Architekten in Zusammenarbeit mit Menges Scheffler Architekten und Jan Knippers Ingenieure entsteht auf dem Campus der Hochschule Reutlingen als ein Lehr-, Forschungs- und Innovationszentrum für die Querschnittstechnologie Textil.

Texoversum – Forschung und Entwicklung

Das Texoversum umfasst fast 3000 m2 Fläche für unterschiedliche Nutzergruppen. Es beinhaltet Werkstätten, Labore, die international renommierte Sammlung historischer Stoff- und Gewebeproben der Hochschule Reutlingen, multifunktionelle Flächen für Forschung und Entwicklung sowie diverse Unterrichtsräume.

Textiles Bauen, Texoversum
Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten; Jan Knippers Ingenieure. Rendering: Grauwald Studio Berlin

Textiles Bauen

Das architektonische Konzept basiert auf einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema textiles Bauen. So spiegelt sich das Entwurfsthema sowohl strukturell in der internen Verwebung der Funktionen wider, als auch in der indentitätsstiftenden repräsentativen Gebäudehülle.

Die einzigartige, erstmalig so umgesetzte Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern repräsentiert die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit faserbasierter Werkstoffe und textiler Techniken.

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Darstellung: Menges Schaffler Architekten

Robotischer Wickelprozesses

Es soll mit drei Basismodulen gearbeitet werden, die komplett selbsttragend sind und ohne unterstützende Tragekonstruktion auskommen. Mithilfe eines robotischen Wickelprozesses wird jedes Element seiner individuellen Anforderung angepasst.

Freie Durchblicke

Die Fassadenelemente sind selbsttragend und benötigen keine unterstützende Tragstruktur. Ihre versetzte Anordnung erlaubt freie Durchblicke. Neben funktionalen Anforderungen der Absturzsicherung und des außen liegenden Sonnenschutzes erfüllt die Fassade ästhetische und repräsentative Ansprüche und schafft ein identitätsstiftendes Gebäude als Impulsgeber für die Technologie Textil.

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Darstellung der versetzten Ebenen: Menges Schaffler Architekten

Versetzte Ebenen

Diese Transparenz und Durchlässigkeit setzt sich im Inneren des Texoversums fort. Das Entwurfskonzept sieht halbgeschossig versetzte Ebenen vor, die über das Atrium auch visuell miteinander verwoben sind und die unterschiedlichen Nutzungsbereiche miteinander verbinden.

Textiles Bauen, Texoversum
Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten; Jan Knippers Ingenieure. Rendering: Grauwald Studio Berlin

Textile Räume

Sitzstufen, die die verschiedenen Ebenen miteinander verbinden, sind als textile Räume gestaltet. Bei Bedarf können mithilfe von textilen Vorhängen einzelne Bereiche abgetrennt werden. Ansonsten strahlt das Erscheinungsbild des Baus einen eher robusten Werkstattcharakter aus. Das liegt zum einen an den Industrieestrich- und Sichtbetonflächen und zum anderen an der offen installierten Technikdecke.

Textiles Bauen, Texoversum
Rendering: Grauwald Studio Berlin

Offenes Raumkonzept

Das offene Raumkonzept schafft für die unterschiedlichen Nutzergruppen eine gemeinschaftliche Arbeitsatmosphäre, fördert die Kommunikation und bietet Plattformen für einen lebendigen Austausch.

Weitere Projekte finden Sie hier


Fakten

Bauherr: Südwesttextil e.V., Stuttgart

Entwurfsteam: Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München, www.allmannsattlerwappner.de;
Menges Scheffler Architekten PartG mbh, Frankfurt, www.menges-scheffler.de;
Jan Knippers Ingenieure, Stuttgart, www.janknippers.com

Tragwerksplanung: bwp Burggraf + Reiminger Beratende Ingenieure GmbH, München, www.bwpgmbh.de;
Jan Knippers Ingenieure, Stuttgart, www.janknippers.com

Projektsteuerung: Kubus360 GmbH, Stuttgart, www.kubus360.de

Landschaftsarchitektur: Glück Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart, www.glueck-la.de

Brandschutz: hhpberlin, Ingenieure für Brandschutz GmbH, München, www.hhpberlin.org

Elektrotechnik: Müller & Bleher Filderstadt GmbH & Co. KG, www.mueller-bleher.de

Technische Gebäudeausrüstung: drei ingenieure Brunner Zauner beratende Ingenieure PartG mbB, Stuttgart, www.dreiingenieure.de

Bauphysik: Müller-BBM GmbH, Planegg, www.muellerbbm.de

Faserverbundfassade: FibR GmbH, Kernen (Ausführung), www.fibr.tech

Visualisierung: Grauwald Studio, Berlin, www.grauwald-studio.com

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