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Swap Architekten revitalisieren den Dachraum einer Villa

Revitalisierung des Dachraums einer Villa von Swap Architekten
Potenziale genutzt

Die räumlichen Potenziale der Villa unter einer kathedralenartigen Dachkonstruktion lagen im Dornröschenschlaf. Swap Architekten entwickelten einen zeitgemäßen Wohnraum für eine vierköpfige Familie.

Ziel der Umgestaltung war es, den vorhandenen Raum zeitgemäß weiterzuentwickeln und neu zu interpretieren, sodass der Charakter der alten Villa weitestgehend erhalten bleibt. Die Anpassungen erfolgten fast ausschließlich im Innenbereich, die Fassade bleibt ihrem alten Erscheinungsbild treu.

Aktivierung des Dachraums

Im Inneren fügen sich die eingesetzten Materialien wie Holzoberflächen, Glas und mineralische Bodenbeschichtungen in die historische Bausubstanz optimal ein. Kleinteilige Raumaufteilungen und Innenräume lösten Swap Architekten auf, so dass auf rund 300 m² Wohnfläche offene, lichtdurchflutete Räume entstanden sind. Durch die Aktivierung des Dachraums konnten die Gestalter die Wohnnutzfläche um 120 m² fast verdoppeln.

Komplexe Dachform

In die komplexe Dachform setzten Swap Architekten von der Straßenseite uneinsichtig zwei große Fensteröffnungen ein, die das große Dachvolumen belichten. Der zusätzlich benötigte Dachaufbau für die Dämmung wurde in Abstimmung mit dem niederösterreichischen Denkmalamt so umgesetzt, dass die feinen, vom Japonismus inspirierten Dachkonturen um die Mansarde beibehalten werden konnten. Swap Architekten ließen alle außen liegenden Holzteile des Daches renovieren, die Deckung erfolgte mit dem historischen Dachziegel „Wiener Tasche“ mit dem auch die historischen Ausrundungen der Dachverschneidungen aufwendig wiederhergestellt wurden.

Wechselspiel innen und außen

Mit der Textur der Holzverkleidung in der Fassade wurde die gesamte Dachkonstruktion auch innen aus massiver Lärche verkleidet. So entsteht ein Wechselspiel zwischen innen und außen, das Bezüge zum Altbestand herstellt und auf überraschende Weise eine elegante und warme Atmosphäre in dem großzügigen neuen Dachraum schafft. Die handwerkliche Herausforderung war, die zum Teil stark verzogenen Innenflächen mit der geometrisch präzisen Textur zu überziehen und zu einer einheitlichen Fläche zusammenzufügen.

Durchblicke und Ausblicke

Im Erdgeschoss bilden Wohnraum, Küche, Terrasse und Pool eine Achse, die neue Durchblicke und Ausblicke in den Garten ermöglichen. Als raumverbindendes Element wurde ein Holzofen eingebaut. Ebenfalls im unteren Bereich befindet sich der historische Salon mit Erker. Die große, öffenbare Fensterfront erweitert den Küchenbereich zur Terrasse hin, die als Plattform über das Schwimmbad kragt. Swap Architekten konzipierten einen höhenverstellbaren Tisch in der Küche. Den Terrassentisch kann man hydraulisch bodeneben versenken.

Für den Raum entworfene Kippstiege

Über einen neu geschaffenen Luftraum entsteht eine vertikale Verbindung zwischen Wohnraum und dem Dachraum mit der historischen Konstruktion. Die Raumhöhe beträgt bis zu sechs Meter, was eine Galerie und einen innen liegenden Balkon ermöglicht. Beide Ebenen sind über eine extra für den Raum entworfene Kippstiege erreichbar, die wechselweise zwei Richtungen erschließt und händisch gekippt werden kann. Das Kinderzimmer wird durch eine Schlafempore mit Geheimversteck erweitert.

Ressourcenschonende Bauweise

Das Badezimmer ist barrierefrei im Erdgeschoss zugänglich. Erstmals wurde die von EOOS entwickelte Designinnovation „save!“ in einem Wohnhaus eingebaut – eine Seperations-Toilette, die Urin trennt und in einem Tank im Keller sammelt. Dieser Urin wird aufbereitet und als Düngemittel verwendet. Neben der Raumerweiterung innerhalb des bestehenden Volumens wurde auch bei den Materialien auf ressourcenschonende Bauweise gesetzt. Zusätzlich zum Altbestand wurden ca. 80 m³ Holz verbaut, als Dämmstoff kam Zellulose zum Einsatz, so werden in diesem Projekt ca. 100 Tonnen CO2 langfristig gebunden. Der verwendete Holzbedarf wächst in weniger als zwei Minuten in österreichischen Wäldern nach.

Geheizt wird die Villa Sternberg mit erneuerbarer Energie aus Fernwärme. Der Garten und die Außenanlagen wurden von Maria Auböck geplant.

Weitere Projekte finden Sie hier


Fakten

Projekt: Villa Sternberg

Standort: Klosterneuburg, Österreich

Fertigstellung: 2020

Bauherr: Privat, Jaruslav Sternberg

Bauaufgabe: Revitalisierung und Erweiterung

Architektur/Innenarchitektur: Swap Architekten ZT GmbH, Webseite des Büros

Landschaftsarchitektur: Maria Auböck, www.auboeck-karasz.at

Design: Eoos

Fläche: 300 m²

Materialien: Holz, Stahl

Fotos: Hertha Hurnaus, www.hurnaus.com

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