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Holzbau im Passivhausstandard: das Architekturbüro Createrra erstellt ein Klimaholzhaus und verbindet Alt mit Neu. md

Klimaholzhaus
Gute Raumakustik im Holzbau

In einem kleinen Grenzort Österreichs nahe der Grenze zur Slowakei entstand unter Leitung des Architekturbüros Createrra ein Klimaholzhaus im Passivhausstandard, das auf den ersten Blick als solches nicht zu erkennen ist.

Ein fast 100 Jahre altes Haus im alten Teil des Dorfes, ein schöner Garten und der Wunsch der Bauherren, künftig komfortabel, umweltbewusst, energieeffizient und wirtschaftlich zu wohnen – das waren die Voraussetzungen für die Planungen der Architekten. Mit Respekt vor der Bausubstanz sanierte und erweiterte das Büro Createrra aus dem slowakischen Senec das historische Wohngebäude um einen eingeschossigen Anbau in Massivholzbauweise und Passivhausstandard auf insgesamt 130 m2 Wohnfläche.

Klimaholzhaus: Massiv, behaglich, wertbeständig

Gebäudeausrichtung und Altbausubstanz machten es unmöglich, das gesamte Ensemble auf Passivhausstandard zu bringen. Daher optimierten die Planer den Altbau so gut als möglich: Eine 35 Zentimeter starke Schaumglasschotterschicht dämmt gegen das Erdreich. Außerdem wurde das Dach des Altbaus mit 50 Zentimeter Zellulose gedämmt und die Außenwände wurden mit Innendämmung aus acht Zentimeter starken Platten versehen. Nur wenige Wände im Altbau wurden entfernt. Das Eltern-Schlafzimmer und die zwei Kinderzimmer fanden in den Räumen entlang der Straße Platz, das ehemals recht große Bad wurde verkleinert.

Die Erschließung des Hauses erfolgt über den Carport und das neu angelegte Holzdeck auf der Hofseite – eine gelungene Übergangszone zwischen Haus und Garten darstellt. Den Hauseingang versetzten die Planer in den Gebäudewinkel hinein. Er markiert nun den Übergang zwischen Alt (Massivbauweise) und Neu (Holzbau).

Echtholz – visuell und akustisch wirksam

Küche, Essplatz und großzügiger Wohnraum mit insgesamt 49 m2 Quadratmetern wurden im offenen Raumverbund angeordnet. Basis des Neubaus ist eine Stahlbetonplatte, die auf einer 20 Zentimeter dicken Perimeterdämmschicht aus verrottungsfreiem XPS (extrudiertem Polystyrol-Hartschaum) ruht. Darauf baut die Klimaholzhauskonstruktion aus massiven Ligno Uni-Wandelementen und tragenden Dachelementen Ligno Block Q3 Akustik auf.

Der als Klimaholzhaus geplante Anbau bietet für alle Anforderungen des modernen Holzbau eine technisch und bauphysikalisch geprüfte Lösung, hohe Energieeffizienz, angenehmes Raumklima und gute Raumakustik, Wertbeständigkeit sowie Flexibilität. Großflächige Verglasungen auch über Eck öffnen den Raum optisch in Richtung Garten und geben ihm Weite.

Passiv wohnen = aktiv sparen

Die beiden Grundprinzipien beim Bau eines Passivhauses lauten: Wärmeverluste minimieren und Wärmegewinne optimieren – und das hauptsächlich durch bauliche Maßnahmen. Die Qualitätskriterien für Klimaholzhäuser ergänzen die Passivhausprinzipien unter anderem um raumklimatische Aspekte und schaffen gesunde Innenräume, indem das Entstehen zu trockener Raumluft verhindert und baubiologische sowie ökologischer Grenzwerte streng beachtet werden. All diese Bedingungen erfüllt der Holzbau.

Ansicht des Grundstücks. Foto: Klimaholzhaus

Fakten

Projekt: Einfamilienhaus Neubau/Holzbau in Verbindung mit Altbau

Standort: Kittsee, Österreich

Bauherr: privat

Architekt: Björn Kierulf, Createrra Architekten, Slowakei, www.ecococon.lt

Wohnfläche: 130 m2

Hersteller: Lignotrend, www.lignotrend.com

Netzwerk Klimaholzhaus: c/o Lignotrend Produktions GmbH, www.klimaholzhaus.info

Fotos: BOSA Bohumil Šálek, Bratislava

Weitere Projekte finden Sie hier

https://www.md-mag.com/interior-architecture/fachbeitraege/material/handgeschalter-beton/

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