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Beleuchtungskonzept im The Retreat, Island

Lichtplanung im Einklang mit der Natur

Basalt Architects aus Reykjavik integrieren den Neubau für das The Retreat an Islands Blauer Lagune so behutsam, dass sich der Baukörper erst aus der Nähe offenbart. Auch die Lichtplanung von Liska richtet sich nach der Natur.

Autorin: Petra Lasar

Die Blaue Lagune ist ein Zufallsprodukt; ein künstlicher See, der sich aus dem in das Lavafeld gepumpten Brauchwasser speist. Investoren entwickelten die Blaue Lagune 1987 als touristischen Hotspot.  Sie liegt in einer faszinierenden, zerklüfteten schwarzen Lavalandschaft auf der Halbinsel Reykjanes.

Beleuchtungskonzept lässt Hotel mit Lavalandschaft verschmelzen

Von Basalt Architects Gründerin und heutiger Büropartnerin Sigríður Sigþórsdóttir gestaltet, empfängt das Retreat Hotel den Gast bereits vor der Tür mit einem großzügig überdachten und dezent beleuchteten Eingangsbereich.  Von der geräumigen Lobby und Rezeption aus erschließen sich zwei im Süden und Westen auf unterschiedlichen Höhenniveaus in die Lava gebaute Zimmerflügel sowie – im Osten – ein auf dem höchsten Niveau der gesamten Anlage gelegenes Gourmetrestaurant und ein neuer Spa-Bereich, der seine Besucher bis zu drei Meter tief unter das Lavafeld führt.

Lichtplanung
Eingangssituation des The Retreat, Island. Der überdachte Eingang wird von Laser Blade-Einbaustrahlern beleuchtet. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Trotz der langwierigen Entwurfsphase, die von einer detaillierten geomorphologischen Analyse des 751 entstandenen Lavafelds begleitet worden war, erlebten Basalt Architects während der Erdarbeiten immer wieder Überraschungen. So stießen sie auf unerwartete Risse und auf spannende Lavaformationen. Entsprechend mussten die Pläne ständig angepasst werden. Das Ergebnis: Das Hotel- und Spa-Gebäude, umgeben von der Blauen Lagune, verschmilzt augenscheinlich mit der Landschaft zu einer Einheit.

Lichtplanung
Die Blaue Lagune, seit 1987 ein touristischer Hotspot. In diesem Umfeld steht das The Retreat. Stark gedimmt Underscore-Lichtlinien erzeugen ein warmes Licht. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Lichtplanung im Einklang mit der Natur

Das Beleuchtungskonzept entwickelte der Lichtplaner Guðjón L. Sigurðsson von Liska in Reykjavik für das Hotel. Er nutzte das Architekturlicht von iGuzzini sowie wenige dekorative Leuchten. Die Lichtplanung steht im Einklang mit der Natur und ist außerdem auf das menschliche Wohlergehen ausgerichtet.

Lichtplanung
Nur wenige dekorative Leuchten kommen zum Einsatz. Die Streiflichter an den Sichtbetonwänden resultieren von Strahlern, die in den Aussparungen an den oberen Wandabschlüssen positioniert sind. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Konzentrierte Lichtkegel aus kaum wahrnehmbaren Lichtquellen, kontrollierte Beleuchtungsstärken und Warm-Dimming-Technologie schaffen eine intime Atmosphäre, während Comfort- und Super Comfort-Optiken für besonders hohen Sehkomfort sorgen. In enger Abstimmung zwischen Liska, Studio Basalt und Design Group Italia wurde der Großteil der Architekturbeleuchtung in Architekturelemente oder Einrichtungsgegenstände eingebaut.

Keine klassische Allgemeinbeleuchtung

56 Standardzimmer, fünf Junior-Suiten mit 40 resp. 60 Quadratmetern bieten dem Gast einen Blick auf die weitläufige, mit Moos bekleidete Lava-Landschaft oder auf die schwarze Lavakante und die das Hotel umfließende Lagune. Um die besondere natürliche Lichtsituation auf der Insel mit ihren Licht- und Farbspielen – insbesondere während der Sonnenauf- und untergänge – nicht zu stören, gibt es in den Räumen keine klassische Allgemeinbeleuchtung.

Lichtplanung
In den Zimmern befinden sich nur dort, wo Kunstlicht wirklich benötigt wird, kleine Lichtpunkte. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Stattdessen finden sich nur dort, wo Kunstlicht wirklich benötigt wird, kleine Lichtpunkte. Ein einziger kleiner Laser-Strahler mit Warm-Dimming-Technologie ist oberhalb der frei im Raum stehenden Badewanne – auch hier schaut der Gast in die Natur – in die Decke eingebaut.

Teil der Lichtplanung ist auch das Leselicht im Kopfbereich des Bettes in Form einer Underscore-Lichtlinie. Derselbe Leuchtentypus wurde als sensorgesteuertes Orientierungslicht für die Nacht in den unteren Teil des Bettes integriert.

Lichtplanung
Mit ihrem atmosphärischen Unschärfeeffekt sieht die 1,2 Meter Durchmesser fassende Scheibe ‚SoleLuna‘, die in die  Akustikdecke eingebaut ist, dem Himmelskörper täuschend ähnlich. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Lichtkonzept unterstützt Biorhythmus

In den Zimmern hängt an der Decke eine 1,2 Meter Durchmesser fassende Scheibe mit atmosphärischen Unschärfeeffekt. Sie wurde in die deckengreifende Akustikdecke eingebaut und sieht dem Himmelskörper täuschend ähnlich. ‚SoleLuna‘ verwandelt sich am Abend in einen Mond. Die Leuchte mit ihrem biodynamischen Licht ist Ergebnis aus der Zusammenarbeit von Basalt Architects, dem Lichtplaner und dem italienischen Hersteller iGuzzini.

Lichtplanung
Biodynamisches Licht in den Zimmern: Abends verwandelt sich die Lichtscheibe vermeintlich in einen Mond. Foto: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

Ihre biodynamischen Effekte, anregend oder beruhigend, werden normalerweise vom Tageslicht hervorgerufen. Doch bei gerade mal vier Sonnenstunden in den Wintermonaten ist in Island nicht viel Wirkung zu erwarten.


Fakten

Projekt: The Retreat Blue Lagoon Iceland, www.bluelagoon.com/accommodation/retreat-hotel

Bauherr: Blue Lagoon, Grindavik

Standort: Nordurljosavegur 11, 240 Grindavík, Island

Architektur: Basalt Architects, Reykjavik, www.basalt.is

Innenarchitektur: Basalt Architects, und Design Group Italia, Mailand, www.designgroupitalia.com

Beleuchtungskonzept: Guðjón L. Sigurðsson, Liska, Reykjavik

Leuchten: iGuzzini, Recanati

Fotos: Gunnar Sverrisson photographer für iGuzzini

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