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Zahnarztpraxis: Neugestaltung von Stefanie Schönheinz

Neugestaltung Implantat- & Ästhetik Zentrum in Erding
Zahnarztpraxis – sauberes Design

Der Bauherr wünschte sich nicht nur praktische Räume, sondern eine Zahnarztpraxis, in der sich Ärzte und Patienten wohlfühlen. Innenarchitektin Stefanie Schönheinz gelingt der Spagat trotz strenger Auflagen aus dem Bestand.

Autorin Katharina Feuer

Langsam, aber stetig sickert die Erkenntnis im Gesundheitssektor durch, dass die ärztliche Behandlung nur ein Aspekt der Genesung ist. Die Räume, in denen Kranke behandelt werden, dürfen – nein – sollen zum Wohlfühlen und Genesen beitragen. Warum ist das dennoch oft nicht der Fall?

Mehrwert ist subjektiv

Innenarchitektin Stefanie Schönheinz kennt eine Antwort: „Abhängig vom Praxisschwerpunkt sind die medizinisch-technischen Geräte sehr teuer. Oft erfolgt durch den Vertrieb das Angebot, dass die Räume gern – im Preis inbegriffen – „gestaltet“ werden. Das hat leider wenig mit Design und Ästhetik zu tun. Der Fakt, dass die Dienstleistung umsonst angeboten wird, spricht Bände.“

Die Entscheidung liegt beim Bauherrn. Dieser muss die qualifizierte Gestaltung durch einen Innenarchitekten wollen. Denn „der Mehrwert ist subjektiver Natur. Wenn man den Unterschied nicht erfahren hat, ist es schwer, die Vorteile zu vermitteln“, gibt Schönheinz zu bedenken.

Ministudium für neues Projekt

Zahnarzt Dr. Mario Schmidt fand ihre Webseite ansprechend und kontaktierte Schönheinz. Mit seiner Frau Cosic-Schmidt, die die Praxisabläufe organisiert, hatte die Innenarchitektin eine wichtige Ansprechpartnerin. Es ist das erste Projekt für Stefanie Schönheinz im Healthcare-Bereich gewesen. Dafür zahle man viel Lehrgeld. Inklusive Ministudium, um sich in die Materie einzuarbeiten. Aber es mache ihr auch Spaß, sich auf neue Themenfelder zu begeben.

Das Gebäude, in dem die Zahnarztpraxis entstehen sollte, ist alt. Ein wenig geschockt sei sie gewesen, als sie sich die Räumlichkeiten zum ersten Mal angesehen habe, erinnert sich Schönheinz. Die Decken sind tief. Es gibt viele Versprünge. Die Suche nach der optimalen Raumanordnung vergleicht sie mit dem Spiel Tetris. Die Substanz wurde komplett entkernt, Elektro- und Deckeninstallationen mussten neu ausgeführt werden.

Zahnarztpraxis Design mit heller Atmosphäre

Bei der Wahl der Oberflächen stehen die speziellen Hygienevorschriften im Healthcare-Sektor im Vordergrund. Alles muss zu 100 % desinfizierbar sein; poröse Materialien kommen nicht infrage. Für den Boden hatten sich die Bauherren ein homogenes Bild mit möglichst wenig Stoßfugen gewünscht. Die Zusammenstellung von Holz, Corian und weißem Gussboden fördert eine helle, freundliche und warme Atmosphäre.

Für den Warteraum, den Eingangsbereich und eine Trennwand der Schleuse – ein kleiner Raum zwischen zwei Behandlungszimmern – entschied sich Schönheinz für Eiche. Das Holz wurde mit einem speziellen Lack versiegelt. Die Holzlamellendecke definiert den Eingangsbereich der Zahnarztpraxis und gleicht diverse Höhenunterschiede und Versprünge aus.

Strenge Hygienevorschriften

„Es war zugegeben ein Spagat: Einerseits hatte ich meine gestalterische Idee im Kopf – auf der anderen Seite musste ich mich an alle Vorgaben halten. So geht es wohl allen Planern“, fasst die Innenarchitektin den Findungsprozess zusammen.

Zum wiederholten Mal arbeitete Schönheinz mit der Tischlerei Konrad Messner aus Südtirol zusammen, ganz nach dem Motto: Never change a running system. „Für die Handwerker war es auch die erste Zahnarztpraxis“, lacht sie. „Aber wir sind alle offen für neue Aufgaben. Und: Man bekommt immer die Informationen, die man benötigt.“ Der hochwertige Ausbau und Details seien wichtig. Sie machten oft den Unterschied aus.

Neben dem Warteraum befindet sich eine Patienten-Bar, wo sich diese versorgen können. Eine Armatur hält heißes, kaltes und sprudeliges Wasser bereit. Termine werden so vergeben, dass nie mehr als zwei Personen im Wartebereich sitzen. Eine weitere Wartenische befindet sich im hinteren Praxisbereich. Hier können Begleitpersonen warten, während die Patienten im Aufwachraum liegen.

Optimierte Praxisabläufe

Um auf gute Lösungen zu kommen, hakt Schönheinz gerne nach. Bei diesem Projekt war es sogar ein Vorteil, dass sie als „Neuling“ die Praxisabläufe nicht kannte und viele Fragen stellte – manches auch infrage stellte. Das gefiel den Bauherren.

Ein Ergebnis ist die bereits erwähnte Schleuse. Jeder Behandlungsraum erhält normalerweise einen weiteren, zugeordnet für assistierende Tätigkeiten. Die Schleuse ist von zwei Behandlungszimmern zugänglich. So spart man wertvolle Fläche. Eine Treppe führt vom 3. Stock in das Dachgeschoss, wo sich das Labor der Zahnarztpraxis und die Angestelltenräume befinden. Diese werden noch fertiggestellt.

Mit dem Ergebnis sind die Bauherren so zufrieden, dass das Designstudio Schönheinz bereits mit einem neuen Projekt beauftragt wurde.

Stefanie Schönheinz über ihr Lieblingsprojekt


Fakten

Projekt: Implantat- & Ästhetik Zentrum Erding, Webseite der Praxis

Standort: Am Mühlgraben 7, 85435 Erding

Fertigstellung: Februar 2021

Bauherr: Zahnarzt Dr. Mario Schmidt, Zahnärzte am Schönen Turm

Innenarchitektur und Grafikdesign: Designstudio Schönheinz, Stefanie Schönheinz, Webseite der Innenarchitektin

Gewerke: Tischlerei Konrad Messner (Südtirol), www.tischlerei-messner.com

Produkte/Hersteller: Vola (Bad- und Küchenarmaturen), FSB (Steckgriffe Türen), Kreon (Raumbeleuchtung), Senso (Bodenbelag)

Materialien: Eiche weiß geölt, HiMacs, Fenix

Fotos: Designstudio Schönheinz

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