Home » Projekte » Büros, Objektbauten »

IGZ Campus, Falkenberg flexibel beleuchtet

Lichtplanung für den IGZ Campus, Falkenberg
New Work, flexibel beleuchtet

IGZ Campus: ästhetisch durchgängig, funktional flexibel. Diesen Spagat bewältigt die Beleuchtung in dem markanten Neubau, den Jürgen Mayer H. für die Software-Schmiede IGZ entwarf – mit Ideen von Licht Kunst Licht und Zeitler Ingenieuren.

Autor: Martin Krautter

Der IGZ Campus, Falkenberg. Eine IT-Denkfabrik mit rund 500 Mitarbeitern, weitab der Metropolen in der ländlichen Oberpfalz, muss schon einiges bieten, um im „War for talents“ erfolgreich mitzuhalten. Die „Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH“, kurz: IGZ, entwickelt seit rund 20 Jahren in Falkenberg SAP-Branchenlösungen für Produktion und Logistik.

Und es ist gerade die Kombination aus Naturnähe und dem spezifischen sozialen Gefüge auf dem Land einerseits und modern gestalteten, innovativen Arbeitsplätzen andererseits, mit der das Unternehmen punktet.

Vorläufiger Höhepunkt: Ein spektakulärer, hochmoderner Büro-Neubau, der 8000 m2 zusätzliche Fläche schafft und dessen transparente Struktur nachts von innen heraus zu leuchten scheint.

IGZ Campus
Foto: David Franck

IGZ Campus: Ein transparenter Riegel

Das neue Hauptgebäude des IGZ Campus nimmt als drei- bis fünfgeschossiger Riegel mit 120 Metern Länge den höchsten Punkt des Geländes ein. Es bildet mit den ebenfalls architektonisch ambitionierten Bestandsgebäuden ein Ensemble mit Campus-Charakter.

Das Stahlbetonskelett gliedert die Fassade in rechteckige Rahmen und diagonale Streben, hinter denen sich eine Glashülle befindet. Innovative Gebäudetechnik, insbesondere die regenerative Energieversorgung durch Geothermie und Photovoltaikanlage, unterstreicht den ganzheitlichen Anspruch.

IGZ Campus
Foto: David Franck

Licht unterstreicht die Struktur

Das Konzept für die außenwirksame Beleuchtung, den Eingangsbereich und die Tiefgarage stammt vom Lichtplanungsbüro Licht Kunst Licht, das die Architekten außerdem bei der Lichtgestaltung der Foyer-Bereiche unterstützte. Um die markante Struktur der Fassade hervorzuheben, rieten die Experten zu einer Beleuchtung der Rippen von innen heraus mit Hilfe von Lichtlinien sowie durch eine Indirektbeleuchtung der Rahmen und Streben.

Dafür wurden direktstrahlende Leuchten zwischen Streben und Fassade in den Fugen am Boden sowie in der Decke versteckt, die die Konstruktionselemente mit gerichtetem Licht homogen hervorheben.

IGZ Campus
Foto: David Franck

Lichtlinien: Das durchgängige Element

Das Eingangsfoyer wird seiner Aufgabe als Visitenkarte des Gebäudes gerecht. Es führt die prägenden Gestaltungselemente ein: Dynamisch gestaltete Einbauten aus hellem Holz beleben die kantige Struktur aus Sichtbeton, lineares Licht betont Achsen und Raumdimensionen. Dabei kommen sowohl in die Betondecken versenkte Lichtlinien als auch abgependelte lineare Lichtstrukturen zum Einsatz.

Lichtplanung
Formschlüssige Lichtlinien zeichnen die Konturen der spitzwinkligen Haupttreppe nach und machen sie so zu einer funktionalen Lichtskulptur. Foto: David Franck

Mit skulpturalen Qualitäten

Formschlüssige Lichtlinien zeichnen die Konturen der spitzwinkligen Haupttreppe nach und machen sie so zu einer funktionalen Lichtskulptur: Denn zur grafischen Wirkung der linearen Leuchten kommt der Beleuchtungseffekt auf den Flächen darunter hinzu. Insgesamt ergeben sich rund 800 Meter eingebaute Lichtlinien im Gesamtgebäude. Auch die Sicherheitsbeleuchtung ist – im Interesse eines aufgeräumten Erscheinungsbildes – wo immer möglich in die linearen Elemente integriert.

Tageslicht
Foto: David Franck

Intelligent gesteuert mit DALI und KNX

Oberlichter im Dach sind über den Verbindungstreppen zwischen den Etagen platziert, sodass Tageslicht tief ins Gebäude einströmen kann. Dies und die Glasfassade stellen einen intensiven Bezug zur Außenwelt her, wobei die Tiefe des Fassadenrasters den Einfall direkten Sonnenlichts begrenzt.

Die eingesetzten Leuchten besitzen DALI-Betriebsgeräte und sind mit einer KNX-Gebäudesteuerung vernetzt. So wird bei durchgängigem Erscheinungsbild eine feinkörnige und flexible Regelung der Beleuchtung möglich, automatisiert durch Sensoren wie Präsenzmelder über den Arbeitsplätzen.

Akustik
Foto: David Franck

Licht und Akustik als ästhetische Einheit

Während die Betondecken als aktivierte Bauteile unverkleidet bleiben, sind Arbeits- und Aufenthaltszonen im Raum klar markiert: Durch eine Kombination aus deckenmontierten Akustikelementen und darunter abgependelten, rechteckigen Lichtstrukturen.

Die hoch effizienten LED-Linearleuchten strahlen mit einer bildschirmgerecht entblendeten Mikroprismenoptik nach unten ab. Hinzu kommt ein Indirektanteil nach oben, der für eine weiche Allgemeinbeleuchtung sorgt und zugleich die Akustikelemente attraktiv in Szene setzt. Die neutrale Farbtemperatur von 4000K mischt sich angenehm mit der natürlichen Beleuchtung.

Lichtstrukturen
Foto: David Franck

Fit in den Feierabend

Zu einer modernen Arbeitswelt gehören ausgleichende und gesundheitsfördernde Sportangebote – dafür gibt es im IGZ Campus ein eigenes Fitnessstudio im 2. Obergeschoss des Neubaus.

Auch hier: Direkt/indirekt strahlende, abgependelte Lichtstrukturen, von denen im gesamten Gebäude rund 1000 Meter verbaut sind – hier allerdings in 3000K. Die warme Lichtfarbe passt optimal zum Nutzungsschwerpunkt der Räume am Übergang zwischen Arbeitstag und Feierabend.

Intelligente Planung vereint Gegensätze

Lässt sich ein Bürogebäude wirtschaftlich rationell, hoch flexibel und zugleich mit einer starken ästhetischen Identität beleuchten? Einen Weg zeigt der IGZ Campus: Mit enger Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Architekten, Fachplanern und Ingenieuren, einer klaren visuellen Leitidee und dem konsequenten Einsatz moderner, digitaler Steuerungstechnik.

Ein Ansatz, der während der Corona-Pandemie und den damit verbundenen organisatorischen Herausforderungen für die Büroarbeit bereits seine erste Bewährungsprobe bestand.


Fakten

Ort: Falkenberg, Oberpfalz, Deutschland

Architekt: J. MAYER. H und Partner, Architekten mbB, www.jmayerh.de

Eingeladener Wettbewerb, 2018, 1. Platz

Projekt: 2018 – 2020

Fertigstellung: Oktober 2020

BGF: ca. 8 000m²

Bauherr: GZ Immo GmbH

Tragwerksplanung: Bodensteiner + Partner GbR, Weiden

Energie- und Gebäudetechnik: Grünwald + Ach GmbH, Weiden; Ingenieurbüro Zeitler, Rottendorf

Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Berlin, Webseite des Planungsbüros

Brandschutzplanung: Gerhard Schmidt, Weidenberg

Landschaftsarchitekten: S H L Architekten und Stadtplaner, Weiden

Partner Innenausstattung: Steelcase, Raumhaus Berlin, Kvadrat, Brunner

Akustik: Soundcomfort

Fotos: David Franck

Produkte: Flure: Zumtobel Lichtkanal (Betoneinbau) ‚Slotlight‘ ‚infinity slim‘; Büros: Pendelleuchten Planlicht ‚p.forty‘; Präsenzmelder Esylux ‚KNX Mini

Mehr zum Thema Lighting

 

Anzeige
Top-Thema
Anzeige

Neueste Beiträge
Titelbild md PV1
Ausgabe
PV1.2021 kaufen
EINZELHEFT
ABO

Architektur Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Architektur-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum arcguide Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des arcguide Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de