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Haus-im-Haus-Konzept

Technologie- und Gründerzentrum Lingen
Haus-im-Haus-Konzept

Das Technologie- und Gründerzentrum „IT-Zentrum Lingen“ befindet sich in den über 150 Jahre alten Hallen des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks in Lingen (Ems). Leitidee war, im Emsland einen zentralen Anlaufpunkt für IT-Unternehmen und -gründer zu schaffen.

Seinerzeit zur Aufarbeitung schadhafter Lokomotiven und Waggons genutzt, gehörte das Ausbesserungswerk Anfang des 20. Jahrhunderts zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Es war das industrielle und wirtschaftliche Zentrum der Region. Mit dem fortschreitenden Verschwinden der Dampflokomotive wurde das Werk ab Mitte der 1980er Jahre des vergangenen Jahrhunderts schrittweise stillgelegt. Viele Gebäude, die damals zum Ausbesserungswerk gehörten, existieren heute nicht mehr, doch die zentralen Hallen sind immer noch erhalten. Dieser Hallen nahm sich 1990 die Stadt Lingen an. Die historische Verbindung des Geländes zur Stadt inspirierte sie dazu, die vorgelagerten Werkstatthallen 31, 51 und III einer neuen Nutzung zuzuführen.

Das gesamte Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks steht unter Ensembleschutz. Das heißt, einzelne Hallen dürfen nicht verändert und keine weiteren Bauten auf dem Gelände hinzugefügt werden. Diese Vorgaben stellten hohe Anforderungen an Architekt, Bauherr und Eigentümer. Oberstes Ziel der Sanierung war es deshalb, den Kontrast zwischen den alten Bauteilen und den neuen Elementen bewusst hervorzuheben.
Die Hallen wurden entkernt und die Außenfassaden vollständig restauriert. Ein spezielles Augenmerk wurde auf die aufwendige Dachträgerkonstruktion in den Hallen 31 und 51 gelegt. Der Architekt machte es sich zur Aufgabe, die Konstruktion in den Eingangsbereichen der Hallen besonders in Szene zu setzen. Hohe Decken, viel Licht und Stahl prägen das Bild der Foyers heute. Offenes, rotes Backsteinmauerwerk und die hohen Fenster der alten Fassade runden das Bild auch im Innenbereich ab. Die Planer wollten den industriellen Charme des ehemaligen Werks bewahren. Technik wird nicht versteckt, sondern bildet ein architektonisches Element. So verlaufen zum Beispiel die metallenen Be- und Entlüftungsrohre offen entlang der Wände. Und die Flure werden geprägt von freistehenden Stahlträgerkonstruktionen, die als Deckenstütze dienen. Gleichzeitig wurde auf naturnahe, biologische Materialien Wert gelegt und viel helles Holz, wie Ahorn und Birke für Boden, Türen und Fenster verwendet.
Den vorher eingeschossigen Industriehallen wurde aufgrund ihrer Größe ein zweites Stockwerk hinzugefügt. Um für zukünftige Mieter ein inspirierendes Arbeitsumfeld zu bieten, wurden großzügige Büroräume mit vielen Fenstern platziert, die in einer Haus-in-Haus-Konzeption zusammenstehen. Alle Büros verfügen über eine moderne Büro- und Kommunikationstechnik. Auch die Möblierung wird vom IT-Zentrum gestellt. So wird den Mietern und Start-Ups ein leichter Einstieg und sofortiger Start ermöglicht.
Ein weiteres Highlight stellen die kleinen Gärten dar, die sich in den geschlossenen Innenhöfen des Gebäudes befinden. Hier wurden Pausen- und Gemeinschaftsbereiche geschaffen, die als Treffpunkt und Kommunikationszonen dienen. Sie sind der Grund dafür, dass fast jedes Büro über viel Tageslicht verfügt.
Als Technologie- und Gründerzentrum hat das IT-Zentrum Lingen die Aufgabe kleine und in der Startphase befindliche Unternehmen besonders zu fördern. Für die Belange dieser Zielgruppe wurde ein Coworking Space eingerichtet, der von unterschiedlichen Personen gleichzeitig genutzt werden kann.
Heute befinden sich auf 2 400 Quadratmetern Fläche über 20 Unternehmen, die größtenteils aus den Bereichen Kommunikation und IT stammen.
Text: it.emsland

Fakten

Projekt: IT-Zentrum Lingen
Standort: Kaiserstraße 10B, 49809 Lingen Ems
Bauherr: IT-DienstleistungsGmbH Emsland, Lingen
Architekt: Liedke & Lorenz, Lingen
Bauzeit: Phase 1: 2003-Okt. 2004, Phase 2: 2007- Juli 2008
Raumtypen: Seminarräume (90-230 Quadratmeter), Besprechungsräume (bis 8 Personen), Büroräume (22-45 Quadratmeter), Serverräume
Gemeinschaftszonen: Gemeinschaftsküchen, offene Kaffeeküchen, Foyer-Bereiche
Anzahl der entstandenen Arbeitsplätze: 80 bis 100
Desksharing: sechs Sharing-Arbeitsplätze im integrierten Coworking Space
Mobiliar (Auswahl): FM Büromöbel sowie Schreibtisch „Vitesse 2“, Anstellcontainer, Mobilcontainer, 2-Ordnerschrank und 3-Ordnerschrank, Rundtisch „Touch-Down“ von Steelcase Wernd, Bürostühle und Besucherstühle von Interstuhl
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