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Farbakzente statt weiße Hölle

Raumtiefe als Herausforderung
Farbakzente statt weiße Hölle

Das US-Technologieunternehmen Varian Medical Systems ist ein Pionier in der Krebstherapie. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Architekturbüro Urmetzer und Schiefer entwickelte Bene eine neue Verwaltungsniederlassung für bis zu 150 Mitarbeiter. Der Fokus gilt dem konzentrierten Arbeiten und der Teamarbeit. Bei allem Ernst, den das Thema der Krebstherapie mit sich bringt, dürfen gewisse fröhliche Akzente im Open Space jedoch nicht fehlen.

„Aufgrund der Gegebenheiten auf dem Grundstück hat das Gebäude eine Trakttiefe von 13 Metern, jedoch nur eine Hauptbelichtungsseite“, sagt Architekt und Projektleiter Michael Urmetzer. „Das war eine richtige Herausforderung. So hatten wir die Idee, hier eine Art offene Loftlösung zu etablieren.“ Das bedeutet: Über die gesamte Länge von 47 Metern gibt es im Dachbereich eine Lichtfuge, die die Büros auch im hinteren Teil des Hauses mit Tageslicht versorgt. Über eine eingeschnittene Galerie im ersten Stock gelangt das indirekte Licht bis ins Erdgeschoß. Man entwickelte ein Open-Space-Konzept mit unterschiedlich zonierten Büroinseln für acht bis 18 Mitarbeiter, inklusive mehreren akustisch abgetrennten Raumboxen aus Glas. Sonderlösungen nach dem Entwurf der Architekten – wie etwa Barelemente, Teeküche oder das Empfangspult im Foyer, das formalen Bezug an die hier hergestellten medizinischen Protonengeräten nimmt – runden das Möbelspektrum ab. Schreibtische, Pinboards und Trenn-Elemente stammen aus dem Arbeitsplatz-Programm CUBE_S, das eigens für die Bedürfnisse im Open Space entwickelt ist.
Trotz üppiger, modular aufgebauter Stauräume bieten die Arbeitsplätze ein ruhiges und übersichtliches Bild. Im Sitzen ist man von allen Seiten geschützt, durch die opaken Glasscheiben jedoch erhält man im Sichtbereich diffuses Licht von der Seite – was vor allem den Arbeitsplätzen in der zweiten Reihe zugutekommt. Das bewusst gewählte Material orientiert sich an den Zugangsbrücken aus Panzerglas, die über das zweigeschossige Atrium zu den rückwärts angesiedelten „Me“- und „We-Places“ führen. In diesem Bereich, der vom Open Space mit einer mehr als 70 Meter langen RG Ganzglaswand mit Dreh- und Schiebetüren abgebtrennt ist, befinden sich die Management-Büros, mehrere kleine Think-Tanks und vier größere Besprechungszimmer für acht bis zwölf Mitarbeiter. Zwei davon lassen sich über eine Faltschiebewand zu einem riesigen Konferenzraum für bis zu 30 Leute zusammenfassen.
Über Outlook können die Besprechungsräumlichkeiten, ausgestattet mit Videokonferenz-System, von den Mitarbeitern gebucht und verwaltet werden. Immer wieder gibt es farbige Akzente, auf die der Architekt bereits angespielt hat: Gelbe, orange, cyanblaue und anthrazitfarbene Pinboards und Regalboxen bringen Frische in das Ambiente. Einen Kontrapunkt zu dieser Farbwelt „Spice“ bildet das Material Bambus bei Tischen und Schrankelementen – das Potpourri ist zugleich fröhlich und dennoch gediegen, zurückhaltend.

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