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Die Architekten des New Yorker Büros Only If konzipieren ein Büro für drei Unternehmen.

Umgestaltung eines Industrielofts
Ein Büro für drei Unternehmen

Ein Industrieloft in Manhattan als Büro zu nutzen ist sicher nichts Ungewöhnliches. Einen solchen Raum aber für drei Büros parallel zu konzipieren war eine Herausforderung für die Architekten des New Yorker Büros Only If.

Autorin Christiane Sauer

Das 2013 von Adam Frampton gegründete Büro Only If bezieht seinen Gestaltungsansatz aus den Gegebenheiten des Orts und der Aufgabe. Konsequenterweise wurde die Herausforderung, drei unterschiedliche Firmen gestalterisch unter einen Hut zu bringen, zum entwurflichen Ausgangspunkt des Projekts.
So divers wie die Tätigkeitsfelder der Unternehmen – von Mode bis Immobilien –, so verschieden waren auch ihre Ansprüche und Erwartungen an den Raum und an das Design. Die 1 700 m² große Fläche wurde den Bedürfnissen der Firmen entsprechend als offene Arbeitszonen mit Schreibtischplätzen, abgeschlossenen Büros und Besprechungsräumen beziehungsweise Lounges und Showroom konzipiert, in denen siebzig bis hundert Menschen arbeiten. Um die unterschiedlichen Nutzungsarten optisch und räumlich zusammenzubinden, entwickelten die Gestalter ein klares und starkes Farb- und Materialkonzept: Der neutrale weiße Hintergrund der Wände und der zum Teil freigelegten Decken wird durch einen gegossenen, tiefschwarzen Kunstharzboden konterkariert. Alles, was mit dem Boden in Verbindung steht, ist ebenfalls in Schwarz gehalten, alles, was sich mit der Decke verbindet, in Weiß. Dadurch bekommen die unterschiedlichen Bereiche der Etage einen einheitlichen Rahmen, der ganz individuelle Bespielungen zulässt und zugleich gestalterisch einbindet.
Ruhige Grundlinie
Das monochrome Schema wird an definierten Stellen durch „Inseln“ mit speziellen Materialien durchbrochen, die aktive Zonen definieren. Sofas, Teppiche oder Möbel setzen mit Stein, Filz, Spiegel oder Glas Akzente und betonen Bereiche. Durch die durchgängige Gestaltung mit punktuellen Material-Highlights konnten die Kosten insgesamt niedrig gehalten werden. Sie liegen deutlich unter dem für Manhattan üblichen Rahmen.
Der Empfangstresen aus Walnuss bildet mit seiner gewachsenen Struktur einen spannenden Kontrast zu einer dahinter gelegenen, verspiegelten Prismenwand, die durch drehbare Lamellen abwechselnd die Namen aller drei Büros anzeigen kann. Natürliche haptische Materialien finden sich auch in den Arbeitsbereichen als Wollfilzteppiche oder Natursteinoberflächen, mit denen einige Schränke in den „executive offices“ belegt sind. Der Naturstein ist auf Leichtbauwabenplatten laminiert und kann so als Oberfläche für die Schranktüren verwendet werden.
Der Showroom der Modefirma wird durch vier rollbare, schrankartige Möbelelemente bestimmt. Sie teilen den Raum je nach Stellung unterschiedlich auf und beherbergen in ihrem Inneren Displayfläche und Aufbewahrungsmöglichkeit. Stehen die Module in kreuzförmiger Anordnung, ergeben sich vier intime Präsentations- und Besprechungszonen. Die mit verspiegeltem Acryl belegten Oberflächen lassen die entstehenden Räume größer wirken und spielen mit optischen Effekten. Je nach Erfordernis sind auch andere Konstellationen der beweglichen Elemente möglich.
Von den bekannten Büro-„Kreativattributen“ wie Tischtennisplatte, Saftbar oder Ähnlichem wurde bei diesem Projekt bewusst Abstand genommen. Stattdessen wird ein sorgfältig ausbalanciertes Verhältnis von Möglichkeiten der Interaktion und Fokussierung durch die räumliche Konstellation und die Gestaltung geschaffen. Das Projekt kombiniert die Vorteile eines Großraumbüros wie Flexibilität und informelles Arbeiten mit den Vorteilen abgeschlossener und halboffener Arbeitsbereiche, die für Konzentration und Strukturierung stehen.
Die Mitarbeiter finden eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote und Qualitäten, die je nach Bedarf für gemeinsames oder individuelles Arbeiten genutzt werden können. Gerade durch die minimalistische Farbgebung und die einfachen räumlichen Gesten strahlen die Räume eine Offenheit aus, in der sich kreative Ideen frei entfalten können.
Weitere Materialstudien in der Praxis finden Sie in unserer Serie Material
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