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Licht im Textil

Neue Materialien 46
Licht im Textil

Die Kombination von Licht und Textil ergibt neue Möglichkeiten für ganz spezielle “Leucht-Stoffe“. Diese können nicht nur als Kleidungsstück, sondern auch als Raumtextil genutzt werden.

Christiane Sauer

Für die “Leucht-Stoffe” finden LEDs Verwendung, die sich als ausgesprochen robuste und langlebige Leuchtmittel aufgrund ihres kalten Lichtes gut in Oberflächen oder geschlossene Aufbauten integrieren lassen. Als einzelne “Lichtpixel” können sie digital angesteuert werden und so unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die winzigen Lichtquellen lassen sich besonders gut in Stoffe integrieren, da die zur Stromversorgung verwendeten elektrisch leitfähigen Garne wie herkömmliche Textilgarne verarbeitet werden und somit zum integralen Bestandteil des Materials werden.
Das holländische Designlabel LAMA entwickelte einen mit LEDs bestückten Filz-Teppich. Hierbei werden gepresste Filzstreifen an den Längsseiten nach dem Zufallsprinzip versetzt und aneinander gefügt, so dass ein freies Muster entsteht und der Bodenbelag in jeder beliebigen Größe herstellbar ist. Das Material selbst kreiert hierbei die Struktur, in die für ein Sonderprojekt des Airbus A 350 erstmalig auch Leuchtdioden eingebracht wurden. Der Belag mit integriertem Lichtsystem kann an die Beleuchtung für Boden, Wand oder Decke angepasst werden. Das Licht emittierende Gewebe ‚Lumalive‘, das von Philips entwickelt wurde, kombiniert ein tragbares Textil mit einer lichttechnisch animierbaren Oberfläche. Das Gewebe ist weich und anschmiegsam und besitzt einen mehrschichtigen Aufbau. Nicht nur die Leuchtdioden, sondern auch alle notwendigen elektronischen Komponenten und wieder aufladbare Batterien sind direkt in das Textil eingearbeitet. Trotzdem lässt sich das Kleidungsstück angenehm tragen, die Technologie ist unsichtbar integriert. Im ausgeschalteten Zustand sieht ‚Lumalive‘ aus wie ein gewöhnlicher Stoff. Die LEDs werden nur im aktivierten Zustand sichtbar und können bis zu 16 Millionen Farben wiedergeben. Durch spezielle Computeranimation lassen sich so auch Textnachrichten oder einfache Grafiken und Animationen auf dem Kleidungsstück “abspielen”. Der modulare Aufbau der Kleidung ermöglicht es, vor dem Waschen die unter dem Oberstoff verborgene LED-Schicht zu entfernen. Die Größe der Leuchtmodule ist derzeit auf ca. 20 x 20 Zentimeter beschränkt. Über die Anwendung in Bekleidung hinaus sind natürlich auch durch Licht animierte Möbelbezüge oder Heimtextilien denkbar. Ein interaktives Kleidungsstück, das vom dänischen Designstudio Diffus in Zusammenarbeit mit dem Alexandra Institut für Research und der Danish School of Design entwickelt wurde, visualisiert die CO2 Konzentration seiner Umgebung. Ein Sensor misst die CO2-Werte der Luft und gibt diese an einen integrierten Mikrokontroller weiter. Dieser wandelt die Daten in Lichtmuster um – vom langsamen, gleichmäßigen Pulsieren bis zu schnellen, hektischen Blitzen, je nach Konzentration von CO2 in der Luft. Die Spezialisten aus so unterschiedlichen Feldern wie Mikroelektronik, Stickerei, Mode und Interaktionsdesign arbeiteten hierbei zusammen, um den ‚Climate Dress‘ zu realisieren. Die vom Schweizer Traditionsunternehmen Forster Rohner angefertigten Stickereien transportieren sowohl die Messsignale als auch den elektrischen Strom für die über hundert eingearbeiteten LEDs. Das weiche, elektrisch leitfähige Garn ähnelt in seiner Konsistenz herkömmlichem Garnen, so dass es leicht mit existierenden Maschinen verarbeitet werden kann. Die Möglichkeit der industriellen Verarbeitung eröffnet für die Zukunft neue Perspektiven in der Anwendung der so genannten “intelligenten” Textilien. Die intuitive, optische und haptische Interaktion zwischen Nutzer und Computer wird einen großen Schritt vorangetrieben und ist nicht mehr an starre Bildschirme gebunden. Alle technischen Elemente sind Teil der Stickerei, sie werden nicht versteckt, sondern zum gestaltenden Teil des Designs. Gleichzeitig ist das Konzept ein Kommentar zum Status-Quo unserer Umwelt, bei dem auch teils unbequeme Tatsachen, wie in diesem Fall der CO2-Gehalt, in ansprechender Form visualisiert werden.

Light in Textiles

new materials 46

Combining lighting with textiles opens up new opportunities for specific “lighting materials”, in other words fabrics intended not only as a basis for clothing but also for furnishing and room decoration.
These “illuminated materials” use LEDs, a light source that has proved to be exceptionally robust and long-lasting, with a cold light that can be integrated effectively into surfaces or closed structures. As individual “light pixels” they are activated digitally and can perform a variety of functions. These minute points of light are very suitable for integrating into fabrics: the electrically conductive threads used to supply them can be processed in the same way as conventional textile thread, and become an integral element in the textile material. The Dutch design label LAMA has developed a felt carpet into which LEDs have been incorporated. Pressed felt strips are offset at random on the longitudinal sides and combined to form a non-regular pattern. This form of flooring can be produced in any required size. The material itself creates the structure: the light-emitting diodes were used for the first time on a special project for the A 350 Airbus. This material with its integral lighting system can be adapted for use on floors, walls or ceilings. The ‚Lumalive‘ light-emitting fabric developed by Philips combines load-bearing textile material with a surface that can be activated to produce light. The fabric is soft and supple, with a multi-layer structure. Not only light-emitting diodes but also all the other necessary electronic components and rechargeable batteries are incorporated directly into the fabric. It can none he less be work comfortably as clothing, and the technological aspects remain concealed. When de-energised, ‚Lumalive‘ is like a conventional fabric in appearance. The LEDs become visible only when activated, and can display up to 16 million different colours.
Special computer animation can be used to display text messages or simple graphics and animation on the surface of the garment. The modular structure enables the surface layer containing the LEDs to be removed before the garment is washed. At the moment, the illuminated modules are limited to about 20 x 20 cm in size. As well as being suitable for clothing, furniture upholstery and other furnishing fabrics can of course be produced with similar light animation effects.An interactive garment developed by the Danish design studio Diffus in cooperation with the Alexandra Institute for Research and the Danish School of Design provides a display of CO2 concentration in the surrounding area. A sensor measures the CO2 level in the atmosphere and transmits the value to an integral micro-controller. This converts the data into light patterns that vary from slow, uniform pulsation to rapid, hectic flashes, depending on the recorded CO2 content. Specialists from such disparate areas as micro-electronics, embroidery, fashion and interactive design worked together to create this “Climate Dress”. The embroidered patterns were realised by the traditional Swiss company , and not only transmit the measured signals but also the electric current for the LEDs embedded in the material, of which there are more than a hundred. The soft, electrically conductive thread resembles conventional yarns in its consistency and can therefore easily be processed on existing machines. This scope for industrial-scale processing opens up new prospects for the use of “intelligent” textiles. Intuitive optical and tactile interaction between user and computer will take a major step forward as a result, and will no longer be limited to rigid display screens. All the technical elements are part of the embroidery process and are not concealed but act as design elements. At the same time, the concept is a commentary on the current situation of our environment and a means – at least in this case – of displaying disagreeable facts such as the CO2 content of the atmosphere in a more pleasant, visually appealing form.
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