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Theo Möller

Der Innenarchitekt Theo Möller gewann mit seiner Leuchte den IKEA Designpreis. Dann kam Ingo Maurer ins Spiel und die ‚Blow me up‘ zu ihrem Namen. Jetzt ist erst einmal die Architektur dran, meint Theo Möller.

Interview Katharina Feuer

‚Blow me up‘ ist weder Schwimmnudel noch Laserschwert, steht in der Produktbeschreibung.

Theo Möller: Ja, da ist Ingo Maurer unschlagbar. Er hat sich den Text dazu ausgedacht. Und den Namen. Die Semantik passt.

Wie ist die ‚Blow me up‘ entstanden?

Die Leuchte ist meine Bachelor Abschlussarbeit 2014 gewesen.

Sie haben ihren Bachelor in Innenarchitektur gemacht!

Stimmt. Aber auch da beschäftigt man sich mit Produktdesign. Wir sollten Produkte aus Metall entwerfen.

Metall – das ist nicht das Erste, woran man denkt, wenn man diese ultraleichte Leuchte sieht.

Meine ersten Versuche habe ich noch mit Aluminium bedampfter Rettungsfolie umgesetzt. Ich wollte eigentlich eine fliegende Leuchte entwickeln, eine Art Ballon, der durch die Hitze des Leuchtmittels schwebt. Jetzt ist es Kunststoff – PET.

Haben Sie Ingo Maurer kontaktiert?

Ich habe ihm zwei Bilder und ein kurzes Video von meiner Idee geschickt. Es folgte sofort ein Rückruf und die Einladung nach München.

So einfach war das?

Ja, eine coole Resonanz – das hat mich gefreut. Ingo Maurer hat offensichtlich sofort das Potenzial der Leuchte erkannt. Es folgte ein Jahr Entwicklungsarbeit bis zur Marktreife. (Anm. d. Red.: seit August 2017 ist die Leuchte erhältlich). Super unkompliziert.

Vom Käufer wird eine gewisse Interaktion bei ‚Blow me up‘ erwartet.

Der Schlauch liegt in einer Dose und muss erst aufgeblasen werden. Ich mache das immer mit dem Mund. Es wird aber auch eine kleine Pumpe mitgeliefert. Do-it-yourself – auf qualitativ hohem Niveau.

Wie bleibt die Luft im Schlauch?

Ich habe gefühlt 1 000 Ventile getestet. Den Verschluss, der sich durch Innendruck selbst schließt, habe ich von Eisbeuteln abgeschaut.

Du hast mit Deiner Leuchte 2014 den IKEA Designpreis gewonnen und entwirfst weiterhin für IKEA als selbstständiger Produktdesigner. Inwieweit unterscheidet sich das Arbeiten für dieses Unternehmen zu Ingo Maurer?

Ich war 2014 nach dem Bachelorstudium ein dreiviertel Jahr – mit Frau und Kind – in Schweden. Eine interessante Zeit. Ich habe unwahrscheinlich viel gelernt. In einem Unternehmen wie IKEA gibt es eine andere Herangehensweise und Geschwindigkeit der Produktion mit einem Stab an Ingenieuren. Du gibst Deinen Entwurf ab und hast mit dem Rest wenig zu tun. Bei Ingo Maurer hat man mehr Zeit, um ein Produkt zu entwickeln. Das einzelne Produkt wird noch geschätzt. Ich will das nicht werten. Beide haben ihre Berechtigung. Ich bin stolz, mit beiden zu kooperieren.

Wieso folgte nach Innenarchitektur und Produktdesign, das Studium der Architektur?

Mein Ziel war immer die Architektur. Den Umweg habe ich bewusst genommen.

Warum?

In meiner Familie haben alle an der Burg Giebichenstein studiert. Mein Großvater, mein Vater und meine Mutter. Dort lernt man, kreativ zu denken. Das muss man erst einmal lernen. Die klassische Architekturausbildung in Deutschland überzeugt mich dagegen nicht 100-prozentig.

Zur Zeit arbeiten Sie in Leipzig bei bla° Architekten.

Es hat mich gefreut, dass das so nahtlos nach dem Studium geklappt hat. Gerade haben wir einen Wettbewerb für ein städtebauliches Projekt in Leipzig eingereicht.

Das ist ein völlig anderer Maßstab!

Ich sehe mich als Gestalter. Unabhängig vom Maßstab.

Ist es ein Ziel, bei ihrem Vater, der auch Architekt ist, einzusteigen?

Perspektivisch, ja. Geholfen habe ich schon immer. Aber ich will erst einmal Erfahrung sammeln. Zudem ist es wichtig, sich zu emanzipieren. Wenn ich meine Zulassung habe, will ich zuerst für ein paar Jahre ins Ausland.

Wohin?

In die USA, da beeindrucken mich die Möglichkeiten des Bauens.

Vielen Dank für das Gespräch, Theo Möller.


Theo Möller (Jg. 1985) wusste schon früh, dass er Architekt werden will. Nach dem Bachelor Innenarchitektur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle/Saale 2014, folgte 2017 der Master Architektur in Leipzig. IKEA und Ingo Maurer produzieren seine Entwürfe. Theo Möller arbeitet bei bla° Architekten.

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