Interview

Mads Mandrup Hansen

Die passende Architektur für eine erstklassige Gesundheitsforschung? Den Planern von C.F. Møller Architects war es wichtig, einen Ort zu kreieren, der viele Möglichkeiten des Zusammentreffens unterschiedlicher Disziplinen bietet. Mads Mandrup Hansen, einer der acht Partner des Büros, im Interview.

Der Maersk Tower von C.F. Møller Architects ist ein hochmodernes Forschungsgebäude, dessen innovative Architektur den optimierten Rahmen für Gesundheitsforschung schafft. Dabei darf die breite Öffentlichkeit nicht von der Gemeinschaft der Forschenden getrennt werden. Dies soll helfen, aktuelle Forschungsaktivitäten zu kommunizieren. Das Gebäude verbindet die Universität Kopenhagen mit den umliegenden Stadtteilen.

Architekten: C.F. Møller Architects

Büro: Copenhagen, Aarhus, Stockholm, Oslo, London

www.cfmoller.com

Inhaber: C.F. Møller Architects is owned by a partner group consisting of Klavs Hyttel, Mads Mandrup Hansen, Klaus Toustrup, Julian Weyer, Lone Wiggers, Michael Kruse, Christian Dahle and Mårten Leringe. Ola Jonsson, Rolf Nielsen, Thue Borgen Hasløv, Franz C.A. Ødum, Lasse Vilstrup Palm og Rune Bjerno Nielsen are associate partners.

Gründungsjahr: 1924

Mitarbeiter: 350

Arbeitsgebiete: Architektur, Stadtplanung, Landschaft, Gestaltung von Bauteilen und Inneneinrichtungen, Gesundheits- und Kundenberatung

Projekt: Maersk Tower

Standort: Kopenhagen, Dänemark

Bauherr: The Danish Property Agency (BYGST) and the University of Copenhagen

Bauaufgabe: Forschungs- und Hochschulgebäude und Campus Park

Fertigstellung: 2017

Grundstücksgröße: ca. 42.700 m²

Geschosse: 18 (3 Untergeschosse)

Nutz-/Wohnfläche: 35.200 m²

Materialien (Decke, Wand, Boden):

Akustikdecke: Rockfon

Beleuchtung: Flos, Zumtobel, Louis Poulsen

Aussenbeleuchtung: IGuzzini

Glastüren: Schüco

Linoleum: Forbo Flooring

Fassade: Schollglas

Bitte beschreiben Sie Ihre Gestaltungsphilosophie:

Mads Mandrup Hansen: Eine funktionierende und zeitlose Architektur zu liefern, die immer aus einem menschlichen Blickwinkel und der Anpassung an ihre kontextuelle Situation konzipiert ist. Mit anderen Worten, es geht nicht so sehr um „Stil“, sondern vielmehr darum, Lösungen zu schaffen, die sowohl das Verhalten der Menschen positiv beeinflussen, als auch das Gemeinschaftsgefühl und das Wohlbefinden fördern. Alles mit dem gemeinsamen Ziel, Lösungen zu schaffen, die von „glücklichen Menschen in gesunder Architektur“ bewohnt werden.

Wie finden Sie Inspiration?

Mads Mandrup Hansen: Wir finden unsere Inspirationen in vielerlei Hinsicht, von einer starken Analyse des Ortes, durch das genaue Lesen von architektonischen Spuren, aber auch das Aufdecken der Verhaltensmuster des Ortes und die Verschmelzung als Ausgleich für die Konzeption eines starken Konzepts.Dies in gleicher Kombination mit einer starken kundenorientierten Konversation und einem Verständnis für die Wünsche des Bauherrn.

In gewissem Sinne können wir sagen, dass unsere größte Inspiration unsere Erfahrungen, unser Portfolio und die Fähigkeit sind, uns ständig weiter zu entwickeln. Nicht jede Idee muss unbedingt bahnbrechend sein, aber wir versuchen, nach der Regel zu arbeiten, dass immer irgendwo ein gewisses Maß an Innovation hinzugefügt werden muss.Wir lieben es voranzukommen, aber es ist wichtig, nicht nur wegen der Form und der spektakulären Gesten Architektur zu machen.

Worin bestand die Herausforderung?

Mads Mandrup Hansen: Für C.F. Møller sticht ein besonderes Projekt hervor – das ist dieUniversität Aarhus, die in vielerlei Hinsicht unsere Grundwerte definiert und uns bis heute hilft, unsere Architektur zu definieren. Ein starkes Projekt in den Köpfen aller dänischen Architekten und zweifellos eines der einflussreichsten Projekte, die die Richtung der nordischen Architektur für Generationen bestimmen.

Basierend auf einer Reihe von einfachen gelben Backsteingebäuden, die in einer Landschaft angeordnet sind, definieren sie, was zu einer der bekanntesten Referenzen der Verschmelzung von Naturlandschaft und modernem Funktionalismus in der dänischen Architektur geworden ist.

Die Architektur des Maersk Towers basiert auf der Idee, Gemeinschaften zu schaffen – zwischen Forschern, Studenten und der Stadt. Ein Gebäude mit einer klaren Identität definieren – mit seinen 3.300 kupfernen Fensterläden und reliefartigem Ausdruck, hochmodernen Forschungseinrichtungen in einem einladenden Campus-Park, der dazu dient, die Universität durch einen grünen Stadtraum in Richtung des Ortes zu öffnen

Gab es bei der Realisierung des Entwurfs positive bzw. negative „Überraschungen“?

Mads Mandrup Hansen: Viele, vor allem mit der Logistik auf einem engen Platz und unter einer harten Zeitbeschränkung zu bauen. Im Hinblick auf die technischen Herausforderungen erwies sich der Ortbeton als schwierig, um die geforderte Qualität in den exponierten Bereichen zu erreichen.

Wunsch / Ziel des Bauherrn. Was sollte das Projekt können?

Mads Mandrup Hansen: Das Hauptziel im Maersk Tower ist es, eine grenzenlose, flexible und anregende Forschungsgemeinschaft über Abteilungen, Sektionen und externe Mitarbeiter hinweg anzubieten.
Auf einer konkreten Ebene wurde dies durch einen dreidimensionalen Raum realisiert, in dem wir auf jeder Etage einen gemeinsamen Wissenschaftsplatz definierten, der als sozialer Knotenpunkt und Raum fungiert, in dem sich Forscher treffen und über Felder hinweg austauschen können.

Dieser offene Übergang zwischen den Geschossen steht im Einklang mit dem Wunsch des Bauherrn nach modernster Forschung, die mit traditionellen Laborstrukturen bricht, die typischerweise durch horizontale Layouts begrenzt sind und somit zukünftige Forschungsformen erleichtern.

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