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Schau im Museum der Dinge

Schau im Museum der Dinge
Sonderausstellung „Dinge ordnen“

Mit der Sonderausstellung „Dinge ordnen“ will das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ganz konkret Analogien zwischen alltäglichen Ordnungssystemen und musealen Strukturen aufzeigen. Die Schau geht noch bis zum 31. Oktober 2022.

Im Alltag sind wir bemüht, dem Chaos Einhalt zu gebieten – mittels Ordnungshelfern, Ordnungshütern und Ordnungsrastern, mithilfe von Ordnungsratgebern oder Ordnungscoaches. Sie alle geben bestimmte Strukturierungen vor: als Kästen, Schubfächer und Schränke oder als Regeln, Koordinaten, Systeme, Auszeichnungen, Register, Anleitungen und Gebote.

Die Betrachtung dieser Ordnungsvor- und -verrichtungen macht die Allgegenwart von Strukturierungsaufgaben deutlich.

Im Museum ist Ordnung ein unverzichtbarer Aspekt. Hier bedingen sich die Ordnung der Dinge und die Ordnung des Wissens gegenseitig.

Theoretische Strukturierungsmodelle lassen den praktischen Zugriff oft vergessen, der beim musealen Ordnen deutlich wird: im Sammeln, Auspacken und Sichten, Einordnen, Inventarisieren und Katalogisieren von Objekten und Dokumenten.

Auf Grundlage der vergleichenden Betrachtung und Analyse, des Unterscheidens, des Trennens und Zusammenfügens agiert das Museum als eine Art „Ordnungsmaschinerie“. Eine „Ordnungsmaschinerie“, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Auftrag, einer wissenschaftlichen Systematik und dem aktuellen Wissensstand funktioniert.

Die Sonderausstellung „Dinge ordnen“ im Museum der Dinge bildet einen kommentierenden Rahmen für die nach Art eines offenen Depots angelegte Dauerausstellung des Museums. Zu Beginn der Ausstellung steht die „Registratur“ – eigentlich eine Protokollinstanz für administrative Vorgänge – für den Prozess, den Objekte mit der Integration in die musealen Sammlungen durchlaufen.

Im zweiten bildhaften Teil der Ausstellung steht das Museum als Behältnis im Vordergrund – symbolisiert durch Kästen mit diversen Schubladen, die zum geordneten musealen Aufbewahren genutzt werden und wurden. Diese schweren materiellen Gebilde sind mit zwei künstlerischen Installationen von Sibylle Hofter und Moritz Fehr verknüpft.

Mit dem Projekt will das Werkbundarchiv – Museum der Dinge vor dem Hintergrund vielfältiger Ordnungsdinge einen Raum für die eigene Reflexion und für einen Diskurs von und mit Spezialisten der Wissens- und der Alltagsordnungen öffnen. Vorträge, Gespräche und Workshops widmen sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und laden ein zu einem mit der Ausstellung angestrebten Erkenntnisprozess.

Das Projekt „Dinge ordnen“ bildet den Auftakt für weitere Aktivitäten anlässlich des 50. Jubiläums der Gründung des Werkbundarchivs in den Jahren 1972/73.

Was: Sonderausstellung „Dinge ordnen“
Wann:  19. Mai – 31. Oktober 2022
Wo: Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Reguläre Öffnungszeiten: Do – Mo, 12-19 Uhr

Zur Website des Museum der Dinge
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