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Innovation und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Hotel

Nachhaltigkeit im Hotel
In Hotelzimmern von ÖÖD verschmelzen Innen- und Außenraum. Foto: Anton Toomere
Orte wie Hotels, wo viele Menschen zusammenkommen, sind große Hebel für Veränderungen. Aber wie relevant ist das Thema Nachhaltigkeit im Hotel für die Betreiber und was kommt beim Gast an?

Immer wieder hören wir von Studien, dass nachhaltige Hotellerie beim Konsumenten ein großes Thema sei; Reisende seien gar bereit, mehr Geld pro Übernachtung auszugeben. Generell steht für Betreiber nachhaltiger Hotels die Ökologie im Mittelpunkt; zudem orientieren sie sich an ökonomischen Aspekten, vornehmlich der Effizienz.

Nehmen wir das Gebäude an sich: Bauliche Effizienzmaßnahmen, wie Material-, Energie- und Wassereinsparungen, werden häufig bereits durch Zertifizierungen abgedeckt und bieten eine Orientierung von der Planung bis zur Umsetzung. Doch welcher Gast fragt schon, ob ein Hotel eine Gold- oder Platinzertifizierung hat? Tatsächlich können die Maßnahmen nur wirken, wenn der Gast auf intelligente Art und Weise eingeladen wird, am Sparen teilzunehmen.

Nachhaltigkeit im Hotel als Erlebnis

„70 Prozent der Deutschen würden der Umwelt zuliebe freiwillig Einschränkungen im Hotel hinnehmen“, besagt eine Studie von Freyberg, Gruner, Hübschmann aus dem Jahr 2014. Bestes Beispiel: das kleine Schild im Badezimmer, das mir sagt, dass zur Senkung des Wasser- und Waschmittelverbrauchs nur Handtücher ausgetauscht werden, die auf dem Boden liegen. Bei Maßnahmen sollte es zukünftig also stärker darum gehen, das Interior so auszuwählen und zu inszenieren, dass es die Kommunikation mit dem Gast anregt und ein Erlebnis schafft.

Meine persönliche Utopie sieht so aus: Willkommen in der Lobby. Der Blick über die schwebende Lichtinstallation in Form eines großen Fischs aus LEDs und Furnier von LZF Lamps führt mich zu den großflächigen, gemusterten Wandfliesen aus Holzwolle von Baux.

Davor bilden Lounge-Sessel aus Papier von Malafor kleine Sitzgruppen, separiert durch Stellwände aus recyceltem Stoff von Kvadrat. Während des Check-ins gleiten meine Hände über den Counter, der mit Kacheln aus recyceltem Glas verkleidet ist und dessen Farbe im wechselnden Licht leicht changiert. Das liegt auch daran, dass die Fenster sich bei direkter Sonneneinstrahlung leicht abdunkeln, um die Innentemperatur konstant zu halten. Während mir die Keycard ausgehändigt wird, fällt mein Blick auf eine Biophilic Textile Wall mit eingearbeiteten Loofa-Fasern und Pilzen.

Nachhaltigkeit im Hotel
In Hotelzimmern von ÖÖD verschmelzen Innen- und Außenraum. Foto: Anton Toomere

 Auch im Zimmer haben wir einige Besonderheiten …

In meiner Vision begleitet mich der Concierge mit meinem Gepäck zum Zimmer. Beim Smalltalk weist er auf ein paar Besonderheiten hin und lädt mich zum Entdecken ein. Das könnte ungefähr so klingen: „Sie sind bei uns im Nature-Floor untergebracht. Hier haben wir nicht nur auf eine effiziente und umweltfreundliche Bauweise geachtet, sondern auch versucht, so viel wie möglich mit natürlichen Materialien zu arbeiten, um Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Die Leuchten zum Beispiel stammen vom katalanischen Designer Raúl Laurí und sind aus Kaffeeresten hergestellt. Die farbigen Wandelemente, die Sie hier sehen, kommen von Organoid aus Österreich und bestehen aus gepressten Blumen und Kräutern. Das orangene hier enthält zum Beispiel Safran. Auch im Zimmer haben wir einige Besonderheiten …“

Der Concierge als Botschafter

Wir treten ein und der Concierge fährt fort: „Lichtschalter haben wir weitestgehend abgeschafft, stattdessen sorgt ein Sensor dafür, dass es immer dort hell ist, wo Sie sich aufhalten. In der Dusche finden Sie einen Timer mit Countdown, der Ihnen die Wasserlaufzeit anzeigt. Was schätzen Sie, wie viel Wasser Sie verbrauchen? Wenn Sie einen bestimmten Wert unterbieten, erhalten Sie einen Gratis-Cocktail an der Hotelbar. Falls Sie im Zimmer einen Bereich abtrennen möchten, haben wir einen Vorhang integriert, den das englische Start-up Ohmtech entwickelt hat. Das Besondere daran ist, dass dieser natürliche Stoff auch gleichzeitig Ihre Heizung ist.“

Grüner Urlaub schon heute

Ob so wohl die Zukunft aussieht? Bis wir das wissen, möchte ich mit einer Empfehlung für ein echtes Naturerlebnis abschließen. Mit den Modulen von ÖÖD steht Ihr Hotelzimmer mitten in die Natur. Das Interior besticht durch die Verarbeitung natürlicher Esche und mit Elementen von zum Beispiel Hansgrohe, Gustavsberg und Electrolux. Wenn die Natur auch nur bedingt ins Hotel kommt – so nahe kommt man ihr selten.

Weitere Beiträge von Nils Bader finden Sie hier

https://www.md-mag.com/green/critic/zertifizierungssystem/


Autor Nils Bader

ist Initiator des internationalen Green Product Awards. Als Berater unterstützt er Unternehmen bei der Transformation, als Speaker setzt er Impulse für grüne Innovationen.

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