Home » News » Meinung » MAT Office adaptieren das Coworking in einer Bibliothek für das Space Sharing in einer Agentur. md-mag.com

MAT Office gestaltet Coworking Space für Agentur We+

Space Sharing

In Shanghai erkundet das von MAT Office für die Agentur We+ entwickelte Konzept wie flexibles Space Sharing aussehen kann. Bibliotheken und Ausstellungsdesign liefern die Metaphern.

Autor Jamy Yang

English translation below

Der Lesesaal einer Unibibliothek ist ein idealtypischer Coworking Space: ein offener Raum, temporär genutzt mit Zonen für private sowie für öffentliche Kommunikation. Dieser Lesesaal-Metaphorik bedienten sich die Architekten von MAT Office bei der Planung der Shanghai-Niederlassung der Agentur We+. So ersetzt ein Open-Space mit Bar/Counter – für Servicefunktionen – die herkömmliche Büroorganisation via Empfang/Korridor/Office (Mittlere Ebene).

Space Sharing
Die Bibliothek als Vorbild. Ein offener Raum mit zentralem Tisch, Counter und Nischen für konzentriertes Arbeiten.
Foto: Kangshuo Tang

Zentrales Element ist ein Tisch für Teamsitzungen und Einzelpersonen. Kleine Meetings finden hingegen in Nischen mit privater Atmosphäre statt. Und wer konzentriert arbeiten möchte, zieht sich an eine Workstation zurück. Es heißt rund 90 Prozent aller Angestellten arbeiten gern in einem Co-working-Umfeld.

Space Sharing

Es gibt noch eine weitere Metapher, derer sich Planer von flexiblen Space Sharing-Konzepten gerne bedienen: das Ausstellungsdesign. Da es meist kleinere Start-ups sind, die temporäre Arbeitsplätze inklusive Möglichkeiten zur Produktpräsentation und Marketingaktivitäten nachfragen, sollte dies von vornherein in die Raumbedarfsplanung einfließen. Co-working meint also sowohl das Habitat der Teams als auch das Habitat ihres Produkts.

Space Sharing
Die gelb gestrichene Treppe wertet den Zugang zum Untergeschoss auf. Foto: Kangshuo Tang

Beim Projekt We+ heißt das: Es gibt im EG neben dem Open Space samt Bar/Counter einen separaten Verkaufsraum. Dieser verfügt über einen separaten Eingang und ist vom Hauptraum durch Systemmöbel abgetrennt. Nach Bedarf lassen sich nahezu alle Teilflächen flexibel vergrößern oder verkleinern – ein für alle drei Ebenen durchgängiges Planungsprinzip. Es wird durch dreieckige Tische, die einfach konfiguriert und verändert werden können, unterstützt.

Space Sharing

Das allgemein als wenig attraktiv angesehene UG wurde durch einen kräftigen Gelbton „aufgehellt“, der das farbliche Leitmotiv vorgibt. Im Zusammenspiel mit der Metapher vom Ausstellungsdesign geht es vom Kuscheleck („Cat Cave“) und den Schlafplätzen („Sleeping Cabin“) im UG bis zum lichtdurchfluteten Meditationsraum im OG darum, dass die Teams ihre Gedanken ordnen und den Kopf frei bekommen können. Eyecatcher sind dabei definitiv im Spiel.

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Jamy Yang

Autor studierte in China Produktdesign, absolvierte in Deutschland den Master in Industriedesign und gründete 2005 in Shanghai das ‚Yang Design, Büro für Produktstrategien und Designberatung‘.


Letter from Shanghai

Strong metaphors

Hello co-workers,

The reading room of a university library is the ideal type of co-working space – an open area, temporarily used, and with zones for both private and public communication. Based on the reading room as a metaphor, the architects of MAT Office created the Shanghai headquarters of the We+ agency. An open space with a bar and counter for service functions takes the place of traditional office organisation from reception via the corridor to the office (intermediate level). A table for team meetings and individuals is the central element. Small meetings, however, are held in niches affording a private atmosphere. If you want to focus on your work without interruptions, you retreat to a workstation. Statistics indicate that almost 90 percent of all employees like to work in a co-working ambience.

A second metaphor planners of flexible space-sharing concepts like to use is exhibition design. It will be mostly smaller start-ups that will look for temporary workplaces with opportunities to present their products and conduct marketing activities, and this should be considered already in the spatial planning phase. Here co-working means both the habitat of the team and the habitat of their product.

For the We+ project this means that on the first level there is a separate retail area in addition to the open space with its bar-and-counter zone. It has a separate entrance and is partitioned off from the main space by modular furniture. If required, almost all partial areas can be flexibly enlarged or reduced – a planning principle that continues through all three levels. It is supported by triangular tables that can be easily configured and re-arranged. The underground level, generally considered not so attractive, was brightened up with a strong shade of yellow that provided the general color guideline. In an interplay with the exhibition-design metaphor, the purpose of the cozy corner called “Cat Cave” and the “Sleeping Cabins” on the underground level up to the light-flooded meditation space on the upper level is to enable staff to organize their thoughts and clear their minds. Eye-catchers definitely play an important role here.

Best regards, Jamy


Author Jamy Yang

studied product design in China and graduated in Germany with a master’s degree in industrial design. He worked at Siemens HQ for a while before returning to China and founding Yang Design in Shanghai in 2005, an office for product strategies and design consultancy.

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