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Zwischen Telefonzelle und Meetingroom: Raum-in-Raum-Systeme

Würfel im Open Space

Raum-in-Raum-Systeme
‚Boston‘ hat ein filigranes Stahlgehäuse, die Wände bestehen aus gepolsterten, FSC-zertifizierten Holzplatten.
Im Großraumbüro bieten Raum-in-Raum-Systeme eine geeignete Rückzugsmöglichkeit – wenn Akustik und Raumklima stimmen. Arbeitsgruppen können darin diskutieren, ohne gestört zu werden.

Autor Jörg Zimmermann

Loft-Atmosphäre! Ein Hauch von Metropole, von Freiheit und grenzenloser Kreativität. Immer wieder läßt man sich vom großzügigen Raumgefühl im Open Space begeistern. Die Offenheit der Büroflächen, die ohne feste Trennwände auskommen, setzt Emotionen und Gedanken in Gang. Der offene Raum fördert die Kommunikation, auch über Hierarchiegrenzen hinweg. Nur Konzentration und Vertraulichkeit finden hier ohne weiteres keinen rechten Platz. Eine Lösung bieten Raum-in-Raum-Systeme, die abgegrenzte Bereiche schaffen, ohne die offene Atmosphäre eines modernen Großraums aufzulösen.

Dem offenen Raumgefühl im Großraumbüro und den unbeschränkten Möglichkeiten zur direkten Kommunikation steht jedoch oft der Wunsch der Mitarbeiter nach konzentriertem Arbeiten ohne äußere Störung gegenüber. Nach internationalen Studien wünschen sich mehr als die Hälfte einen Rückzugsort. Auch für Besprechungen und Gruppenarbeit wird regelmäßig die Forderung nach einem abgeschlossenen Raum laut. Hersteller reagieren mit Iideen, die sich eng an einzelnen Nutzungsszenarien orientieren.

Die praktischen Systeme lassen sich ähnlich wie Möbel einfach in den Raum einbringen und dort leicht und flexibel positionieren. Die Lösungen reichen von einfachsten Zellen zu kompletten Systemen, die dem Raum-in-Raum-Gedanken in allen Belangen gerecht werden. Neben ästhetischen Aspekten beeinflussen dabei drei wesentliche Parameter die Auswahl: Größe, Akustik und Raumklima. Dazu gesellen sich Kriterien wie Sichtschutz und Sicherheit, beispielsweise Brandschutz. „Ganz wichtig für Raum-in-Raum-Systeme sind der Schallschutz beziehungsweise die Schalldämmung“, berichtet Florian Strähle, Geschäftsführer bei Strähle Raum-Systeme, aus der Praxis.

Individualisierbare Hülle

„Hier gehen Erwartung und Wirklichkeit oft auseinander.“ Gute Be- und Entlüftung gehören laut Strähle zu den Basics. Bisweilen sei auch eine Kühlung notwendig, um den Raum auf einer Temperatur von 21 bis 23 Grad Celsius zu halten. „Durch die anwesenden Personen erfolgt eine Erwärmung im Raum. Wenn dann noch die Luft verbraucht ist, wird das Raumklima unangenehm.“

Das aktuelle Angebot der Raum-in-Raum-Systeme reicht von Zellen für eine Person bis zu Gruppenlösungen mit aufwendiger Technik. Um ein schnelles Telefonat zu führen, ohne selbst gestört zu werden und ohne dabei die Büronachbarn zu belästigen, ist eine kompakte Lösung eine Option. Am Vorbild einer Telefonzelle orientiert, bieten freistehende Boxen wie ‚Phonestep‘ von Nurus Platz für eine Person. Die Rahmenkonstruktion besteht aus Wänden und Decke. Der Sichtbezug zu den Kollegen kann so bei Bedarf problemlos gehalten werden.

Einen modularen Ansatz verfolgt Palau bei dem zur Orgatec gezeigten System ‚Boston‘ (Design: Bruno Vermeersch). Die Konstruktion basiert auf einem filigranen Stahlgehäuse, während die Wände aus gepolsterten Holzplatten bestehen, die die akustische Situation beeinflussen und sich über den Bezugsstoff passend zur Umgebung individualisieren lassen. Belüftung und Beleuchtung sind in der Decke verbaut, zudem werden vielfältige elektrische Ausstattungsvarianten angeboten. Optional kann ein Whiteboard integriert werden.

Als Fazit läßt sich festhalten: Raum-in-Raum-Systeme unterstützen, wenn sie technisch hochwertig gestaltet sind, durchaus die Implementierung von besonderen Orten im Großraum und bieten Mitarbeitern einen geeigneten Rückzugsort.

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