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chinesische Designelemente

Chinesen tragen selbstbewusst eigene Fashionlabels
Chinesische Designelemente

Gucci und Prada ade: Junge Chinesinnen und Chinesen tragen selbstbewusst Fashionlabels aus dem eigenen Land. Sportmode von Li-Ning macht auf der New Yorker Fashion Week 2020 von sich reden. Online-Shoppingplattformen wie Tmall erschließen mit Markentransferkonzepten neue Käuferpotenziale.

Den ersten Durchbruch im Modebereich erlebte China im Jahr 2018. Seitdem geht es weiter steil nach oben. So drehte im Februar dieses Jahres das Sportmodelabel Li-Ning richtig auf und nahm zum ersten Mal auf der New Yorker Fashion Week teil. Typisch chinesische Designelemente wie die Schriftzeichen, die Stickereitechnik aus Suzhou oder der Vintage Look der 1990er-Jahre generierten über 1,5 Mrd. Clicks und mehr als 20 Mio. Chats.

500 Paare exklusiver ‚Color-Block‘-Sneakers des Designers Wu Dao im „Lego-Style“ und 1500 Folgeprodukte wurden online auf Tmall innerhalb von einer Sekunde verkauft. Der Aktienkurs des Labels stieg in einem halben Jahr um 50 %.

Chinesische Designelemente

Die aktuelle Generation junger Chinesen hat sich zu Fans national chinesischer Marken entwickelt. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass China das negative Image los werden will, das man mit „made in China = billig und qualitativ schlecht“ verbindet. Laut Ge Kai, Experte für Konsumverhalten, neigen die nach den 1990ern geborenen Chinesen mittlerweile dazu, vor ihren Auslandsreisen beispielsweise Produkte von Li-Ning zu kaufen, um so öffentlich ihre chinesische Identität kundzutun.

Zeitalter des nationalen Markentransfers

Für das modebewusste China hat ein neues Zeitalter des nationalen Markentransfers begonnen. So bündelte die Online-Shopping-Plattform Tmall zehn nationale Topmarken und lanciert diese im Rahmen einer nationalen Fashion-Promotion über fünf verschiedene Produktbereiche hinweg. Beispielsweise wurde eine Duschcreme mit Vitamin E und Shea von White Rabbit gemeinsam mit einem Retro-Süßwarenlabel aus Shanghai und der Parfummarke Sense Library angeboten. Warum? Weil die Verknüpfung unterschiedlicher sinnlicher Wahrnehmungen auf Produktebene in den sozialen Medien eine besonders hohe Aufmerksamkeit erzielt.

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Jamy Yang

Der Autor studierte in China Produktdesign, absolvierte in Deutschland den Master in Industriedesign und gründete 2005 in Shanghai das ‚Yang Design, Büro für Produktstrategien und  Designberatung‘.


Letter from Shanghai

China Rising

Farewell to Gucci and Prada: young Chinese are confidently wearing fashion labels from their own country. Sports fashion by Li-Ning is causing a stir at New York Fashion Week 2020. With brand-transfer concepts, online shopping platforms like Tmall are opening up new buyer potentials.

China experienced its first breakthrough in the fashion sector in 2018, and since then the trend has continued to rise steeply. In February this year, the Li-Ning sports fashion label really turned up the heat and took part in the New York Fashion Week for the first time. Typically Chinese design elements like Chinese characters, embroidery technique from Suzhou or the vintage look of the 1990s generated more than 1.5 billion clicks and more than 20 million chats. Within just one second, 500 Pairs of exclusive color-block Lego style‘ sneakers by designer Wu Dao and 1,500 follow-up products were sold online on Tmall. The label‘s share price rose by 50 percent in half a year.

The current generation of young Chinese has become fans of national Chinese brands. This is partly due to the fact that China wants to get rid of the negative image associated with „Made in China = cheap and qualitatively bad“. According to Ge Kai, an expert on consumer behavior, Chinese born after the 1990s are now inclined to buy products from Li-Ning, for example, before travelling abroad, thus publicly demonstrating their Chinese identity.

For fashion-conscious China, a new age of national brand transfer has begun. For example, the Tmall online shopping platform has bundled up ten national top brands and launched them across five different product areas as part of a national fashion promotion. For example, a shower lotion with vitamin E and shea by White Rabbit was launched together with a vintage confectionery label from Shanghai and the Sense Library fragrance brand. Why? Because linking different sensual perceptions on product level achieves particularly high attention in the social media.

Author Jamy Yang

studied product design in China and graduated in Germany with a master’s degree in industrial design. He worked at Siemens HQ for a while before returning to China and founding Yang Design in Shanghai in 2005, an office for product strategies and design consultancy.

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