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Interview über globales Design und Identität

Interview über globales Design und Identität
Atelier du Pont

Im Interview sagen die beiden Gründer des Architekturbüros Atelier du Pont, Anne-Cécile Comar und Philippe Croisier, dass sie sich intensiv auf jedes Projekt einlassen. Im Fall des Bürogebäudes Bienvenüe in Paris lag die Herausforderung darin, Raum zu schaffen, wo es keinen gab.

Interview Thomas Geuder

Der Bauherr, RATP Habitat, beauftragte das Pariser Büro Atelier du Pont nicht nur mit dem architektonischen Entwurf des Bienvenüe und dessen Umsetzung, sondern auch mit der Inneneinrichtung, dem Mobiliar, der Beschilderung sowie der Unterstützung bei der Entwicklung der Arbeitsmethoden.

Beschreiben Sie bitte Ihre Philosophie in Bezug auf Innenarchitektur- und Architekturprojekte.

Anne-Cécile Comar/Philippe Croisier: Wir gehen die Dinge umfassend an. Egal, ob wir eine kleine Boutique mit 15 m² oder ein Gebäude mit 10 000 m² bauen, wir arbeiten an jedem einzelnen Aspekt, von der Architektur über die Stadtplanung, die Inneneinrichtung, das Möbeldesign bis hin zur die künstlerischen Leitung und Raumplanung. Das ist eines der Dinge, die uns von anderen abheben. Wir sehen unser eigenes Studio als ein Labor. Unser Arbeitsbereich ist auch ein Ort, an dem wir leben, interagieren und sogar Sport treiben. Es ist ein Ort des Experimentierens, eine Möglichkeit, die Art und Weise, wie wir arbeiten und was wir machen, neu zu erfinden.

Architektur ist für uns vor allem eine menschliche Erfahrung, angefangen bei unserer eigenen Praxis. Architekten, 3D-Designer, Bauleiter, Innenarchitekten, Designer, Kommunikationsexperten und unser eigenes integriertes Büro für Ökodesign, Plan02. Jeder treibt jeden anderen voran.

Wie finden Sie Ihre Inspirationen?

Zunächst lernen wir die Umgebung in Bezug auf das Klima, die traditionellen Nutzungen und Fertigkeiten sowie die lokal verfügbaren Rohstoffe kennen. Danach beginnen wir mit der Skizzierung der ersten Konturen eines neuen Projekts. Dabei glauben wir an eine Architektur des Kontextes und der Großzügigkeit. Wir verwenden keine vorgefertigten Lösungen. Jedes Projekt ist für uns eine Gelegenheit, neue Möglichkeiten und Wege zu erkunden.

Wir haben ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem wir neue Kombinationen und neue Formen testen können. Die richtige Wahl der Materialien verleiht einem Projekt seine Glaubwürdigkeit und Identität.

Welches Projekt war für Sie am wichtigsten für die Entwicklung Ihres Büros – und warum?

Es ist schwierig, über „ein“ Projekt in einer mehr als 20-jährigen Praxis zu sprechen…

Aber wir hatten die Gelegenheit, an mehreren wichtigen Projekten zu arbeiten: Das reicht von einem Privathaus inmitten von Pinien in Cap Ferret bis hin zu einer denkmalgeschützten Sanierung und Erweiterung in Le Marais in Paris oder dem Hauptsitz von Santé publique France ganz aus Holz. Gleiches gilt für ein großes Verwaltungsgebäude in Mayotte oder ein autarkes und nachhaltiges Hotel auf Menorca.

Was wir wirklich gerne umsetzen, sind Projekte, die sich mit globalem Design befassen – von der Architektur bis zum kleinsten Detail der Inneneinrichtung.

Zum konkreten Projekt: Worin lag die Herausforderung?

Wir wollten moderne Arbeitsräume schaffen, die flexibel, erweiterbar, mehrfach nutzbar und kreativ sind. Sie bieten ein gutes Gleichgewicht zwischen dem Einzelnen und dem Kollektiv. Die beiden Büroetagen konzipierten wir als offenen Grundriss. Er kann mit mobilen Trennwänden neu konfiguriert werden, um den Raum an verschiedene, auch künftige Arbeitsweisen anzupassen.

Das erstreckt sich von gemeinsamen bis hin zu geschlossenen Büros, Großraumbüros, Nomadenbüros über informelle Arbeits- und Besprechungsbereiche bis hin zu kollaborativen und kreativen Räumen. So befinden sich etwa im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume wie Café und Besprechung, die den ganzen Tag für verschiedene Zwecke offen stehen.

Außerdem lag die wichtigste Herausforderung darin, Raum zu schaffen, wo es keinen gab. So erfolgt der Zugang zum Bürogebäude über den Portikus eines Wohnkomplexes. Das Gebäude nimmt die gesamte Parzelle ein, und so wird der im Erdgeschoss voll genutzte Raum durch eine Reihe von offenen Dachgärten ausgeglichen.

Das Pfosten-Riegelwerk besteht aus Brettschichtholz. Das Raster des Holzgerüsts ist auf das bestehende Parkhaus abgestimmt, so dass sich die baulichen Eingriffe unter der Erde abspielten. Während der Bauphase führte diese Methode dazu, dass die Lärmbelastung für die benachbarten Gebäude gering gehalten werden konnten.

Welche positiven und negativen Überraschungen erlebten Sie während des Bauprozesses?

Als positiv erlebten wir die Möglichkeit, am Gesamtentwurf zu arbeiten und Workshops mit den Teams des Bauherren RATP Habitat durchzuführen. Als negativ empfanden wir, dass es sich um einen komplexen städtischen Kontext und eine bestehende Tiefgarage handelte.

Um auf die Wünsche und Ziele des Bauherren zu kommen: Was sollte das Gebäude leisten?

RATP Habitat wünschte sich ein neues, modernes Büro, das den Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Unser Projekt überzeugte den Kunden mit seiner geringen Höhe und den großen Büroetagen. Um noch weiter zu gehen, beauftragte RATP Habitat das Atelier du Pont mit einem globalen Auftrag, der die Inneneinrichtung, das Mobiliar, die Beschilderung sowie die Unterstützung bei der Entwicklung der Arbeitsmethoden umfasste.

Dieser Prozess fand in Form von mehreren Workshops statt, die es ermöglichten, die Gesamtorganisation zu ermitteln und anschließend die Funktionsweise der einzelnen Dienste im Detail zu erörtern. Also von der Makro- zur Mikrozonierung.

Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier

Zur Website von Atelier du Pont

Interview mit den Architekten von De Nieuwe Context

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